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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Wassermann

Mann im Neoprenanzug krault im WasserDer Wassermann ist zwischen dem 21. Januar und dem 19. Februar geboren. Er soll den gängigen Angaben nach freiheitsliebend sein und von einer gerechteren Gesellschaft träumen. Charismatisch und einfallsreich liest man in den Beschreibungen, originell, aber auch prinzipientreu, liebenswert und unterhaltsam. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass man es hier mit einem engstirnigen Menschen zu tun haben kann oder einem Rebellen, was ja je nachdem als positiv oder negativ aufgefasst werden kann …

In diesem Spannungsfeld des Wassermanns ist es interessanter, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die einen Konflikt in sich tragen. Keine Märchen einer heilen Welt, sondern eine Geschichte, in der es darum geht, wie Gesellschaft aussehen kann, wie sich Menschen entwickeln und besser mit ihrem eigenen So-Sein zurechtkommen.

Wir empfehlen für den Wassermann:

Zwischen dir und mir die Sterne … von Darcy Woods

Wilamena Carlisle ist jung, hübsch und Waise – naja, fast, aber die Mutter starb vor vielen Jahren und der Vater ließ sich nie blicken. Aber ihr geht es gut, schließlich wächst sie bei ihrer Oma auf. Die ist eine begnadete Bäckerin und führt ein erfolgreiches kleines One-Woman-Unternehmen mit ihren süßen Köstlichkeiten. Oma und Enkelin verstehen sich prima, bis auf die Tatsache, dass Wil ihrer Oma verschweigt, dass sie ihrer Mama versprochen hat, sich immer nach ihrem Horoskop zu richten.

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Abbitte von Ian McEwan

Ein nicht mehr ganz so kleines Mädchen, ihre frisch verliebte ältere Schwester und deren Freund. Diese Dreier-Kombination ist auch in England kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs nicht weiter ungewöhnlich, aber wenn im Körper der neugierigen 13-jährigen ein Wassermann wohnt, könnte es zu Problemen kommen.

Besagte Briony wächst wohlbehütet auf einem Landsitz ziemlich in der britischen Pampa auf und muss sich eigentlich um nichts weiter Sorgen machen. Wie langweilig für den fantasiebegabten Fast-Teeanager! Schließlich ist ihr Anspruch nicht geringer als dass sie persönlich die Welt moralisch im Gleichgewicht halten möchte. Dahingehend tobt sie sich zunächst im Schreiben von Kurzgeschichten und einem Theaterstück aus. So weit, so gut. Doch dann fällt ihr das sehr merkwürdige Gebaren zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia und einem gleichaltrigen Freund der Familie auf. Und dies zwingt sie zum Handeln.

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Wer hat dich, du schöner Wald … von Marie Marcks

Ein Schulausflug mit dramatischen Folgen: Die Lehrerin Elise Sanders mit dem Spitznamen Mutter Natur (oder kurz MN) der Lehramtskanditat Peter sowie die Klasse 5b wollen im Unterricht den gesunden deutschen Mischwald erkunden. Doch zu ihrem Entsetzen ist von dem nicht mehr viel übrig – statt einer Vielfalt unterschiedlicher Bäume entdecken sie eine bestialisch gerodete Fläche und eine Schonung neu gepflanzter Fichten, alle in Reih und Glied. Die Schüler erfahren, dass hier Geld gemacht werden soll: Die Fichten wachsen schnell und können daher bald gefällt und zu allen möglichen Holzprodukten verarbeitet werden. Zwischen den geordneten Bäumen sind für den Abtransport des Holzes Asphaltstraßen angelegt worden. Der Wald ist komplett industrialisiert worden.

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Der Schmetterlingsthron von Lyon Sprague de Camp

Jorian aus Kortoli oder Jorian, König von Xylar oder Nikko aus Kortoli oder … wie auch immer er sich gerade nennt, eigentlich will Jorian nur eins: Ein einfacher Handwerker sein und mit seiner geliebten Estrildis in Frieden auf dem Land leben. Dass das nichts werden kann, ist schon lange klar – schließlich hat er verschiedene (Handwerks-)Lehrberufe ausprobiert und ist immer gescheitert.

Nichts interessiert ihn lange genug, um ihn wirklich so zu fesseln, dass er das Handwerk wirklich lernt – und auch seine Geschicklichkeit ist nicht die größte … Schließlich geht sein Vater aus lauter Verzweiflung mit ihm zu einer Zauberin. Und die findet heraus, dass Jorian eigentlich nur zu zwei Dingen taugt: Herrscher oder Abenteurer. Trotzdem: Jorian WILL (wie ein trotziges kleines Kind oder ein engstirniger alter Knacker) nicht von seinen Wünschen ablassen: einfacher Handwerker auf dem Land mit seiner geliebten Frau.

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Er war da und saß im Garten von Rhoda Levine

„Als wir einzogen, war er da. Er war da und saß im Garten.“ Mit diesen lapidaren Worten beginnt das mehrtägige Martyrium einer normalen vierköpfigen Familie irgendwo im gutsituierten Somewhere. Ein riesiger Hund – ein Bobtail vielleicht? – sitzt irgendwie aufmerksam, irgendwie desinteressiert und definitiv stoisch im familiären Garten und denkt nicht daran, zu gehen. Was ist daran Wassermännisch, mögt ihr euch fragen. Die Antwort lautet: vieles!

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Der kleine Herr greift ein von Christine Nöstlinger

Kurz gefasst

Mal wieder hat die österreichische Autorin Christine Nöstlinger tief in die Kinder-Kiste gegriffen. Herausgekommen ist ein Buch über einen Menschen, der nichts weniger als ein Wunder vollbringen will. Das nämlich, alle Kinder glücklich zu machen. Natürlich verlangt ihm diese wahnwitzig anmutende Idee alles ab. Und bringt ihn obendrein in große Schwierigkeiten. Doch zum Glück hat der keine Held auch ein paar echte Fans.

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Wachen! Wachen! von Terry Pratchett

Kurz gefasst

Samuel Mumm ist der alkoholkranke, ausgebrannte Hauptmann der ankh-morporkianischen Nachtwache. Eine traurige Gestalt, deren Talent in der Wache verkümmert. Der einen Haufen scheinbar willenloser Idioten befehligt, die allesamt nicht ernst genommen werden. Von niemandem. Die dem Verbrechen aus dem Weg gehen, statt es zu bekämpfen. Die nach dem Unheil kommen und so tun, als hätten sie alles getan, was nur ging.

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Am Rande wohnen die Wilden von Klaus Frühauf

Kurz gefasst

In „Am Rande wohnen die Wilden“ geht es um eine Expedition der Mornen an den Rand der Galaxis. Sie wollen die dort entdeckten Planeten und deren möglicherweise intelligente Bewohner untersuchen. Dort angekommen, nehmen sie Kontakt zu den „Wilden“ auf – und müssen feststellen, dass die Menschen intelligent sind und trotzdem mit Millionen Bakterien, Tieren und Pflanzen auf ihrem Planeten leben. Ganz anders, als ihr eigenes Leben aussieht.

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G.A.S. – Die Trilogie der Stadtwerke von Matt Ruff

Kurz gefasst

New York, 2023: Oberschicht vs. Unterschicht: Der trillionenschwere Großindustrielle Harry Gant plant ein gigantisches Bauwerk, das ihn unsterblich machen soll. Seine Exfrau Joan hat hingegen ganz andere Ambitionen. Zusammen mit einer Gruppe Rebellen hat sich die Journalistin dem (wortwörtlichen) Untergrundkampf gegen den Kapitalismus verschrieben, erhält aber einen weit interessanteren Auftrag: Amberson Teaneck, Firmenaufkäufer mit Heißhunger auf Gant Industries, wurde ermordet. Aufklärung dringend erwünscht, zumal alle Anzeichen dafür sprechen, dass der Mord nicht von einem Menschen, sondern von einer Erfindung Harry Gants begangen worden sei – dem mechanischen Diener.

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Foto: © Kurt Bouda/PIXELIO

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