chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Monatsarchive: Juli 2014

Der Film zum Schicksal

Es überrascht ja niemanden mehr, wenn ein Buch, welches man soeben erst gelesen und für toll befunden hat, beim Beenden der letzten Seite schon im Kino läuft. Das ist der Lauf der Dinge. Und so stiefelten Micha und ich vor nicht allzu langer Zeit in Das Schicksal ist ein mieser Verräter, der seit dem 12. Juni in den deutschen Kinos zu sehen ist. Kurz gesagt: ich habe es nicht bereut. Regisseur Josh Boone beweist durchaus ein Händchen für den schwierigen Stoff: Seine Helden (sehr gut: Shailene Woodley, noch besser: Ansel Elgort) sind witzig, traurig, klug und schwer verliebt.

Selbstverständich und unvermeidlicherweise ist die Erzählung im Einzelnen stark verkürzt. Dies betrifft einzelne Handlungsstränge, deren Fehlen den Zuschauern ohne Kenntnis der Literaturvorlage kaum auffallen dürfte, vor allem aber auch die Darstellungen der Krankheit gegen Ende des Romans. Dies geschah vermutlich nicht nur, um die Länge des Films einzuschränken. Sondern womöglich auch, um den Kinostreifen für Teenies erträglicher zu machen und ihre vermeintlich zarten Gefühle nicht zu verletzen.

An dieser Stelle mal wieder die Frage zu bemühen, ob größtenteils weibliche Kinobesucher von 12 – 19 bei Themen wie Tod und Leiden sofort die Nerven verlieren, ist meiner Meinung nach überflüssig. Ich habe mich damit abgefunden, dass krebskranke 16-jährige im Kino ein wenig fahl im Gesicht sind, ansonsten aber blendend aussehen, volles Haar haben und nur ab und zu husten. Geschenkt. Und an dieser Stelle mir auch egal, denn sonst ist der Film wirklich gut gelungen.

Wer allerdings mal wieder Bock auf Laura Dern und Sam Tramell (genau: der Hundemensch aus True Blood) hat, wird eventuell enttäuscht sein: Die beiden spielen Hazels Eltern und wie es sich für einen anständigen Teeniefilm gehört, dürfen Eltern selten mehr als mal kurz winken!