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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Personal in der Schule

Personal ist unerlässlich in der Schule, erst recht im Internat. Irgendjemand muss den Schülern ja Wissen in die Köpfe bringen, also müssen Lehrer und Lehrerinnen her. Meist gibt es auch noch ein Sekretariat und auch einen Hausmeister. Und wer putzt die Klasse und die Klos? Also gibt es auch Putzmenschen. Und neuerdings gibt es an diversen Schulen auch Köche und Köchinnen sowie das entsprechende Servicepersonal, denn die Kinder und Jugendlichen müssen ja auch was zu Mittag bekommen.

Menschen in der Schule_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de

Personal in der Schule sieht oft erstmal harmlos aus…

Im Internat sind neben all diesen Menschen oft auch noch Erzieherinnen, Ärzte, Krankenpfleger und Gärtner angestellt und last but not least muss auch die Wäsche gewaschen werden. Schaut man sich Seiten von real existierenden Internaten an, lernt man schnell, dass das auch im echten Leben so ist.

Wir wollen euch hier einige Angestellte vorstellen, die wir bei unserer Lektüre besonders beeindruckend fanden.

Hausmeister

Argus Filch ist der Schrecken der meisten Hogwarts-Schüler. Grimmig, mufflig und miesepetrig ist er gerne auf der Suche nach Schülern, die Fehler machen oder sich nicht an die Regeln halten. Die haut er dann mit Genuss in die Pfanne und schwärzt sie bei den Lehrern an. Am liebsten würde er sie foltern, aber zu seinem großen Bedauern wird ihm das immer wieder von Professor Dumbledore untersagt. Unterstützt wird er von seiner Katze Ms. Norris, die ebenfalls gerne überall herumschleicht, und – zumindest manchmal – von Peeves, dem Poltergeist. Den hasst er aber auch, denn Peeves bringt jede Menge Unordnung in die Dinge. Allerdings ist Filch irgendwie auch ein armer Tropf: Er hat keine Zauberkräfte, was er aber vor allen verheimlicht – bis Harry Potter es eines Tages durch Zufall herausfindet. Und als seine Katze versteinert wird, ist er wirklich erschüttert – so ganz ohne Herz läuft der Hausmeister also doch nicht herum.

Miesepetrige Hausmeister sind scheinbar an der Tagesordnung. Auch Mr. Weedon von der Bloor-Akademie ist so ein Ekelpaket. Übrigens nicht alleine: seine Frau arbeitet als Köchin in dem Internat und ist genauso fies. Weedon ist den Betreibern der Schule, Familie Bloor, absolut ergeben und somit auf der Seite der Bösen. Zudem ist er wie Filch keiner, der nett oder höflich ist. Anscheinend wird gerne vergessen, dass man auch als böser Zeitgenosse manches Mal mehr der finsteren Ziele erreichen kann, wenn man sich Kinder gewogen macht. Aber Hausmeister haben in der Regel keine pädagogische Ausbildung und so ist zumindest in der fantastischen Welt klar, auf wessen Seite der Mensch steht. Sonst hätten es Charlie Bone und seine Freunde vielleicht schwerer …

Eine etwas andere Sorte Hausmeister gibt es in Burg Lindenberg: Herr Robert Radtke ist zwar ebenfalls ein grummeliger, wortkarger Zeitgenosse, der auch gerne mal rumgiftet und unhöfliche Anfälle hat. Die Lindenberger Mädchen sind sich daher nicht sicher, was sie von ihm halten sollen. Gerüchteweise hat Hausmeister Radtke schon im Gefängnis gesessen – und so trauen ihm alle möglichen Leute auch alles mögliche zu. Typisch vorurteilsmäßig. Anderen Gerüchten zufolge soll er in der Fremdenlegion gewesen sein, was ja mindestens so geheimnisumwittert ist wie die Sache mit dem Knast. Und außerdem hört er immer und gerne Rockmusik und Heavy Metal – das passt wieder ins Schema …

Schlussendlich entpuppt sich der Meckerbolzen aber als ganz cooler Typ: Als plötzlich ein Gespenst in der Burg umhergeht, ist Radtke im engeren Kreis der Verdächtigen einer Mädchengruppe, die den Erschrecker gerne dingfest machen wollen. Immerhin treibt sich der Hausmeister nachts auf dem Dachboden herum und pöbelt auch noch die stellvertretende Direktorin an. Ganz am Ende stellt sich jedoch heraus, dass er Schleiereulen schützen will, die auf dem Speicher nisten. Da ihm Direktor Dr. Senftenberg das aber nicht glaubt, wollte er Fotos machen, um dem Direktor seine Vermutung beweisen zu können. Der will nämlich die Dachluken zumauern lassen – und dann könnten die Schleiereulen ihren Nachwuchs nicht mehr versorgen. Zudem hilft er einigen Mädchen, als eine von ihnen in dem Versuch, einen Reiterhof zu retten, alle Pferde aus ihren Ställen gelassen hat, die Tiere wieder einzufangen – mitten in der Nacht!

Diener

Neben den Hausmeistern gibt es auch sonstige Diener, vor allen Dingen in den Internaten. Am beeindruckendsten ist die Geschichte der Hauselfen. Hauselfen sind kleine, magische Geschöpfe, die man sich prima zunutze machen kann: Man bekommt sie von einer Abteilung des Zaubereiministeriums zugewiesen und sie fühlen sich fortan für dich und deinen Haushalt verantwortlich, sind loyal und tun, was du von ihnen willst. Man nimmt sie sozusagen als Leibeigene und die Regel besagt, dass man ihnen Kleidung schenken muss, will man ihnen die Freiheit geben. Ist man so drauf wie Familie Malfoy, wird man so etwas natürlich nie und nimmer tun. Schließlich haben Leute wie die Malfoys keinerlei Interesse daran, ein Wesen, das sie unterdrücken können, freizulassen.

Aber auch weniger sadistische Naturen wie Ron machen sich keine Gedanken über Hauselfen. Es gibt sie, sie arbeiten, sie wollen so leben, fertig. Und da ist auch etwas dran: Die meisten Hauselfen finden allein die Idee, frei zu sein, widerwärtig und abstoßend. Da muss erst Hermine kommen, die sich Gedanken macht und die Initiative ergreift, vor allen Dingen, als sie erfährt, dass selbst Hogwarts unter seinem netten Schulleiter Dumbledore Hauselfen „beschäftigt“. Wie Hermine es richtig sieht, haben die kleinen Wesen viel Arbeit, keine Bezahlung und keine Rechte. Auch Dobby, der trickreich freigelassene Hauself, spürt die Zerrissenheit. Seine Artgenossen bewundern ihn etwa nicht, sondern finden ihn sehr komisch. Und auch er selbst lernt nur schwer, eigenständig zu sein – er handelt sogar sein Gehalt wieder herunter.

Jean (näselnd aussprechen!) ist der Diener Graf von Schreckensteins, des Hausherren der Burg Schreckenstein. Jean heißt eigentlich Hans, aber damit es vornehmer klingt, hat er sich das französische Pendant geborgt. Das näselnde, stolzierende und stets vornehm tuende Faktotum des Grafen ist Freund und Feind der Ritter in einem.

Einerseits mault er die Jungs ständig an, sie sollen dem gräflichen Burgteil nicht zu nahe kommen. Er verdächtigt sie bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit, an den Dingen schuld zu sein, die er sich gerade nicht erklären kann. Auf der anderen Seite ist er der beste Kumpel – wenn es gerade mal in seinen Kram passt. Insofern ist er nicht so einfach zu nehmen, aber die Jungen kennen ihren Pappenheimer und wissen, wie man mit ihm umgehen muss.

Krankenschwester Madam Pomfrey

Bei uns war es ja so, dass wir keine Krankmeldung vom Arzt in der Schule vorlegen müssen. Mama oder Papa schreiben eine Entschuldigung – und in der Oberstufe, ab 18, konnten wir uns selbst entschuldigen. Manchmal war das ja ganz gut, wenn man etwa zu lange mit den Kumpels gefeiert hatte … In den Schulen der Literatur ist das mal ganz genauso, manches Mal aber auch ganz anders.

Im Internat herrschen sowieso andere Regeln, schließlich sind die Kids ja die ganze Zeit da. Schummeln ist da von vornherein schwierig. Und so gibt es eine Krankenstation, die zumindest für die geringeren Wehwehchen taugt. Ins Krankenhaus kann man immer noch gebracht werden. Oder der Arzt kommt, wie im Fall von Dollys Klassenkameradin Susanne ins Haus und verarztet den entzündeten Blinddarm.

Wer aber oft vor Ort ist, ist eine Krankenschwester. Die wohnt dann mit im Internat und hat so viele medizinische Kenntnisse, dass Erkältungen in jedem Fall behandelt werden können.

Eine solche Krankenschwester ist Madame Poppy Pomfrey in Hogwarts. Naja, eigentlich ist sie Heilerin, denn in der magischen Welt gibt es nur Heiler – alles andere braucht man auch nicht. Madame Pomfrey kann fast alles wieder richten, was sich die Bewohner von Hogwarts so tun: Alle Knochen beim Quidditch gebrochen? Egal, schluck ein bisschen Skele-Wachs, dann wächst alles von selbst nach, inklusive Knochen, Sehnen, Nerven etc. Tut allerdings ganz schön weh und dauert eine Weile. Schneller geht’s mit dem Zauberspruch „Episkey“, der ratzfatz einen Knochen, einen Schmiss oder was auch immer heilt. Zur Vorbeugung bei Erkältungen gibt es „Aufpäppeltrank“ und mit dem Blutbildenden Trank gibts neuen Lebenssaft. Bei ganz schweren Zauberverletzungen überweist Madame Pomfrey ihren Patienten allerdings auch ins Zauberer-Krankenhaus. Leider sind die Zauberer ja so geheimnisvoll und wenden all ihr Können nicht bei uns unmagischen Erdbewohnern an. Schade eigentlich.

Krankenpfleger gibt es übrigens unseres Wissens noch nicht in Internaten – da hinkt die Gleichberechtigung hinterher …

Direktoren

Keine Schule ohne Direktion. Schließlich muss ja irgendeiner den Überblick darüber behalten, was die Schüler und auch die Lehrer so anstellen. Dabei sind Direktoren und Direktorinnen manchmal echt merkwürdig oder humorlos. Vergleicht man etwa Direktor Meyer, genannt Rex und seines Zeichens Leiter der Schule auf Burg Schreckenstein, mit Frau Doktor Adele Horn – Direktorin des Mädcheninternats Rosenfels (auf der anderen Seite des Sees von Schreckenstein aus gesehen), kennt man schon zwei Seiten der Medaille: Während der Rex einen demokratischen Führungsstil pflegt, seinen Jungs viel Freiheit lässt und sie dazu anhält, zu eigenständigen und verantwortungsbewussten Bürgern heranzuwachsen, macht „die Horn“ gerne von ihrer Autorität Gebrauch und lässt die Mädels zur Strafe Kartoffel schälen oder Böden schrubben. Spaß ist nicht ihre Sache. Allerdings beeindruckt es sie doch ziemlich, wenn die Schreckensteiner Ritter für ihre Missetaten einstehen und sich höchstselbst entschuldigen.

„Hallo, du musst, Poppy sein. Komm, wir brauchen jetzt was Süßes.“ Das ist das erste, was Poppy Pym von ihrer Direktorin hört, als sie sich bei ihr melden soll für ein Kennenlern-Gespräch. Und dass Miss Baxter glaubt, dass es ein Drei-Bonbon-Gespräch wird. Jemand, der so zu Schülern ist, kann definitiv kein mieser Schulleiter sein! Miss Baxter hat ein rundes, sommersprossiges Gesicht, umrahmt von dunklem Haar, das sie gerne Mal mit einem Stift hochsteckt. Ihre Hände sind oft tintenfleckig – also nicht so richtig schulleitermäßig. Außerdem kann sie auf zwei Fingern pfeifen, was sie durchaus auch tut, wenn sie die Aufmerksamkeit der Kinder haben will. In ihrem Schreibtisch gibt es Schubladen voller Bleistiftspäne oder Murmeln und man fragt sich, warum???

Miss Baxter hat viel Verständnis für ihre Schützlinge, Humor und auch eine gewisse Abenteuerlust. Trotzdem: Bei schlechten Streichen oder derben Regelverstößen kennt sie kein Pardon. Dann werden ihre sonst so lustigen Augen stahlhart und die Strafe fällt entsprechend aus.

Merkwürdig gebärden sich die beiden Direktoren Herr Dr. Senftenberg und Heribert Siegmann: Dr. Senftenberg vom Mädcheninternat Lindenberg hält sich am liebsten aus allen Schuldingen heraus und lässt seine Stellvertreterin Frau Behrens alles erledigen. Lediglich bei repräsentativen Aufgaben taucht er auf. Ansonsten ist er nur selten anzutreffen. Dr. Senftenberg widmet sich, wie alle wissen, in seinem Turmzimmer dem, was ihm wirklich am Herzen liegt: seiner Bonsaizucht. Dazu trinkt er Tee und wartet auf den Tag, an dem er in Pension gehen kann. Interessieren sich Eltern für das Internat, erzählt er ihnen auf langweilige Art irgendetwas, um sie dann an seine Stellvertreterin zu verweisen. Als es jedoch im Internat spukt, taucht sogar der Minibaumliebhaber auf und schreibt einen Bericht, damit sich die Eltern der Mädchen keine Sorgen machen müssen. In dieser Hinsicht ist er nämlich ein ganz korrekter und ordentlicher Mensch.

Direktor Siegmann von der Wintersteinschule trägt Anzug, aber gerne mal mit einem fliederfarbenen Hemd. Auch er mag Pflanzen, am liebsten in ihrer größten oder höchsten Form: In Band 1 der „Schule der magischen Tiere“ versucht er beispielsweise, einen Riesenkohlrabi zu züchten, um damit einen örtlichen Wettbewerb zu gewinnen. Und so stehen in der Schulbibliothek nicht nur Bücher, sondern auch diverse Kohlrabipflanzen. Die fallen, bis auf einen, allerdings einem Saboteur zum Opfer – sehr zum Leidwesen Herrn Siegmanns. Ansonsten ist er durchaus ein noch tätiger Schulleiter, nicht so wie sein Lindenberger Amtskollege. Er verteilt Elternbriefe und macht sich Sorgen, als rund um die Schule lauter Löcher auftauchen, die sogar die Statik des Gebäudes gefährden. Er hört bei der neuen Lehrerin zu und schaut so, ob sie auch wirklich was taugt.

Lehrer

Tafel Lehrer_by_knipseline_pixelio.de

Die beste Nachricht für alle Schüler und Schülerinnen: Die mieseste aller Lehrerinnen ist weg!!!! Allen Schülergöttern sei Dank!!! Glücklicherweise wurde sie von zwei beherzten Lokomotivführern ausgetrickst und überwältigt. Frau Mahlzahn, wie sich der Drache nannte, war nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz und gar wörtlich ein Vollblutdrache, wie er im Buche steht: hässlich, alt, miesepetrig, gemein, sadistisch und unendlich intelligent und klug. Und mit einem angsteinflößenden einzelnen langen Zahn ausgestattet.

Man könnte ja was von ihr lernen, der alten Hexe. Aber Frau Mahlzahns „Internat“ sah so aus: In einem mehrstöckigen Steinbau in der Alten Straße 133 in der Drachenstadt Kummerland, im dritten Stock, war die Behausung des riesigen Drachen. Und dort gab es auch zwei Räume, in denen ihre Zöglinge untergebracht waren. Ein Raum mit steinernen Betten, ein winziges Fensterchen ganz oben, keine Bettdecken, keine Waschräume, keine Zahnbürsten und auch keine Kuscheltiere. Einzig noch ein großer Stuhl, in dem der Drache abends saß und die Kinder bewachte. Zu essen gab’s Brot und Wasser. Ein Klo? Keine Ahnung, ob es ein Klo gab … Und dann die Schule: Im „Klassenzimmer“ steinerne Bänke und Tische. Die Kinder wurden an die Bänke gekettet und mussten den ganzen Tag von früh bis abends lernen.

Und wehe, du konntest das Einmaleins nicht: Dann gab’s Dresche, und zwar deftig.

Warum Eltern ihre Kinder dorthin schickten? Taten sie nicht. Niemand wusste von der Schule, außer die Drachen natürlich. Nein, Frau Mahlzahn ließ die Kinder von der berüchtigten Piratenbande „Die Wilde 13“ rauben und dann gab’s Zwangsunterricht.

Die Schreckensteiner Lehrer sind im Vergleich dazu einsame Spitze – und auch im Vergleich zu vielen anderen Lehrern, die es in den Buchschulen so gibt. Als Beispiel mag Doktor Schüler dienen, der rasende Lateinlehrer: Er hat eine Vorliebe für schnelle Autos, spielt aber auch gerne Schach. Und so malen die Schüler von Zeit zu Zeit eine verzwickte Schachsituation an die Tafel und der Lehrer spielt gegen die Klasse die Partie zu Ende. Die Bedingung? Wer was sagt, sagt es auf Latein!

Eine tolle Lehrerin ist auch Fräulein Lundgren. Sie unterrichtet alles für alle in allen Klassen. Da die Schule aber auch sehr klein ist, ist das machbar. Denn sie hat nur ein paar Kinder aus Storbü, wo die Schule ist, und die sechs Kinder aus Bullerbü. Die müssen jeden Tag, sommers wie winters, in die Schule laufen.

Die Lehrerin ist sehr nett und verständnisvoll, aber auch streng, wenn es notwendig ist. Als es eines Tages im Winter anfängt zu schneien, singt sie mit den Kindern erst „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und dann schickt sie die Kinder aus Bullerbü vorzeitig heim, damit die auch gut nach Hause kommen können. Und als Lisa ihr Lämmchen einmal mit in die Schule bringt, ist das auch ok, sie lacht sich genauso wie die anderen Kinder schlapp, als das kleine Schaf seine Nase in den Klassenraum steckt. Allerdings verbittet sie sich weitere Tierbesuche, als Lisas Bruder meint, er könne ja am kommenden Tag den Stier mitbringen.

Fräulein Lundgren wohnt auch gleich im Schulhaus, über dem Klassenzimmer. Sie hat dort ein hübsches Zimmer mit einem Klavier darin und vielen Büchern. Dazu gibt es noch eine Küche. Als sie eines Tages krank ist, können die Kinder von Bullerbü das nicht mitbekommen, da sie noch kein Telefon haben. Als sie vor verschlossener Schultüre stehen und feststellen, dass ihre Lehrerin krank ist, helfen sie ihr gleich und kochen sogar für sie. Und die Mädchen kommen am nächsten Tag wieder und pflegen die Kranke. So gern muss man als Lehrer erst mal gemocht werden …

Ex-Lehrer

Ex-Lehrer sind wie Lehrer, nur besser. Erstens, weil sie einem keine Noten mehr geben können und zweitens, weil man sie eher nicht mehr in der Schule antrifft, wo alle 1.200 Schüler*innen etwas von ihnen wollen, sondern man sie stattdessen woanders trifft und sich gemütlich mit ihnen unterhalten kann. Nicht unbedingt besser sind sie dann, wenn sie einen als Schüler noch gut in Erinnerung haben – weil man selbst noch gar nicht so lange Ex-Schüler ist – und die gemütliche Unterhaltung in einen Vortrag in Sachen Demut, Lerneifer und Zukunftsvisionen ausartet. Der arme sechzehnjährige Holden Caulfield besucht seinen ehemaligen Lehrer an dem Internat, von dem er gerade geflogen ist. Holden hat es geschafft, in vier von fünf Fächern durchzurasseln, unter anderem in Geschichte, unterrichtet von Mr. Spencer. Bei Mr. Spencer sitzt er nun an seinem letzten Tag, bevor er in die Weihnachtsferien nach New York entflieht, in dessen Wohnung, um sich zu verabschieden. „Old Spencer“ ist um die siebzig und hat derzeit die Grippe. Das bedeutet, er sitzt im Bademantel in seinem Sessel (Holden sitzt auf dem Bett), hustet, bohrt in der Nase und redet. Holden selbst hat ziemlich schnell keine Lust mehr, dort sitzen zu bleiben, aber er kommt auch nicht aus der Nummer raus. Wobei ohnehin ziemlich unklar ist, warum ihn Holden überhaupt besucht – eine besondere Bindung zwischen den beiden ist in dem recht kurzen Kapitel jedenfalls nicht spürbar. Vielleicht gehört es einfach zur Tradition des altehrwürdigen Internats namens Pencey Prep, das Holden nun verlassen und dem er voraussichtlich keine Träne nachweinen wird.

Jedenfalls kommt Holden am letzten Tag bei Old Spencer vorbei, um Tschüss zu sagen, obwohl er eigentlich keine Lust hat. Zwar mag er den alten Lehrer auch ein bisschen, aber befürchtet angesichts des Besuchs das Schlimmste und das tritt dann auch ein. Old Spencer liest ihm seine letzte, aus wenigen Zeilen bestehende Klausur vor, dazu das traurige Anschreiben, in dem Holden schreibt, dass Spencer ihn ruhig durchfallen lassen könnte, und fragt ihn im Anschluss daran, was aus ihm denn wohl mal werden soll. Holden, der empfindsame Teenager, wird sofort deprimiert und will da weg. Doch es dauert noch eine gefühlte Ewigkeit und einen abgelehnten Kakao, bis ihm das endlich gelingt. Nein, er weiß auch nicht, wie es weitergehen wird. Nein, mit seinen Eltern hat er noch nicht gesprochen. Ja, er wird das alles bereuen. Undsoweiterundsofort.

Old Spencer ist tatsächlich besorgt um seinen ehemaligen Schützling. Aber das allein nützt einem pubertierenden Schulverweigerer nichts. Holden will nicht wissen, dass alles Scheiße ist und den Bach runter geht, das weiß er schon. Weil aber der alte Lehrer sich pädagogisch nicht besonders auskennt, fällt auch ihm nichts anderes ein als die alte Leier, das Leben sei ein Spiel, nach dessen Regeln man spielen muss. Ich wette, er wusste es heimlich besser.

Köche und Köchinnen

Pelikane warten auf Futter_by_Wolfgang Colditz_pixelio.de

Schulkinder satt zu kriegen, ist eine große Herausforderung!

Im Internat Lindenberg werden die Mädchen von Frau Grundmann versorgt – und ihre Lasagne mögen die besonders gern. Aber die selbstgemachten Ravioli sind auch prima. Und am ersten Abend nach den großen Ferien gibt sich Frau Grundmann immer besonders viel Mühe, die hungrigen Mäuler nicht nur satt zu kriegen, sondern auf leckere Weise den Magen vollzumachen.

In Saint Smithen’s regiert Mrs. Barnfield die Töpfe und Pfannen – und sie macht schmackhafte Sandwiches für die Lunchpakete, die die Schüler sich am Wochenende nehmen dürfen, um draußen zu picknicken. Der Schokokuchen ist auch prima. Außerdem sammelt sie Briefmarken – und freut sich, dass Poppys Freundin Ingrid sich damit ebenfalls auskennt. Das gibt natürlich dann ’ne Extraration Kuchen 🙂

Heini ist auf Burg Schreckenstein der Retter aller verhungernden Ritter: Die Jungs im Wachstum haben immer und ständig Hunger, und zwar großen Hunger! Allerdings ist es ja auch so, dass sie neben Mathe und Geschichte jede Menge körperliche Ertüchtigung haben, sei es beim Sport oder beim Helfen im Gemüsegarten oder dem Bootsbau etc. Da muss die Energie wieder aufgefüllt werden. Und Heini kann das ganz prima, schließlich kommt er aus einer Gastwirtschaft und weiß, was eine große Portion ist. Und kochen kann er so gut, dass die Schreckensteiner manchmal denken, es gäbe schon wieder ein Festessen. Sie spachteln, was das Zeug hält, geben den Speisen neue Namen und stellen Rekorde auf: acht Eier in Senfsoße oder zehn Dampfnudeln mit Vanillesoße und so fort. Heini versteht sich übrigens gut mit den Schülern, sie unterhalten sich auch mal so und die Jungs helfen z.B. beim Unkraut jäten im Schulgarten.

Eine Köchin ganz besonderer Art ist Treasure: Sie ist eine Glücksbringerin. Das bedeutet, wer in ihrer Nähe ist, empfindet Frieden und Entspanntsein und ihm oder ihr gelingen Dinge. Ihre Schwester Pearl hat die gleiche Gabe. Leider hat das nicht nur zum Guten geführt. Denn die beiden Schwestern haben ihrem Vater, einem Fischer so viel Glück beim Fang gebracht, dass sich die Familie eine Insel kaufen und ein schönes Haus errichten konnte. Das hat bei einem widerwärtigen Wassermagier zu Begehrlichkeiten geführt: Er wollte unbedingt eine der Schwestern heiraten, um ihre Gabe zum Gelingen seiner Machenschaften zu missbrauchen. Sowohl der Vater als auch die beiden Schwestern verweigerten sich – und der schlimme Magier vernichtete die Eltern der jungen Frauen samt Heim und allem. Auch die Bräutigame, Seemänner, fielen dem Miesling zum Opfer.

Aber Pearl und Treasure gaben nicht auf und machten es sich zur Aufgabe, überall da zu helfen, wo Menschen ihre Gabe brauchen. Und so wohnt Pearl als Haushälterin bei Charlie Bones Uropa und Treasure wurde Köchin des Musikzweiges in der Bloor-Akademie. Dort gibt es schließlich genug Kinder, die Fürsorge und Aufmunterung brauchen.

Die Köchin logiert offiziell in einem kleinen schäbigen Zimmer, in Wirklichkeit hat sie sich aber in abgelegenen Räumen in dem Internat ein gemütliches Refugium geschaffen. Das kennen nur ganz wenige Bewohner – und wenn sie dort sind, entspannen sie sich, finden es heimelig und fühlen sich oft wie in einer Art Kurzurlaub. Mit ihrer Anwesenheit sorgt die Köchin mit für das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse.

Unklar bleibt, warum es trotz der Köchin und ihrer Absicht, Gutes für die Kinder zu tun, so oft schlechtes Essen im Bloor gibt …

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Fotos: © Schulpersonal: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de
Schultafel: knipseline  / pixelio.de
Pelikane: Wolfgang Colditz  / pixelio.de

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