chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Gurkenkönig

Wer?

Ein merkwürdig redender Gurkenmann, seines Zeiches König der Kumi Ori, von allen Mitgliedern der Familie Hogelmann (bis auf den Vater, der ihm später fast hörig wird) nur Gurkinger genannt. Sieht aus wie eine riesigen Gewürzgurke, redet wirklich wunderlich und ist äußerst eingebildet. Hält sich beispielsweise für den besten und gütigsten König der Welt, obwohl ihn sein eigenes Volk verstoßen hat. Nun ja, soll ja im Laufe der Geschichte schon öfter vorgekommen sein.

Was für Fähigkeiten?

Fähigkeiten? Keine! Er ist leidlich arrogant, spricht von sich in der dritten Person und ist sehr eitel. Kann weder zaubern, noch selbstreflexive Gedanken entwickeln und nachvollziehen, warum seine vermeintlich treuen Untertanen ihn gestürzt haben. Nebenbei klaut er wie ein Rabe, lügt und manipuliert, wo er nur kann. Ein ganzer König halt!

In welchem Umfeld?

Auf unserer Erde. Quasi unter uns. Ursprünglich aus dem wohligen Lehm eines Kellers stammend, findet er sich nach seinem Rausschmiss bei der sechsköpfigen Familie Hogelmann wieder, die er erfolgreich ins familiäre Zerwürfnis führt. Das ganze Drama steht geschrieben im Buch „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“.

Welche Mission?

Wie alle gestürzten Könige will er wieder an die Macht. Dabei soll ihn Vater Hogelmann unterstützen und für diese Hilfe irgendwann fürstlich belohnt werden. Er selbst tut reichlich wenig dafür, zumeist beschwert er sich. Das macht er allerdings sehr gut, vielleicht liegt darin eine seiner -> Fähigkeiten …

Wie ist das Ansehen?

Gemischt. Vater Hogelmann fällt irgendwann tatsächlich auf ihn herein, glaubt in ihm einen großen Machthaber vor sich zu haben und strengt sich tatsächlich an, ihm die angeblich völlig zu unrecht genommene Stellung wieder zu beschaffen. Um seine Familie anschließend selbst mit Ruhm und Reichtum überschütten zu können. Der Rest der Familie beobachtet das Treiben mindestens mit Skepsis. Großvater ist total dagegen, die beiden älteren Kinder auch, nur der Jüngste kann dem Ganzen durch den gewissen Märchenfaktor bis kurz vor Ende noch etwas Reizvolles abgewinnen. Die Mutter steht kurz vor dem Burn-Out, da sie ihre Familie am Einfluss eines sprechenden Gemüses zu zerbrechen sieht.

Was noch?

Es ist tatsächlich chaotisch. Stellenweise konnte ich als Kind kaum weiterlesen, da mir das totale Durcheinander, in dem nicht nur der Gurkenkönig, sondern auch ganz normale pubertäre Probleme der beiden älteren Kinder und andere typisch familiäre Schwierigkeiten eine Rolle spielen, sehr nahe gegangen sind. Tatsächlich ist das Buch auch noch sehr hintersinnig und abstrahiert gesellschaftliche Probleme wie Versagensangst in Schule und Beruf, Generationsprobleme und Liebeskummer.

Wie war’s?

Superkracher. Echt, es ist saukomisch den Eskapaden der Gurke, der Hilflosigkeit der Mutter und den sarkastischen Äußerungen des Großvaters zu folgen. Alles sehr pointiert und witzig beschrieben aus der Sicht von Wolfgang Hogelmann Jr., dem Mittleren der Kinder, den man im Verlauf der Geschichte immer öfter in den Arm nehmen und an einen besseren Ort bringen möchte!

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Wir pfeifen auf den Gurkenkönig
Autor Christine Nöstlinger
Seiten 160
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Rowohlt (rotfuchs)
Jahr Erstauflage 1977, jetzt 45. Auflage

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