chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Secret Fire

Taylor ist ein ganz normales britisches Mädchen – besser ein Teenager, der sich nicht ganz so hübsch findet, der davon träumt, in Oxford an die Uni zu gehen und echt viel dafür lernt, dass dieser Traum sich erfüllt. Sacha dagegen lebt in Paris und hat alle Träume aufgegeben: Wozu noch Pläne machen, wenn man eh weiß, dass man mit 18 stirbt? Stattdessen stürzt er sich von 5-stöckigen Gebäuden oder lässt sich tot prügeln – denn bis zu seinem vorgezeichneten Tod ist er unsterblich. Nach ein paar Minuten Tod fängt er wieder an zu atmen und alle zerbrochenen Knochen, Organe etc. regenerieren sich in Windeseile. Und eines Tages wollen die Lehrer der beiden Schüler, dass Taylor Sacha Nachilfe im Fach Englisch via Web gibt, weil er das – angeblich – nötig habe.

Und spätestens jetzt sollte allen klar sein, dass Taylor und Sacha sich treffen, ja, treffen müssen. Und das tun sie auch – aber erst, nachdem klar wird, dass auch Taylor nicht ganz normal ist: Sie hat Blackouts, rasende Kopfschmerzen und neuerdings geht auch durchaus mal was in die Luft, wenn sie in der Nähe ist und sich aufregt.

Physikalische Wundergene

Ihr Großvater ist es, der ihr offenbart, dass sie (genau wie er) besondere Gaben hat. Taylors Angst ist, dass sie ein Freak ist – aber schließlich akzeptiert sie es, dass sie einfach andere Fähigkeiten als andere Menschen hat: Wenn sie erst einmal ausgebildet ist, kann sie die Energien der Welt nach ihrem Willen umformen und Kerzen anzünden oder Häuser einstürzen lassen.

Und da Opa einer ist, der ganz viele seiner Art kennt, hat er in weiser Voraussicht schon mal seine Enkelin beobachten und beschützen lassen, weil, ja, weil es natürlich noch die böse Seite der Medaille gibt, die wie immer alles kaputtmachen möchte.

Alles hängt irgendwie zusammen

Sacha seinerseits leidet an einem Fluch, den eine Hexe seiner Familie im 17. Jahrhundert hat angedeihen lassen: Jeder älteste Sohn einer Generation stirbt an seinem 18. Geburtstag. Erst nach dem 13. Opfer hört das auf. Sacha ist der dreizehnte … und der letzte, der sterben wird.

Der einzige Clou an der altbekannten Story ist, dass Taylors Urahnin die Hexe war, die Sachas Familie dieses Unglück bescherte. Warum? Weil Sachas Vorfahren einer Geheimorganisation angehörten, die inquisitorisch alle meuchelten, die anders waren. Glücklicherweise geht die Story nicht so, dass die alte Fehde jetzt aufrechterhalten wird und alle weiterhin in die schwarz-weiße Welt eingeteilt werden, die in damaliger Zeit aufgemacht wurde.

Nein, im Gegenteil: Die beiden Youngsters verlieben sich (natürlich) ineinander, Sachas Vater hatte schon mit Taylors Opa versucht, eine Lösung zu finden, wie Sacha doch überleben kann – denn wie in jedem Fluch gibt es ja eine Lücke. Und am Ende gibt es zumindest einen ersten Teilsieg über die Bösen.

Wie war’s?

Ich finde „Secret Fire“ okay, der Schreibstil ist nicht sehr spannend, aber für die wahrscheinliche Zielgruppe der 10- bis 12-jährigen geht das schon durch. Die Geschichte ist für meinen Geschmack etwas flach erzählt, auf der anderen Seite konnten die Autoren so der Falle entgehen, sich in epischer Breite über jedes kleinste Detail auszulassen.

Trotzdem: Ich merke immer öfter, das mich diese ewig gleichen Stories beginnen anzuöden. Es gibt echt wenig Fantasy, die nicht nach dem gleichen Muster gestrickt wird. Ein Lichtblick ist, dass zumindest derzeit nur zwei Bände angedacht sind – und ich hoffe, dass der deutsche Verlag das ebenso veröffentlicht. Es wäre schön, wenn es einfach nur die beiden Bände gäbe und die Geschichte zu Ende ist.

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Secret Fire
Autor C. J. Daugherty & Carina Rozenfeld
Seiten 448
Ausstattung Hardcover
Verlag Oetinger
Jahr 2016

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