chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Monatsarchive: August 2012

Die Mitte der Welt

Seit Rico, Oskar und die Tieferschatten bin ich ein Riesenfan von Andreas Steinhöfel. Folglich explodierte ich vor Glück, als ich einen weiteren Roman von ihm erhielt – obendrein auch noch mit Autogramm! Nachdem ich diesen verschlungen hatte, war mir klar: ein neuer Oskar ist das nicht. Aber auch keine Enttäuschung. Das Buch bewegt sich seinem Titel entsprechend eher in der Mitte.

Die Zwillinge Phil und Dianne leben zusammen mit ihrer Mutter in einem märchenhaften Schloss namens Visible, zurückgezogen von den Bewohnern der nahegelegenen Kleinstadt und doch unter deren ständiger Beobachtung. Seit ihrer Ankunft  – hochschwanger mit einem Schiff aus Amerika – gilt Glass, die Mutter, bei den Einheimischen als exzentrisch, unnahbar und nicht von dieser Welt. Glass unterhält sich mit wechselnden Männerbekanntschaften, die ihren Ruf in der Stadt nicht unbedingt verbessern. Als sie später dazu übergeht, verzweifelten Frauen Ratschläge zu erteilen, gilt sie überdies als eine Art moderne Hexe. Demzufolge haben auch die beiden Kinder wenig sozialen Kontakt und erkunden die Welt mit seltenen Ausnahmen für sich allein. Bis sie langsam erwachsen werden.

weiterlesen …

Schwarzer Mond über Soho

Ich hab’s ja gesagt: „Die Flüsse von London“ ruft nach Fortsetzung und nun ist sie in die Buchläden geschwappt … Ich habe sie mir natürlich besorgt und gleich durchgelesen. Aber Ach! und Wehe! Der Fortsetzungsbazillus hat zugeschlagen und mal wieder einen Autor dazu gezwungen, sich Worte und Geschichten aus den Fingern zu saugen.

Peter Grant löst seinen zweiten und dritten Fall – parallel, damit ja keine Langeweile aufkommt. Und der vierte mischt auch schon kräftig mit. Aaronovitchs Humor zeigt sich auch hier wieder, es gibt ausreichend lustige Stellen – aber irgendwie ist der Gaul mit ihm durchgegangen. Kurz gesagt: Mord, Sex, Jazz und Mutation. Ein kurzer Prozess mit dem zweiten Band.

weiterlesen …

Die bewohnte Insel

Die Brüder Strugazki gehören zu meinen Lieblingsautoren. Viele Bücher haben die beiden Russen veröffentlicht und mir hat fast jedes gut gefallen. „Die bewohnte Insel“ gehört für mich dabei eindeutig zu den Highlights. Es ist der erste Roman einer Trilogie um den Raumerforscher Maxim Kammerer.

Maxim ist ein Mensch von der Erde. Er ist als Angehöriger der Gruppe „Freie Suche“ unterwegs im All, die neue Welten suchen – um das Wissen der Menscheit zu mehren und neue Kontakte zu knüpfen (falls intelligente Wesen dort leben). Er ist jung, gut ausgebildet und immun gegen alle möglichen Arten von Krankheiten. Er kann Radioaktivität verkraften, einen See unter Wasser durchqueren und Wunden heilen bei ihm in Nullkommanix. Wie die meisten jungen Menschen ist er voller Tatendrang und Entdeckergeist. Und er ist ein Kind seiner Zeit: Kriege sind ihm fremd, das menschliche Miteinander ist von Respekt und Harmonie geprägt. Und dann stürzt er mit seinem Raumgleiter auf den Planeten Saraksch. In ein Land, das von den Folgen eines Atomkriegs, Korruption und Völkerbeeinflussung bestimmt wird.

weiterlesen …