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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat

Alle lieben Weihnachten. Alle? Nicht ganz: Von allen Weihnachtshassern, die es bekanntlich auf dieser Welt gibt, ist der Grinch der größte. Der grünhaarige Wicht hat ein Herz, das zwei Größen zu klein geraten ist und ihn daher gemein, hinterhältig und permanent schlecht gelaunt sein lässt. Dieser sympathische Held lebt allein mit seinem Hund Max in einer Höhle auf dem Mount Crumpit. Auf diese Weise hätte er eigentlich kein Problem, den jährlichen Dorn im Auge einfach auszublenden. Doch unglücklicherweise feiern die Whos in Whoville – ein kleines bezauberndes Dorf am Fuße des Mount Crumpit – das Weihnachtsfest wie die Besessenen. Alle Jahre wieder dringt die Feststimmung bis in sein abgeschottetes Refugium und jedes Jahr wird der Grinch zorniger. Bis ihm eines Tages eine fiese Idee kommt.

Ein Plan entsteht

Es liegt auf der Hand: Das Weihnachtsfest muss verhindert werden. Ein systematischer Angriff auf ein zentrales Element der Feierlichkeiten würde in einer Kettenreaktion alle weiteren Organe des weihnachtlichen Körpers ausschalten. Was also ist dieses Element? Worüber freuen sich die Whos jedes Jahr so außerordentlich? Ganz klar: die Geschenke. Ergo müssen die Geschenke ausfallen, damit infolgedessen das ganze Fest eliminiert wird.

Der Grinch macht sich zusammen mit Max an die Arbeit. Er verkleidet sich selbst als Weihnachtsmann und seinen Hund als Rentier und düst mit einem Schlitten nach Whoville. Wie der echte Weihnachtsmann besucht er nun eine Familie nach der anderen. Er kommt durch den Schornstein in die Häuser, doch anstatt Geschenke dort zu hinterlassen, klaut er alles, was er unter dem Tannenbaum findet – inklusive des Baumes selbst. Als das Weihnachtsfest anbricht, ist in Whoville fast nichts mehr davon zu sehen. Mit sich selbst äußerst zufrieden sitzt der Grinch wieder in seiner Höhle und wartet auf das Jammern und Heulen aus dem Tal.

Weihnachten ist doch unkaputtbar …

Doch das Heulen blebt aus. Stattdessen vernimmt der Grinch Gesang. Er traut seinen Ohren nicht: Singen die Whos etwa Weihnachtslieder? Es gibt doch kein Weihnachten mehr, das Weihnachtsfest ist doch zusammengeknüllt beim Grinch in der Höhle. Und doch besteht kein Zweifel – die Whos feiern ihr Weihnachtsfest. Trotz fehlender Geschenke, trotz fehlender Christbäume. Der grüne Miesepeter ist in seinen Grundfesten tief erschüttert.

Was kann das nur sein? Was zum Teufel ist dieses Weihnachten, das nicht aus Geschenken und nicht aus Tannenbäumen besteht? Was macht das Weihnachtsfest aus, was feiern diese verdammten Whos bloß? Je länger der Grinch über den wahren Kern von Weihnachten sinniert, desto klarer wird ihm: Es geht beim Weihnachtsfest wohl tatsächlich darum, Freude und Liebe weiterzugeben. Es schüttelt ihn noch ein klein wenig bei dieser Erkenntnis, aber gleichzeitig gefällt ihm diese Vorstellung komischerweise. Und das immer besser. Da fasst er einen ungewöhnlichen Entschluss – er bringt alle Geschenke wieder zurück, macht gut, was er verbockt hat und feiert mit den Whos Weihnachten. Und da schaun’s her: Sein Herz ist um das dreifache gewachsen.

 Die dunkle Seite des Skorpions

Die magische Anziehungskraft, die dem Skorpion nachgesagt wird, die geheimnisvolle Aura, die ihn so interessant macht  – nun, beim Grinch sucht man die wohl vergeblich. Sicherlich ist es äußerst geheimnisvoll, was er da auf seinem Berg treibt. Und selbst wenn es ein Who versuchen würde, würde der Grinch sicherlich alles daran setzen, seine geheimen Vorhaben auch geheim zu halten. Aber da aufgrund seiner Griesgrämigkeit keiner aus Whoville auf die Idee kommt, ihm einen Besuch abzustatten, hat er explizite Vertuschungen gar nicht nötig. Und interessant macht ihn seine Krämerei wohl auch nicht.

Was ihn dann doch zu einem Skorpion macht – wenngleich zu einem recht einseitigen – ist sein Zynismus, seine Kompromisslosigkeit und seine Streitsucht. Sein zu kleines Herz lässt einfach kaum positive Gefühle zu, ein wenig Schadenfreude vielleicht, wenn er an den geplanten Diebstahl des Weihnachtsfestes denkt. Aber er, der ewig Ausgestoßene, gönnt seinen Nachbarn im Tal nicht einmal das jährliche Weihnachtsfest. Nein, wenn er schlecht gelaunt ist, sollen es alle sein, und was ihm keinen Spaß macht, sei auch anderen nicht vergönnt. Es macht ihm offensichtlich beinahe Freude (oder was immer er stattdessen empfindet), sich zu ärgern. Insofern ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, bei ihm von Weihnachtsvorfreude zu sprechen, weil er zum Fest endlich mal wieder so richtig genervt sein darf.

Lustigerweise wird seine andauernd miese Laune genau auf ihrem Höhepunkt gebrochen. Als er sich auch noch darüber ärgern muss, dass sein Plan offenbar nicht funktioniert hat, dringt die Freude der Whos direkt in sein Herz, lässt dieses anschwillen und frisst den Zynismus auf. Und plötzlich freut er sich mit den gerade noch so verhassten Whos über Weihnachten.

Einfach ignorieren …

All diese dunklen Seiten des Skorpions – sie sind vielleicht gar nicht so ernst gemeint. Oder anders gesagt – einen wirklichen, echten Grund für Streit und Meckerei hat der Skorpion vielleicht gar nicht immer. Er macht es halt nur so gerne. Manchmal möchte er sich einfach nur zanken.

Und wer könnte ihm das verübeln? Schließlich hat er einen perfekt ausgebildeten Stachel und wäre doch dumm, wenn er ihn nicht wenigstens ab und zu einsetzen würde. Aber genau das kann er von Zeit zu Zeit übertreiben. Doch davon sollte man sich als Nachbar, Freund oder Verwandter eines übereifrigen Skorpions nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Einfach weiter machen, feiern, Spaß haben. Und es das Stacheltier dann auch ruhig wissen lassen. Das hält eigentlich kein Chitin-Panzer dieser Welt lange aus und spätestens bei der dritten Party ist Mr. oder Mrs. Weltschmerz wieder dabei. Das ist so gut wie versprochen.

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat
Autor Dr. Seuss
Seiten 56
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Piper Taschenbuch Verlag
Jahr 2004

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