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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Brams

Wer?

Brams ist ein Kobold. Er hat nur einen Namen, wie fast alle Kobolde im Koboldland-zu-Luft-und-Wasser. Er ist etwa so groß wie ein Kleinkind. Brams wohnt in einem kleinen Haus mit netten Nachbarn, die ihm immer Streiche spielen, wenn er nach einer Mission wieder nach Hause kommt. Sein Haus hat überall Winkel, was für ein Koboldhaus ungewöhnlich ist. Alle Kobolde ziehen gerne Kapuzenmäntel an, von denen sie auch mehrere mit mehreren Farben im Schrank hängen haben.

Er arbeitet zusammen mit seinen Freunden/Kollegen Hutzel, Riette und Rempel Stilz für einen anderen Kobold. Mit zum Team gehört noch eine nörgelige Tür, mit der sie zwischen den Welten wechseln können. Sie stehlen Kühe, tauschen Kinder oder Großeltern gegen Wechselbälger (oder genauer: „Wechselta.(lg)“ in verschiedenen Stadien des Zerfalls).

Brams trinkt wie meisten Kobolde gerne Kuhmilch, die auf Kobolde die gleiche Wirkung hat wie eine Flasche Rum auf uns: Sie werden gnadenlos betrunken und machen dann komische Sachen. Brams reitet so sich und seine Kollegen immer wieder in neue Aufträge für schlechte Bezahlung rein – weil er einfach nicht widerstehen kann, wenn ihm sein Auftraggeber ein Glas Kuhmilch anbietet …

Was für Fähigkeiten?

Kobolde haben die Fähigkeit, sich so lautlos zu bewegen, so dass wir Menschen sie nicht wahrnehmen zu können. Sie reparieren gerne Sachen – und falls sie in unserer Menschenwelt zum Beispiel eine kaputte Tasse entdecken, kann es passieren, dass sie sie erst mal reparieren, bevor sie ihren Auftrag ausführen. So hat man dann vielleicht einen Wechselopa, der nur noch zickig und eklig ist, gleichzeitig aber auch eine Menge gut reparierte Schuhe, Werkzeuge, Tassen etc. Brams ist in dieser Hinsicht ein voller Kobold. Zudem verfügen Kobolde über eine beachtliche Stärke. Brams kann ein Kleinkind, das so groß und schwer ist wie er selbst, ohne Probleme über eine längere Strecke tragen.

In welchem Umfeld?

Die meisten Kobolde leben im Koboldland, das auch nicht sehr groß zu sein scheint. Sie leben hier glücklich ohne Regierung, denn die Legende besagt, dass der gute König Raffnibaff eines Tages einfach gegangen ist und den Kobolden den Rat gab, einfach viel Spaß im Leben zu haben. Und so leben sie in ihrem Land, spielen sich Streiche, berauschen sich an Kuhmilch und leben halt. Es gibt aber einige, die für Moin-Moin, Brams Auftraggeber, arbeiten und daher immer wieder ins Menschenland gehen, um dort ihren Job zu erledigen.

Welche Mission?

Im ersten Band „Die Kobolde“ von Karl-Heinz Witzko trifft man auf Brams und seinen Gefährten, als sie gerade mit der Tür unterwegs sind, um in einem Haus ein Müllerskind gegen einen Wechselbalg auszutauschen. Brams ist total genervt von Riette, die zu früh beginnt zu zählen, und macht sich Gedanken, wer sie hören könnte.

In der Geschichte verschwindet bei einer ihrer Missionen ihre Tür und die Kobolde kommen nicht mehr zurück ins Koboldland. Sie geraten in diverse unschöne Situationen, bei denen sie häufig genug als Teufel oder ähnliches von Menschen gejagt werden. Sie versuchen verzweifelt wieder in ihr Land zu kommen.

Wie ist das Ansehen?

Brams ist der erklärte Anführer der vier Teammitglieder. Er verhandelt die Jobs und ihre Bedingungen und leitet die Missionen. Aber die anderen Kobolde sind nach Brams‘ Geschmack manchmal einfach zu wenig Untergebene und machen nicht unbedingt das, was sie tun sollten: Riette beginnt zu früh zu zählen oder zählt falsch, Rempel muss noch schnell was reparieren, bevor es weitergehen kann oder Ähnliches mehr.

Was noch?

Brams ist der typische Teamleiter, der keine Ahnung hat, wie man einen Haufen individualistischer Mitarbeiter in den Griff kriegt. Solche Chefs gibt es ja leider immer mal wieder und es ist nicht so einfach, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Auf der anderen Seite sind die vier auch Freunde und das macht es auch nicht einfacher, sie zu disziplinieren. Das kann sich ja jeder vorstellen. Insofern kann man zwar sagen, dass ihm eine Weiterbildung gut täte – aber andererseits: Brams ist ein Kobold und die sind nun mal ein wenig chaotisch und spaßorientiert. Eine menschliche Herangehensweise in puncto Effizienz und Effektivitä ist quasi von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Und trotz aller nervenaufreibenden Situationen, in denen Brams seine Leute am liebsten auf den Mond schießen würde, geht ja schließlich alles gut aus.

Wie war’s?

Die Geschichte ist nett – und es ist mal eine andere Sicht auf die Kobolde. Sie sind nicht die netten kleinen hilfsbereiten Wichtelchen aus den Märchen, aber auch nicht die boshaften Ärgerer. Sie machen einfach ihren Job. Und wenn der Job sagt, tausche ein Kind gegen einen Wechselbalg aus, dann wird das gemacht. Sie denken nicht darüber nach, ob das den Menschen gegenüber gemein ist. Schließlich haben sie üblicherweise nichts mit den „Großen“ zu schaffen. Und gerade das macht sie menschlich: Sie sind nicht gut oder böse, sie machen einfach ihr Ding. (ms)

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Die Kobolde
Autor Karl-Heinz Witzko
Seiten 409
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Piper
Jahr 2007

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