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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Mach mal Pause, Biber

Der arme Biber! Er meint es eigentlich mehr als gut. Und arbeitet und nagt, was das Zeug hergibt. Doch bei seinem Arbeitseifer merkt er gar nicht, dass viel manchmal auch zuviel des Guten sein kann und eher Schaden anrichtet als Nutzen bringt. Erst als seine Arbeitswut ihm selbst schadet, wird ihm klar, was er anderen in seiner Umgebung angetan hat.

Ein Biber muss tun, was ein Biber tun muss. Der kleine Biber nagt also Bäume ab, baut Dämme und verrichtet das Tagewerk seiner Spezies. Und er ist eigentlich wirklich gut darin. Eine Tatsache, die bestimmt zum Teil seinem Ehrgeiz und seinem Fleiss zugrunde liegt. Doch genau damit schießt der Protagonist dieses Kinderbuchs für Erwachsene deutlich über sein Ziel hinaus. Denn eines Tages ist der Lohn seiner Arbeit nicht mehr lohnenswert.

Es kommt der Tag, da muss die Säge sägen

Der Biber mutet sich einfach zuviel zu. Und schafft nichts davon richtig. Seine Dämme sind undicht, überall im Wald stehen halbangenagte Bäume herum und eines Tages verletzt er sogar seine Freunde – den Elch nagt er irrtümlicherweise an und auf den Kopf des Bären fällt ein willkürlich gefällter Baum. Der Biber scheint überhaupt nicht mehr zu wissen, was er da tut. Demzufolge denkt er überhaupt nicht ans Aufhören, sondern fällt mehr Bäume, als jemals ein Biber gebrauchen könnte.

Erst als er selbst Opfer seiner Unachtsamkeit wird, kommt er zur Besinnung. Mit mehreren Verletzungen – selbstverschuldet natürlich – ist er ans Bett gefesselt und wird zum ersten Mal zum Nachdenken gezwungen. Dabei fällt ihm auf, dass er durch seinen Ehrgeiz nicht nur seine Arbeit schlecht gemacht, sondern neben sich selbst auch seine besten Freunde verletzt hat, weil er sie in seinem Rausch gar nicht mehr wahrgenommen hat.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt …

Jetzt muss sich etwas ändern! Schritt 1: sich bei allen Freunden entschuldigen! Das ist machbar, dem Biber tut es wirklich, wirklich leid und Freunde wären keine Freunde, wenn sie nicht verzeihen könnten. Schritt 2: den Wald aufräumen. Alle halbgefällten Bäume weg, die Dämme abdichten und den Müll wegräumen. Und Schritt 3, der schwerste von allen: etwas ändern. Nicht mehr soviel arbeiten, sondern? Eine Band gründen? Seminare halten? Der Biber entscheidet sich schließlich für die wahrscheinlich beste Idee von allen: endlich mal ausschlafen!

Take it easy!

Der Biber hat das typische Steinbock-Syndrom: Durch Pedanterie und Dogmatismus seine Liebsten an sich fesseln und damit emotionale Sicherheit gewinnen wollen. Einfach ausgedrückt. Doch damit geht auch das typische Steinbock-Leiden einher: Einfach nicht locker bleiben können. Immer die Kontrolle behalten und alles doppelt so gut wie alle anderen machen zu wollen, ist eben anstrengend. Da darf man sich nicht wundern, wenn einen der selbstgenagte Baum plötzlich erschlägt.

Daher der Appell an alle Steinböcke dieser Welt, die sich in diesem Biber wiedererkennen: Achtung! Der Weg ins Krankenhaus ist steiler als man denkt. Egal also, ob es um eure Arbeit, euer Hobby oder eure Leidenschaft geht: Bleibt geschmeidig. Verausgabt euch nicht bis zum Äußersten und vor allem: Hört auf eure Freunde. Denn wenn die euch im Weg stehen, tun sie das manchmal nicht ohne Grund!

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Mach mal Pause, Biber
Autor Nicholas Oldland
Seiten 29
Ausstattung Hardcover/Bilderbuch
Verlag Jacoby Stuart
Jahr 2011

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