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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Chamäleon-Zauber

„Chamäleon-Zauber“ ist der erste Band der Fantasy-Saga von Piers Anthony um das magische Land Xanth. Eigentlich geht es um den jungen Kerl Bink, der auf der Suche nach seinem magischen Talent ist, das sich aber beharrlich verbirgt. Dabei trifft er unter anderem auf den Bösen Magier Trent – und der ist ein schönes Beispiel für die Ausgeglichenheit und Verbundenheit der Waage-Geborenen.

Aber erst einmal ein bisschen Geschichte: Der Böse Magier wurde vor 20 Jahren aus Xanth nach Mundania verbannt. Damals war Trent darauf aus, den Thron an sich zu bringen und ging dabei recht rücksichtslos vor. Sein magisches Talent ist die Verwandlung und er verwandelte alles und jeden, der sich ihm in denWeg stellte. Schießlich wurde er aber überwältigt und ins Exil geschickt, damit er niemanden mehr mit seinem Talent gefährlich werden kann. Ganz Xanth denkt an ihn als einen skrupellosen Menschen.

Xanth und die Magie

buntes Chamäleon auf Ast vor grünem Hintergrund

Bink trifft auf seiner Reise nicht nur den Bösen Magier Trent sondern auch eine junge Frau namens Chamäleon, und sie reisen fast die ganze Zeit zusammen. Chamäleon sucht nach einem Zauber, der sie heilt. Sie durchlebt innerhalb eines Monats drei Phasen, in denen sie sich auch körperlich verändert: von schön-dumm zu normal zu hässlich-intelligent. Bink verliebt sich trotzdem in die Wandelfrau.

Mundania ist unsere magielose Welt, während in Xanth jedes Wesen, egal, ob Pflanze, Mensch, Baum, Felsen etc. entweder ein magisches Talent hat oder selbst magisch ist. Trent etwa kann alles Lebendige körperlich verwandeln, Binks Vater kann Leute lähmen, andere können unsichtbare Wände entstehen lassen oder bunte Flecken projizieren. Und wie man so schon sieht, ist manch ein Talent nützlich, ein anderes – wie die Flecken – vielleicht nur hübsch. In Xanth werden dementsprechend Magier und Zauberinnen erkannt: Je nachdem, wie weitreichend ein Talent ist, umso stärker ist der Talentierte. Trents Magie ist sehr weitreichend, da er das Erscheinungsbild von allem, was lebt, dauerhaft verändern kann.

Aber in Mundania funktionieren diese Talente nicht und es gibt auch keine Schuhsträucher oder Kissenbäume, die einen mit entsprechenden Waren versorgen. Trent hat sich dort durchgebissen und an die andere Welt gewöhnt. Und er hat gelernt, dass sein Vorgehen damals falsch war – er hat sich geändert.

Trents Wiederkehr

Trent war in Mundania nicht magisch, schließlich gibt es dort keine Magie. Er hatte ausreichend Zeit, über alles nachzudenken, hat viel Neues gelernt, geheiratet, einen Sohn bekommen und Frau und Sohn auf tragische Art verloren. Und dann kam das Heimweh nach Xanth: Nach dem Tod seiner Lieben hat ihn nichts mehr im Exil gehalten. Er will zurückkommen – und wieder versuchen, den Thron von Xanth an sich zu bringen.

Dabei lernt er Bink und Chamäleon kennen. Bink wurde nach Mundania ausgewiesen, weil man sein magisches Talent nicht identifizieren kann. Trent versucht, Bink davon zu überzeugen, ihm zu helfen. Er hat große Pläne mit Xanth: diplomatische Beziehungen zu Mundania knüpfen, gezielte Einwanderungen forcieren und Xanth zur Blüte führen. Bink jedoch glaubt, der Böse Magier sei einfach wieder nur darauf aus, sich Macht zu sichern und alles ins Verderben zu stürzen.

Ein neuer guter König

Aus den unterschiedlichsten Gründen, auf die ich hier nicht eingehen will, werden die drei Weggefährten. Sie gelangen wieder nach Xanth und schließen ein Abkommen, dass sie sich erst einmal gegenseitig helfen. Trent ist immer höflich, zuvorkommend, ehrlich. Er versucht stets, Bink davon zu überzeugen, dass er nur das Beste für sein Land will. Dass er sich in den Jahren im Exil gewandelt hat. Immer deutlicher tritt zutage, dass das wirklich stimmt. Dass er seine Frau und seinen Sohn so sehr geliebt hat, dass er meint, niemand anders mehr lieben zu können. Trotzdem sieht er Bink und Chamäleon als Freunde.

Der Magier Trent ist sich seiner Stellung sehr wohl bewusst. Er weiß, dass er gut ist. Zudem gibt er sich wirklich viel Mühe, Bink von seiner Lauterkeit zu überzeugen. Er will gerne, dass sie Freunde sind und sich nicht bekriegen müssen. Es tut ihm in der Seele weh, dass Bink seinem Land so treu ist und es unbedingt schützen will, auch wenn er die Beweggründe versteht und Binks Sichtweise respektiert.

Nachdem sich am Ende des Buches alles geklärt hat und Trent wirklich der neue König von Xanth geworden ist, taucht er in ein paar der Nachfolgebände noch auf. Immer ist er der König, der weise alles steuert, ausgleichend auf erhitzte Gemüter wirkt und manchen Leuten durch seine Entscheidungen auf den richtigen Weg hilft.

Fazit für Waagen

Lassen wir mal die alten Zeiten beiseite … Waagen sind keine skrupellosen Möchtegernkönige. Nicht, dass eine von euch auf die falsche Idee kommt. Der „neue“ Trent dagegen hat vieles von der Waage: Ihm sind seine Beziehungen sehr wichtig, er will gerne, dass alles gut läuft und ist sich seiner selbst bewusst. Hier könnte sich eine Waage sogar etwas abgucken – das Selbstbewusstsein des Königs von Xanth ist so stabil, er muss sich gar keine Gedanken darüber machen. Das würde Waagen mit ihrem Wertschätzungsbedürfnis machmal gut tun.

Auch die Art und Weise, in der Trent an Themen, Probleme etc. herangeht, passt gut zu einer Waage: ordentliches Abwägen und dann erst eine Entscheidung treffen, das macht ihn aus. Wobei nicht zu vergessen ist, dass er auch immer gut informiert ist. Dann fällt das Entscheiden leichter 😉

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Chamäleon-Zauber
Autor Piers Anthony
Seiten 380
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Bastei Lübbe
Jahr 1983

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Foto: © harinaivoteza/flickr – Creative Commons License

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