chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Aycharaych von Chereion

Wer?

Aycharaych ist ein Chereionite. Er hat ein menschliches Gesicht, schmal, mit einer Hakennase, aber mit goldfarbener Haut. Er hat keine Haare, aber einen Kamm aus blauen Federn auf dem Kopf. Auch die Augenbrauen sind aus blauen Federchen. Die Augen Aycharaychs sind groß und bronzefarben. Meist läuft er barfuß herum und man sieht seine klauenbewehrten Füße.

Er ist Agent der Merseianer, die in ewiger Fehde mit dem menschlichen Imperium stehen. Aycharaych selbst ist kein Merseianer – aber über mehrere Bände Poul Andersons Dominic-Flandry-Reihe hinweg, weiß keiner, wo sein Heimatplanet ist. Sein Volk scheint als einziges nicht von den Merseianern versklavt zu sein. Keiner weiß, warum er für die Merseianer arbeitet. Er spricht fast akzentlos Anglic, die Sprache des Imperiums.

Als Dominic Flandry Aycharaych kennen lernte, war es das, was man „seinen Meister finden“ nennt. Beide sind gleich intelligent und gebildet. Beide sind sehr gut in ihrem Job als Agent bzw. Spion. Und sie finden sich sympathisch. Neben der quasi-natürlichen Feindschaft, die zwischen ihnen herrschen muss, begegnen sie sich mit Respekt und Akzeptanz.

Was für Fähigkeiten?

Aycharaych ist hochintelligent und sehr gebildet. Er interessiert sich für viele Dinge, ist ein charmanter Gesprächspartner und ein erbarmungsloser Killer, wenn es sein muss. Zudem kann er Gedanken lesen, eine Fähigkeit, die er auch immer einsetzt, wenn nötig. Damit macht er Dominic Flandry eine Weile das Leben sehr schwer, da er so eine Menge Dinge erfährt, die die Menschen lieber nicht preisgeben wollten.

In welchem Umfeld?

In der ersten Geschichte mit Dominic und Aycharaych sind beide auf dem Planeten Alfzwar. Letztlich begegnen sie sich aber immer wieder in verschiedenen Ecken des Universums.

Welche Mission?

Aycharaych ist, wie schon gesagt, Agent der Merseianer. Daueraufgabe ist, Dominic Flandry umzubringen. Beide verbindet eine große Achtung vor den Fähigkeiten des jeweils anderen – und wenn sie nicht im gleichen Geschäft tätig wären, würden sie wahrscheinlich Freunde sein: Beide sind der Ansicht, dass sie noch nie in ihrem Leben auf jemanden wie den anderen getroffen seien, jemand, der geistig so ebenbürtig ist. Leider sind beide aber so loyal, dass sie auch wirklich alles daran setzen, den anderen auszuschalten.

Dominic Flandry gewinnt das „Wettrennen“, wer wen zuerst umbringt. Er kommt hinter das große Geheimnis des Aycharaych: In ihrer letzten gemeinsamen Geschichte findet Flandry den Heimatplaneten Aycharaychs – und stellt fest, dass sein Gegner der Letzte einer großen Zivilisation ist. Er bringt ihn trotzdem um und vermisst ab sofort den gleichwertigen Gesprächspartner.

Wie ist das Ansehen?

Dominic Flandry bewundert seinen Gegenspieler. Er findet, dies ist die einzige Person im ganzen Universum, der ihm ebenbürtig ist. Und zwar sowohl als Agent als auch als Gespärchspartner, um nicht beinahe zu sagen als Freund. Wenn sich beide außerhalb ihres Jobs begegnen, parlieren sie auf’s anregendste miteinander und genießen es.

Wie war’s?

Die Geschichten um Dominic Flandry sind von der üblichen „charmanter-Spion-Art“, wie sie auch die frühen James Bond ausmachen. Vergnüglich zu lesen, so nebenher. Aycharaych ist ein Highlight in diesen Geschichten um Spionage, Frauen und die besten Drinks: Ein intelligenter Fremder, den man achten kann. Der nicht einfach nur ein Bösewicht ist, sondern ein Gegner, um den es Dominic leid tut, dass er ihn als Gegner hat. Und anderherum geht es Aycharaych genau gleich. Mir tat es leid, dass der Chereionite sterben musste am Ende. Dass beide sich nicht aus ihren Bahnen bewegen konnten, weil der Preis jeweils zu hoch gewesen wäre – nämlich den eigenen Job an den Nagel hängen und sich fortan verstecken zu müssen. Und es war traurig, weil er doch der letzte seiner Art war, der letzte einer faszinierenden Welt, jetzt ausgestorben – wie so oft, wenn die Menschen und sonstige Wesen sich irgendwo herumtrieben und meinen, sie hätten recht. (ms)

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Dominic Flandry – Spion der Erde
(6 Abenteuer in einem Band)
Autor Poul Anderson
Seiten 718
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Bastei Lübbe
Jahr 1990

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