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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Sherlock Holmes

Sherlock Holmes in "The Five Orange Pips"

Die Geschichten um Sherlock Holmes wurden meist in „The Strand“ veröffentlicht. Sidney Paget illustrierte die Geschichten. Das hier gezeigte Bild gehörte zu „The Five Orange Pips“ (Die fünf Orangenkerne).

Sherlock Holmes, Baker Street in London: Wer kennt ihn nicht, den smarten, hochintelligenten, zuweilen arroganten, schnöseligen, kokainsüchtigen Detektiv aus der Feder Arthur Conan Doyles? Der dozierend vor Dr. Watson steht und verzweifelt, weil der gute Doktor das Offensichtliche mal wieder nicht sehen kann. Man könnte meinen, das mache jeden Detektiv aus. Aber denkt doch mal an Hercule Poirot, der auch alles mit den „kleinen grauen Zellen“ macht – aber in Ruhe. Oder Miss Marple mit ihrem Witz. Ich finde, Holmes ist der Schnellste und – zumindest aus der alten Garde – der intellektuellste der Kombinierer.

Ein Bilderbuchzwilling

Holmes ist der ideale Zwilling: er liebt Gedankenspiele, hört sich selbst gerne reden, geht ein vor Langeweile, wenn er nichts zu tun hat, hat eine kreative Ader (sein Violinenspiel). Und wenn er jemandem seine Schlussfolgerungen darlegt, könnte er verzweifeln, dass alle anderen nicht so schnell sind wie er. Dass sie nicht schon bei den ersten drei Worten wissen, wohin der Gedankenstrom geht. Für Holmes ist das die Hölle, für alle anderen auch – weil sie überhaupt nicht verstehen, was der Eigenbrötler denn jetzt schon wieder hat.

Habt ihr die beiden Filme gesehen, die in den letzten Jahren in die Kinos kamen? Hier ist richtig klasse umgesetzt, wie das bei dem Schnelldenker aus London abgeht: In Sekundenbruchteilen wägt der Held ab, was welche Aktion bewirken wird, um dann ZACKPENG zuzuschlagen. Da kommt keiner der anderen mit und bevor irgendeiner kapiert hat, was El Maestro im Sinn hatte, ist der Spuk schon wieder vorbei.

Und wenn der liebe Mr. Holmes mal nichts zu tun hat, dann Gnade jedem, der ihm in die Quere kommt: maulig, missmutig, pampig, nörgelig – weil er sich zu Tode langweilt und sein Hirn zwangsweise auf Sparflamme läuft. Dann greift das Genie leider zu Kokain und ich kann nur sagen: Glücklicherweise ist nicht jeder Zwilling so! Ich kenne einige und die sind schnell, aber drogenfrei.

Ein Zwilling kommt selten allein?

Holmes kennt eine Menge Leute, hat aber nur wenige Freunde, zu denen sein Bruder Mycroft und John Watson gehören. Trotzdem wirkt er immer wie ein Einzelgänger, vielleicht, weil er immer mit Analysieren und Deduzieren beschäftigt ist. Das ist das Einzige, was meiner Ansicht nach nicht zum Zwillingtum passt, schließlich werden den Luftwesen ja auch Geselligkeit und starke kommunikative Fähigkeiten zugeschrieben.

Sherlock Holmes, egal welcher Band, ist für Zwillinge eine schöne Lektüre über einen Geistesverwandten. Für alle Nichtzwillinge ist es die Möglichkeit, sich in Ruhe mit einer Zwillingspersönlichkeit auseinanderzusetzen – ohne andauernd hinterhechten zu müssen. Schließlich kann man in einem Buch ja zurückblättern und noch mal lesen.

Interessiert? Hier die Fakten:

Heute einmal ohne genaue Angabe. Es gibt rund 60 Kurzgeschichten und Romane von Arthur Conan Doyle über den Briten, das würde hier den Rahmen sprengen … guckt einfach mal in den Buchladen oder das Antiquariat eures Vertrauens, irgendein „Holmes“ ist bestimmt vorrätig. Und da ich alle mag, will ich hier auch keine besondere Empfehlung geben.



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Foto: © Sidney Paget, Strand Magazine/Wikimedia Commons

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