chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

About a boy

Will führt ein gutes Leben. Ein echt gutes Leben, muss man sagen. Er ist 36 Jahre alt, sieht verhältnismäßig gut aus und dank seines Vaters, der vor vielen Jahren einen lukrativen Weihnachtshit schrieb, kann er sich ein gemütliches Leben im teuren London leisten, ohne jemals dafür arbeiten zu müssen. Natürlich hat er ein großes Interesse daran, dass sein Leben genauso bleibt wie es ist. Und falls sich doch etwas ändern sollte, dann bitte nur nach SEINEN Vorstellungen.

Mütter sind die besten Dates

Auch wenn er an wirklich ernsthaften Beziehungen nicht interessiert ist, möchte er Frauen kennenlernen. Und aus irgendeinem Grund bildet er sich ein, die interessantesten Frauen seien alleinerziehende Mütter. Also erfindet er kurzerhand einen Sohn und geht zu den Treffen alleinerziehender Eltern (die zu seinem Glück fast nur aus Müttern bestehen). Dort lernt er jedoch nicht nur interessante Frauen kennen, sondern auch Marcus, einen klugen, wenngleich manchmal etwas begriffstutzigen 12-jährigen. Der lässt nicht nur Wills Familienschwindel auffliegen, sondern hält auch dann noch hartnäckig den Kontakt zu ihm, als Will von den ganzen Müttern eigentlich gar nichts mehr wissen will.

Ehe sich Will versieht, steckt er kopfüber im seelischen Kompott von Marcus, dessen suizidaler Mutter und seiner rebellierenden Freundin. Und als wäre das nicht genug, verliebt er sich ganz unvermittelt, aber umso heftiger in Rachel, die ebenfalls einen Sohn hat. So entwickelt Will gegen seinen ausdrücklichen Willen ganz allmählich echte Gefühle, auch solche, die er schon immer verabscheut hat, und sogar eine Art Familiensinn.

Turn and face the strange

Man wünscht es Will ja von Anfang an: dass sein bequemes Leben endlich mal ein paar Scherereien erfährt, dass ihm eine Frau sagt, wo es langgeht und er es begreift, dass ihm halt mal mit Karacho vor den Bug gespuckt wird. Dieser Wunsch wird einem erfüllt! Und weil es ein Roman mit Happy End ist, lernt Will aus seinen Fehlern, rafft ein paar wichtige Dinge des Lebens und denkt hinterher zumindest ein bisschen anders. Genießen tut er sein Leben immer noch. Aber dann gönnen wir es ihm auch.

Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst

Das gilt auch, wenn man eigentlich gar keine Pläne macht, weil alles wie am Schnürchen läuft. Deswegen muss der Stier aber keine Panik kriegen, wenn sich – rubbeldiekatz – scheinbar über Nacht ein paar Dinge ändern. Gewohnheiten sind ja lieb und nett, aber sie machen auch alt und langsam. Lass dich also ruhig auf ein paar Veränderungen ein, lieber Stier, sie sind bestimmt nicht so schlimm, wie sie anfangs scheinen. Stay cool, auch wenn es erstmal schwerfällt.

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel About a boy
Autor Nick Hornby
Seiten 347
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Jahr 1998

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