chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Monatsarchive: März 2014

Everlasting

„Na, ich finde jedenfalls, ein Science-Fiction-Liebesroman wäre doch auch mal schön.“ Das wünscht sich Eliana, eine BerlinerGöre, die Anfang der 2000er Jahre in der Hauptstadt wohnt. Und sie vertraut das ihrem Tagebuch an, neben all den anderen Dingen, die Teenager so wichtig finden und aufschreiben: die Geburtstagsgeschenke, welche Jungs toll sind, wie blöd der Bruder ist (der immer nur die SF-Stories mit den Aliens und dem Geballer liest) und so fort. Sie weiß nichts davon, dass ihre Welt in ein paar Jahren enden, Deutschland mehr oder weniger aussterben und sich die Erde total verändern wird. Sie weiß auch nichts davon, dass ihre Tagebücher rund 250 Jahre überdauern werden – und dann von Finn Nordstrom gelesen werden.

Finn lebt im Jahr 2265. Er ist Historiker, Spezialist für die ausgestorbene deutsche Sprache und Deutschland. Finn lebt in Berlin, ist aber gebürtiger Amerikaner – auch wenn das im jahr 2265 nicht mehr wichtig ist. Er lebt im Märkischen Viertel, das seit einer ganzen Weile kein Stadtteil mehr ist, sondern ein riesiges Wohnheim, das aussieht wie der Rubik’s Cube. Er ist Mitte Zwanzig, ein Alter, in dem in der modernen Welt von den „Prä-Adulten“ erwartet wird, dass sie sich so langsam mal einen Partner suchen, sich seelisch gefestigt haben. Das soll mit 30 abgeschlossen sein. Finn arbeiet wie alle seine Altersgenossen. Er übersetzt Berichte der Deutschen Bank aus den Anfangsjahren des 21. Jahrhunderts ins Englische, eine Arbeit, die er nicht sonderlich spannend findet. Und dann bekommt er eines Tages das Angebot, ein Tagebuch zu übersetzen …

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