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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Max Frei

Mosaik auf dem Boden in Karlsruhe. Foto: User 4028mdk09/wikicommons

Max Frei ist von seiner neuen Heimatstadt Echo total begeistert. Unter anderem findet er die bunten Mosaike auf den Bürgersteigen sehr hübsch. Vielleicht sehen sie ja ähnlich aus wie dieses hier in Karlsruhe.

Eines Tages landet Max Frei in einer Parallelwelt – nachdem er zuvor viele Jahre von ihr und einem der Bewohner geträumt hatte. Mit einer Straßenbahn kommt „Autobiograph“ Max Frei (Pseudonym für Svetlana Martynchik und Igor Stepin) in die Vereinigten Königreiche – und zu einem neuen Job samt einem Haufen möglicher und unmöglicher Abenteuer. Als Stellvertreter des Leiters des Kleinen Geheimen Suchtrupps in der Hauptstadt Echo findet sich Max in der Rolle eines nächtlich aktiven und magiebegabten Tausendsassas wieder.

„Du bist es wirklich“

Max lernt schnell, wie seine neue Heimat tickt: Statt mit Telefon oder Handy kommuniziert man per „Stummer Rede“ (Telepathie) und kann dabei seinen Gesprächspartner genau ansprechen. Zum Protokollieren verwendet man selbstbeschriftende Tafeln, die die Gedanken des Benutzers aufzeichnen. Als „Festplatten“ dienen in Max‘ Behörde Hunderte von Buriwuchen, einer Vogelart, die sich alles merken, was man ihnen sagt. Mit A-Mobilen fährt man durch die Gegend und sie fahren so schnell, wie man es sich wünscht. Und trifft man auf jemanden, den man noch nicht kennt, ruft man „Du bist es wirklich“.

Dem „Fremdling“ macht es einen Heidenspaß, das alles zu lernen. Er ist neugierig auf alles, was ihn in seiner neuen Heimat erwartet. Er findet die Art seiner neuen Landsleute toll, die alles nicht so ernst nehmen, die die Dinge leicht nehmen und lieber lachen als sich lange Gedanken zu machen. Das gilt selbst für Morde oder Liebeskummer.

Jeden Tag was Neues

Max gefällt sein neuer Job, seine neuen Bekannten und überhaupt sein ganzes neues Dasein. Endlich kann er so leben, wie er will. Die Nachteule braucht sich nicht mehr mit Tagschichten zu quälen, jeden Tag lernt er Neues und fast jeden Tag passiert irgend etwas Aufregendes – das er immer mit der Echo-üblichen Gelassenheit nimmt. Seine Sprüche stehen denen seiner Freunde in nichts nach.

Mit seiner Art ist er in Echo ein „Böiger Wind“: Jemand, der nicht einzuschätzen ist und immer anders reagiert als zu erwarten wäre. Das bringt frischen Wind in den Kleinen Geheimen Suchtrupp. Intuitiv findet er Lösungen, etwa, um seinen Kollegen aus den Klauen eines bösartigen Monsters zu befreien, das in einem Spiegel lebt. Das macht ihn stolz – und zeigt einmal mehr, wie er tickt: Neues macht ihn neugierig. Im „schlimmsten“ Fall nimmt er die Dinge einfach wie sie sind. Keinesfalls schreckt er zurück, obwohl ihm manchmal die Hosen schlottern.

Unkonventionell heizt er mit seinem A-Mobil durch die Gegend und wird zum Schrecken aller Fußgänger. Nach einem überstandenen Abenteuer lässt er sich von einem Kollegen ein paar Katzen schenken – aber Katzen sind im Vereinigten Königreich etwa 40 cm hoch und absolut keine Haustiere. Alle staunen über seinen Spleen, aber nachdem der König Kätzchen aus dem ersten Wurf haben will, etabliert sich auch in Echo die Katze als Haustier.

Leichter leben

„Man weiß nie, wohin es einen verschlägt. Was das angeht, bin ich Spezialist.“ So beginnt „Max Frei“ die Berichte über sein Leben in Echo. Und das macht Max auch nichts aus. Sowohl im ersten Buch als auch in allen Nachfolgebänden zeigt sich hier der lebenslustige Schütze: Neugierig, reisefreudig, unkonventionell. Offen für alle Begebenheiten des Lebens. Und gleichzeitig leichtlebig, ohne ignorant Gefühlen und den Wirren des Lebens gegenüber zu stehen.

Ich finde, man kann diesem Max Frei einiges abgucken: Wir sollten alle ein bisschen offener durchs Leben gehen und die schweren Zeiten akzeptieren ohne ihnen lange nachzuhängen. Das wäre für viele Situationen gesünder und würde uns helfen, nicht so lange an allem zu knabbern. Dafür hätten wir mehr Zeit zum Genießen, Lachen und neugierig sein.

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Der Fremdling. Das Echo-Labyrinth 1
Autor Max Frei
Seiten 415
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Blanvalet
Jahr 2007

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Foto: © User 4028mdk09/Wikimedia Commons

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