chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Mach mal Pause, Biber (2)

 

Es war einmal ein Biber. Der Biber lebte mit seinen Tierfreunden in einem Wald und hatte einen Ruf zu verlieren: er war nämlich immer sehr fleißig. Der Biber tat den ganzen Tag mit großem Eifer das, was Biber eben so tun – er nagte Bäume um, schleppte Holz, baute Dämme und und und … Keine Minute Pause gönnte er sich in seinem unendlichen Fleiß, weil er ständig tausend Projekte am Laufen hatte und dabei immer dachte, er müsse noch mehr leisten. Kein Wunder, dass ihn das ohne Umwege ins Unglück stürzte.

Denn der Biber war so emsig und beschäftigt, dass er allmählich den Überblick verlor. Weder hatte er unter Kontrolle, was er gerade wo getan hatte ( und was er wo noch zu Ende bringen sollte), noch, was er seiner Umgebung damit zumutete. Denn je mehr Baustellen (dies ist hier bitte wörtlich zu nehmen) er aufmachte und zu betreuen versuchte und je weniger er davon im Kopf behielt, desto mehr Chaos bildete sich um ihn herum. Da lagen umgefressene Stämme mitten im Wald, halbfertige Dämme gammelten im Flussbett und angenagte Bäume drohten umzufallen. Der Biber war eigentlich von Natur aus ein gutes Tier und versuchte stets, gegen die Unordnung anzuarbeiten, doch er konnte seine ganze selbstauferlegte Arbeit nicht mehr bewältigen.

Es kommt, wie es kommen muss

Da geschah das Unvermeidliche: ein Baum, von ihm höchstselbst gefällt, landete auf dem Kopf seines Freundes, dem Bären. Und als wäre das noch nicht genug, nagte er aus reiner Verpeiltheit auch noch das Bein eines Elches an, weil er dachte, es sei ein Baum. Als er schließlich (und man möchte fast sagen: Gottseidank!) einen Baum auf sich selbst fallen ließ, musste er ins Krankenhaus. Er hatte schlimme Blessuren davongetragen und nun blieb ihm nichts anders übrig, als zu liegen.

Zeit also, endlich einmal zur Besinnung zu kommen und gründlich nachzudenken. Und was er über sich und seine Arbeit herausfand, erschreckte ihn: Er hatte jede Menge unfertige Arbeit, jede Menge Unordnung und diverse verletzte Freunde hinterlassen. Als er das Chaos betrachtete, fasste er den Entschluss sich zu entschuldigen. Kaum war er wieder vollständig genesen, tat er das auch. Mit seinem alten Arbeitseifer besuchte er seine Freunde, entschuldigte sich, räumte das Chaos auf und reparierte kaputte und unfertige Dinge. er bastelte seinen Freunden sogar noch ein paar Geschenke, um zu zeigen, dass es ihm wirklich von Herzen leidtat. Und seine Freunde – logisch – verziehen ihm.

Als er mit allem fertig war, war die Welt wieder in Ordnung. Und der Kopf des Bibers wieder voller Ideen – sollte er sich mal weiterbilden oder vielleicht künstlerisch betätigen? Doch dann gefiel ihm eine Idee besonders gut: ein gründliches, gesundes Nickerchen zu machen. Das tat er dann und das Nickerchen war eine wirklich gute Idee…

Stop. In the name of love …

Eine einfache Fabel mit einer einfachen Botschaft – wer von den mitlesenden Schützen fühlt sich angesprochen? Die Botschaft lautet natürlich: mach doch mal Pause. Achtet auf euch. Übertreibt es nicht. Doch was für „normale“ Tierkreiszeichen eine Selbstverständlichkeit ist, fordert den Schützen wahrhaft heraus. Denn mit seinen tausend Plänen und deren Umsetzung ist er einfach immer beschäftigt. Da kann man nicht einfach nach Hause gehen und es gut sein lassen, man muss unermüdlich arbeiten.

Und selbst wenn Schützen ja durchaus intelligend, fleißig und stark sind, geht auch ihnen irgendwann die Puste aus – körperlich und mental. Wenn sie in diesem Moment allerdings gerade richtig Vollgas geben wollten, könnte es ein Problem geben: denn von 100 auf 0 bremst man nicht, ohne sich richtig in den Anschnallgurt zu werfen. Blöd, wenn es keinen gibt.

Liebe Schützen, wir ehren euren Eifer und eure Begeisterung, mit der ihr eure Vorhaben angeht. Doch auf zwei Dinge solltet ihr noch mehr achtgeben, als auf eure Projekte: eure Umgebung und euch selbst. Charismatische Wesen wie ihr habt viele Freunde, die alles mit euch mitmachen. Umso mehr müsst ihr euch vorsehen, diese nicht durch eure wolde Planung ins Unglück zu reißen. Denn das wollt ihr selbst auch nicht – schließlich sind es eure Freunde. Also haltet zwischen euren ganzen Vorhaben mal inne und zieht Bilanz: sind alle noch dabei, ist jemand verloren gegangen? Geht es allen gut? Laufen alle Projekte so (uns zwar wirklich so), wie sie ihr euch vorgestellt habt? Sind einige von denen vielleicht sogar irgendwann fertig? Und ganz wichtig: in welche Richtung fällt eigentlich der Baum, wenn man daran sägt?

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Mach mal Pause, Biber
Autor Nicholas Oldland
Seiten 32
Ausstattung Bilderbuch
Verlag Jacoby Stuart
Jahr 2011

zurück zum Schützen
zurück zum Buchhoroskop

 

%d Bloggern gefällt das: