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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Das Änderhaus und Dame Aiuóla

Wer?

In Phantásien gibt es ein Haus, das Änderhaus heißt. In ihm wohnt die Dame Aiuóla. Oder ist die Dame ein Teil des Hauses? Oder ist das Änderhaus ein externer „Körperteil“ der Dame? Es ist ein bisschen schwierig, zu entscheiden, was richtig ist. Tatsache ist, dass Bastian in der „Unendlichen Geschichte“ gegen Ende seiner Reise vollkommen erschöpft das Änderhaus entdeckt. Dieses Änderhaus existiert nur für Bastian.

Als Bastian das Haus das erste Mal sieht, hat es ein hohes, spitzes Dach. Das Haus erinnert ihn an einen Kürbis, weil es so rund ist und viele Ausbeulungen hat. Schiefe und krumme Fenster und eine ebensolche Haustür lassen das Änderhaus etwas schief und krumm aussehen. Doch noch während er auf das Änderhaus zugeht, verändert es sich: An einer Stelle wächst ein neuer Auswuchs, an anderer schließt sich ein Fenster etc. Es ist Sommer, Bienen und Vögel schwirren umher und die Rosen blühen. Aus dem Haus ertönt Gesang und Bastian klopft an die Tür.

Als er eintritt, trifft er auf die Dame Aiuóla, die apfelig aussieht, rotbackig, rundlich, gesund. Sie erinnert ihn an seine tote Mutter und am liebsten wäre er auf sie zugelaufen und hätte sich in ihre Arme geworfen, denn eine solche Ausstrahlung hat die Dame Aiuóla.

Die Dame isst nichts, sondern begießt sich nur mit Wasser; dies ist ihre Nahrung. Dafür wachsen Blüten und Früchte auf ihr. Das Obst pflückt sie und gibt es Bastian zu essen. Jede Frucht schmeckt köstlich und jede köstlicher als die vorherige. Währenddessen unterhält sich die Frau mit Bastian, erzählt ihm von sich und von ihm. Sie tröstet ihn und gibt ihm Geborgenheit – und sie schimpft nicht, wenn er über seine (zum Teil ganz schön unschönen) Taten erzählt, sondern tröstet ihn, dass nicht jeder Weg gerade und gut sei.

Das Änderhaus selbst verändert sich nicht nur von außen, sondern auch von innen: Es nimmt an der Kommunikation der beiden teil, indem es die Möbel größer oder kleiner werden lässt oder neue Zimmer bildet, die genau zur rechten Zeit entstehen, wenn man sie braucht. Oder es bietet neue Räume, weil es denkt, dass diese jetzt richtig sind. Bastian verbringt eine ganze Weile damit, das Haus vom „Keller bis zum Boden“ zu durchstöbern, was natürlich eine besondere Herausforderung bei einem Haus ist, dass ständig anders aussieht.

Gegen Ende seines Besuches, als Bastian sich unmerklich verändert, ändert sich auch das Änderhaus und mit ihm die Dame Aiuóla. Bastians Heißhunger auf die Früchte seiner Gastgeberin lässt nach und er findet seinen Wahren Willen. Dame Auiólas Aufgabe ist beendet, ihre Blüten sind verwelkt, alle Früchte fallen ab und sie sieht aus wie ein verdorrter Baum. Als Bastian das Haus verlässt und noch einmal zurück will, um seinen Mantel zu holen, gibt es keine Tür mehr und draußen war der Winter eingebrochen.

Was für Fähigkeiten?

Das Änderhaus und Dame Aiuóla lassen dich alle Mühen vergessen. Wenn du dort ankommst, triffst du auf ein schönes, gemütliches Haus, in dem sich die Zimmer ständig ändern. Doch das braucht dich nicht zu ängstigen, denn sie ändern sich so, wie du es brauchst – oder wie das Haus beschließt, dass du es brauchst. Fühlst du dich wie Bastain als ein kleines Kind, werden die Möbel entsprechend und du kannst dich bei Dame Aiuóla auf den Schoß kuscheln und dich wie damals fühlen, als du klein warst und deine liebe Mama dich getröstet hat.

In welchem Umfeld?

Bastian Balthasar Bux ist ein Junge, den es bei dem Versuch, die Herrscherin, die Kindliche Kaiserin, zu retten, nach Phantásien verschlagen hat. Er hat eine gefühlt jahrelange Reise hinter sich, in der er sich vom unschuldigen Kind zum teilweise fiesen Kerl entwickelte und auch wieder zurück, nachdem er eine Menge Freunde (und Feinde) verlor. Gegen Ende seiner Reise trifft er auf Dame Aiuóla und das Änderhaus – es ist seine vorletzte Station. Hier soll er seinen Wahren Willen finden, bevor er weiterzieht.

Welche Mission?

Wenn man überhaupt von Mission sprechen kann, dann in dem Sinne, dass das Änderhaus schon sehr lange auf Bastian gewartet hat. Dass es nur zum Zweck existiert, Bastian in die Arme zu nehmen, ihm Ruhe und Frieden zu verschaffen und ihm die Gelegenheit zu geben, sich auszuruhen und seinen Wahren Willen zu finden.

Wie ist das Ansehen?

In der Unendlichen Geschichte wird nichts darüber berichtet, wie das Ansehen des Änderhauses ist. Wahrscheinlich können nur die Leute darüber berichten, die das Änderhaus und seine Dame aufgesucht haben – aber es besteht ein gewisser Zweifel daran, dass sich die Leute daran erinnern.

Was noch?

In der Geschichte existiert das Haus nur für Bastian. Es bleibt offen, ob ein weiterer Reisender es wieder beziehen kann. Ich glaube jedoch, dass jeder sein eigenes Änderhaus bekommen kann, wenn er sich auf den Weg macht, ein Leben zu leben. Es gibt immer einen Ort, wo man sich gut und vertraut fühlen kann und wo man bedingungslos geliebt wird. Auch wenn dieser „Ort“ manchmal nur in einem selbst besteht.

Wie war’s?

Will ich auch haben für Winter und alle sonstigen Zeiten, in denen man sich dringend ganz geborgen und heimelig fühlen will, weil die „böse Welt da draußen“ mal wieder nicht so ist, wie es schön wäre. Wenn’s allerdings ein Änderhaus und Dame Aiuóla gäbe, müsste man auch hinnehmen können, dass das Haus einen wieder rauswirft – weil es erkannt hat, das man ab sofort wieder alleine in die große, weite Welt ziehen kann.

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Die unendliche Geschichte
Autor Michael Ende
Seiten 428
Ausstattung gebunden
Verlag K. Thienemanns Verlag
Jahr 1979

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