chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Monatsarchive: Januar 2012

Ich und Kaminski

Einen Schriftsteller, der einen weltweit erfolgreichen und überall gelobten Roman geschrieben hat, mag ich nur teilweise beneiden. Denn zwar lenkt so ein Bestseller das Interesse auch auf die anderen Werke des Autors. Doch diese müssen oft unfaire Erwartungen erfüllen. Zum Beispiel genauso und doch ganz anders zu sein als das Meisterwerk.

Den Namen Kehlmann beispielsweise wird man hierzulande vermutlich auf ewig in einem Atemzug mit Gauß und Humboldt nennen. Nicht nur, weil aus den beiden dank ihm so herrlich schräge Typen wurden. Sondern auch, weil der Konjunktiv im Deutschen selten so schön geklungen hat. Die Versuchung nach Lektüre des Buches, meine eigene Rede ausschließlich indirekt zu gestalten, war sehr groß. Ja, die „Vermessung“ war ein fabelhaftes Stück Kuchen.

Trotzdessen ich keine Absichten hatte, sein gesamtes Schaffen durchzulesen, war ich danach neugierig und so geriet ich an „Ich und Kaminski“, den direkten Vorgänger des Welterfolgs.

Gleich zu Beginn begegnet man dem ehrgeizkranken, arroganten Journalisten Sebastian Zöllner, der sich mit rudimentärem Hintergrundwissen, dafür einem völlig überhöhten Selbstbild seinem Auftrag widmet: der Biographie des Malers Manuel Kaminski.

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Hexenhaus und Beutelmaus

Hat man schon jemals davon gehört, dass ein Wombat der Vertraute einer Hexe ist? Oder dass die Fantasy-Welt von einem Troll gemanagt wird? Oder dass eine Hexe nicht böse ist, sondern eine andere Form von Psychotherapeutin? Alle diese Figuren trifft man in „Hexenhaus und Beutelmaus“ – und auf eine Menge witziger Ideen, die die Spiele- und Fantasyszene ein bisschen auf den Arm nehmen.

Hali, bewusst hässliche Hexe, hat keine Lust, irgendwelche Jugendlichen aus unserer Welt durch ihre Heimat zu führen – nur, um ein fragwürdiges Unterfangen zu unterstützen: „Fantasy ist ein ernsthaftes Geschäft. Es ist unsere Aufgabe, den Außenweltlern bei ihrer Reifung zu helfen, indem wir sie mit ihren Ängsten konfrontieren und sie dadurch dazu bringen, ihre Probleme selbst anzugehen.“ Aber ihre Zweifel helfen nichts: Hali muss ran und den Job machen. Und dass sie sich dafür auch noch optisch aufpeppen soll, macht die Sache nicht besser.

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