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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Haustiere

Tiere können treue Gefährten sein. Bei Hunden stellen wir das nie infrage, bei Katzen und ihren eigenen Köpfen schon eher. Vögel sind sicherlich total treu und anhänglich, können aber ganz schön weit über einem schweben. Und Schafe, Eichhörnchen und Dodos treten so selten als Haustiere in Erscheinung, dass sie äußerst schwer einzuschätzen sind.

Haustiere, so möchten wir dieser Aufstellung voranstellen, sind nach unserer Definition Tiere, die a) jemandem gehören, b) auch Gefährte*in für diesen jemand darstellen und die vor allem c) im Großen und Ganzen noch Tiere sind und sich wie Tiere verhalten. Die eben nicht zaubern können oder Reden halten oder sich Turnschuhe anziehen. Sicherlich agieren manche von ihnen ein bisschen „intelligenter“ oder auch einfach domestizierter als dies typisch für ihre Art ist (es gibt nicht viele Eulen, die die Post bringen), aber unterm Strich sind es noch Tiere.

Haustiere geben oft einen guten Einblick in den Charakter des Besitzers. Denn nicht nur die Frage, welches Tier ein Mensch für sich erwählt (oder umgekehrt, siehe weiter unten), lässt tief blicken, sondern auch, was der Mensch in seinem Haustier sieht. Es könnte nämlich sein, dass die Menschen einen völlig falschen Eindruck von ihren tierischen Freunden haben. Um das genauer unter die Lupe zu nehmen, lassen wir mal ein paar Haustiere zu Wort kommen.
Es stellen sich vor:


Ich heiße: Hedwig
Ich bin eine: Schneeeule
Ich gehöre: Harry Potter

Schneeeule schreit

Wenn Harry mich mal wieder ignoriert, werde ich sauer!

Ich bin ein klassisch gekauftes Haustier. Harry hat mich von seinem Freund Hagrid geschenkt bekommen und seitdem gehöre ich ihm. Es ist kein besonders schönes Gefühl, ein Geburtstagsgeschenk zu sein, aber ich bin im Nachhinein froh, dieses Los gezogen zu haben. Harry und ich sind ein gutes Team.

Harrys Freunde finden mich ganz furchtbar hübsch und wollen mich immer unterm Schnabel kraulen, aber ich mag mich gar nicht so gern anfassen lassen. Ich glaube, ich bin kein klassisches Kuscheltier. Dafür fliege ich gern durch die Natur. Ich liebe die Wälder um Hogwarts herum, da gibt es meistens etwas Leckeres zu jagen.  Wenn wir in Hogwarts sind, lebe ich gar nicht bei Harry, sondern in der Eulerei mit den anderen Eulen zusammen. Da darf ich kommen und fliegen, wie ich möchte. Das ist super.

Die Jagd muss ich natürlich in Einklang mit meiner Arbeit bringen. Wie die meisten Eulen bin ich für die Zustellung der Privat- und Geschäftspost meines Besitzers verantwortlich. In Harrys Fall bedeutet das, dass ich ab und zu ganz schöne Hammerbriefe durch die Luft trage. Harry ist ja nicht überall beliebt, da kann auch schon mal ein Heuler dabei sein.

Eigentlich geht es mir wirklich gut. Nur wenn Harry keine Zeit für mich hat, weil er mal wieder um sein Leben fürchtet, oder eine andere, angeblich unauffälligere, Posteule nimmt, bin ich ganz schön angepisst. Dann drehe ich meinen Kopf so weit weg von ihm wie es nur geht und der Zauberlehrling muss sich was einfallen lassen, um mich zu besänftigen. Der Wurstkopp.

Buch: Harry Potter, Band 1-8


Ich heiße: Bootsmann
Ich bin ein: Bernhardiner
Ich gehöre: Tjorven

Bootsmann - ein Bernhardiner

Würden Sie mich erschießen? Also wirklich …

Also, ja, also ich werde Bootsmann genannt. Ich bin ein Hund, ein ganz großer. Warum alle zu mir Bootsmann sagen, ist mir schleierhaft – aber naja, Menschen eben. Und mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ist ja nicht böse gemeint.

Ich wohne am Meer. Auf so einem größeren Felshuckel mit Wald und Wiesen darauf. Und mit Häusern. Ich wohne in dem Haus, in dem auch Tjorven wohnt. Eigentlich machen wir Bernhardiner ja in Bergwacht. Aber Berge gibt es hier auf unserer Insel nicht. Also wache ich über den Kaufmannsladen und über Tjorven und ihre Freunde. Das ist – will man es so sagen – ein ganz guter Job. Immer was zu essen und jemanden, der einem das Fell krault und einem sagt, dass man der beste Bootsmann der Welt ist. Oder der „liebe Nödelhund“. Das sagt Tjorven immer. 

Ich mag Tjorven. Ich mache alles für sie. Das hängt nicht nur mit der Frauchen-Hund-Nummer zusammen. Nein, wir sind wirklich Freunde. Und so schleppe ich zum Beispiel ihr Boot ab, wenn sie mal wieder die Paddel verloren hat. Ich höre mir geduldig ihr Gejammer an, wenn sie sich darüber aufregt, dass ihre Schwestern mich zu einem Ausflug mitgenommen haben (ganz ehrlich: ich habe einen 24-h-Job, da darf man doch auch mal einen Tag raus, oder???). Aber da ist sie dann biestig drauf und blökt ihre Schwestern an. Naja, Menschen halt, oder?

Manchmal ist es aber auch merkwürdig mit den Menschen: Neulich bekam Tjorven einen Seehund. Und der Blödmann hat sich immer breiter gemacht. Und da sollte ich dann plötzlich nicht mehr im Zimmer von Tjorven schlafen. Und gespielt haben sie dann alle auch nicht mehr mit mir. Der Seehund war aufregender. Aber: Sind halt noch Kinder. So habe ich mich in die Sonne vor’m Laden gelegt und mir von Tjorvens Papa den Schädel klopfen lassen. War fast wie Urlaub.

Und irgendwie war das auch ganz gut so. Sonst hätte ich gar nicht mitbekommen, wie der Fuchs über die Insel streicht und an alle Hühner und die Lämmer ranwill. Dem habe ich’s gezeigt. Gejagt habe ich ihn nachts. Leider war das auch das Falsche. Sie hatten mich nämlich gleich im Verdacht, dass ich Tott ins Bein gebissen habe. O Mann!!!

Das war dann wirklich voll blöd, denn sie wollten mich sofort erschießen. Ohne Anwalt und Verfahren. Wenn ein Hund ein Schaf reißt, darf er nicht mehr leben, haben sie gesagt. Also, wir von der Bergwacht sehen das doch etwas differenzierter! Glücklicherweise hat der alte Södermann den Fuchs dann gesehen. Und noch besser: Tjorvens Papa konnte einfach nicht schießen, als ich ihm treuherzig in die Augen geguckt habe. Hab ich da ein Schwein gehabt!

Buch: Ferien auf Saltkrokan


Ich heiße: Pips
Ich bin ein: Eichhörnchen
Ich gehöre: Spirou und Fantasio

Ich bin Pips. Ich wohne bei Spirou und Fantasio – und dem Marsupilami, das irgendwie ja ganz lustig ist, aber auch total irre. Ich liebe meinen Frieden. Ich mag es, wenn der Tag nett beginnt und die Sonne scheint und man gemütlich ein paar Nüsse knabbern kann. Und abhängen. Tolle Sache.

Eichhörnchen mit Nuss

Abhängen, Nüsse knabbern … wenn man dabei nur nicht immer gestört werden würde!

Leider verläuft mein Leben viel aufregender als ich mir das so vorstelle. Ständig muss man mit auf Reportagen oder mal wieder irgendwen retten. Und ich darf nicht alleine zu Hause bleiben. Als wenn ich in meinem Alter noch ’nen Babysitter bräuchte. Und so: Zack, nach Bretzelburg, zack, Zyklotrop zum x-ten Mal retten, zack, in den Urwald …

Ich habe eine klare Meinung zu den Dingen. Ich bin klug und flink und ich kann mir selbst helfen. Leider glaubt das keiner. Die blöden Menschen denken immer, sie müssen mich beschützen – und wenn mal etwas Spaß macht, dann vermiesen sie es mir garantiert sofort. Voll blöd.

Ich bin auch ein bisschen schadenfreudig. Wenn sich Spirou oder Fantasio mal wieder in die Bredouille bringen, ist das einfach lustig. Leider ziehen sie mich dann mit runter und das ist echter Mist. Wenn ich dann aus reiner Notwehr mal zubeiße, werde ich als blutrünstig und unfreundlich bezeichnet. Also wirklich!!!!

Buch: Spirou und Fantasio, alle Bände


Ich heiße: Pontus
Ich bin ein: Schaf
Ich gehöre: Lisa aus Bullerbü

Hej, ich bin Pontus. Ich hatte Glück. Wenn Lisa mich nicht mit der Flasche aufgezogen hätte, wäre ich wahrscheinlich gestorben. Meine Mama hatte nämlich nicht genug Milch für mich. Aber Lisas Papa hat gesagt, dass Lisa es versuchen soll, mich mit der Flasche großzuziehen. Eigentlich genauso wie bei Tott, dem Lamm vom alten Södermann auf Saltkrokan.

Die Milch war lecker und Lisa hat sich echt gut um mich gekümmert. Und irgendwann durfte ich dann auf die Weide zu den anderen Schafen. Das war natürlich wirklich prima: Draußen sein, Bocksprünge machen und leckeres Gras und duftige Kräuter futtern.

Lamm auf Wiese

Määähhhh … so ein Schulweg kann ganz schön lang sein, auch wenn man sechs unternehmungslustige Kinder dabei hat.

Ich habe auch Bildung: Einen Tag lang war ich mal in der Schule. Das ist echt was Besonderes für Schafe. Normalerweise haben wir sozusagen „Lebensbildung“. Ich habe auch Menschenbildung. Das kam so: Eines Tages kam Lisa und meinte, ich solle auch mal in die Schule. Ihr macht die Schule Spaß. Und sie dachte, dass es mir zu langweilig ist, so jeden Tag auf der Wiese. Das war nun wirklich nett gedacht, aber da sieht man mal wieder, dass Menschen Schafe nicht so richtig gut verstehen können.

Ich also mit in die Schule. Das war ein ganz neuer Weg und es roch auch anders. Wir mussten lange laufen, aber die Kinder wussten ja den Weg. In der Schule waren dann noch eine ganze Menge anderer Kinder. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Kinder gibt. Ein Muttermensch war auch da, aber das war irgendwie keine Mutter, sondern sie nannten sie Lehrerin. Alle fanden mich süß und wollten mich streicheln und in der Pause habe ich so viel Milch von allen bekommen, dass ich am liebsten die ganze Zeit gepullert hätte. Von Rechnen und Lesen habe ich nicht so viel behalten. Dafür hätte ich wohl öfters hingehen müssen. Aber das Lied, das sie für mich gesungen haben, war hübsch. Manchmal hüpfe ich noch heute nach dem Takt auf der Wiese umher.

Buch: Wir Kinder aus Bullerbü


Ich heiße: Bips
Ich bin eine: Brieftaube
Ich gehöre: Johanna 

Ich bin die Botschafterin eines erfolgreichen Detektivbüros. Klingt gut, oder? Ich wünschte, mein Gehalt wäre dementsprechend. Aber leider bin ich in Wirklichkeit die Brieftaube einer Kleingruppe von Teenagern, die ab und zu Leuten hinterherschnüffeln, die sich daneben benommen haben.

Im Grunde darf ich mich aber nicht beschweren. Ich habe einen netten, großen Käfig, den ich mit meiner Gefährtin Bine teile, und darf wirklich oft draußen herumfliegen. Wenn ich tatsächlich mal einen Auftrag habe, muss ich den natürlich schnellstmöglich erledigen, sonst werden die drei Detektive ungeduldig. Aber das weckt meinen Ehrgeiz und ich habe gern etwas zu tun. Ich glaube, uns Brieftauben geht es gut, wenn wir etwas zu tun haben. Arbeit erzeugt bei Brieftauben wahrscheinlich ein positives Selbstwertgefühl.

Brieftaube mit Liebesbrief

Sehr klischeehaft, diese Darstellung. Trotzdem – auf sowas hätte ich auch mal Lust …

Was ich aber am meisten schätze, ist, die drei zu beobachten. Nicht unbedingt bei ihren Unternehmungen sondern dabei, was zwischenmenschlich so passiert. Wir Tiere (also ich und Bine und Bille, Tortes Hund, auch) kriegen eine Menge mit, das ahnen die Menschen oft gar nicht. Die halten uns meistens für beschränkt oder denken, wir seien nur am Fressen interessiert, deswegen geben sie sich keine Mühe, irgendwas vor uns zu verbergen.

Johanna und Conrad sind Geschwister, zwischen ihnen kann es also auch mal ganz schön krachen. Obwohl sie sich grundsätzlich gut verstehen, aber zwei Geschwister ohne Gezanke gibt es vermutlich nirgendwo. Ihr Kumpel Torte (eigentlich Thorsten) ist der dritte in der Bande und manchmal glaube ich, dass zwischen ihm und Joni, also Johanna, was laufen könnte. Jetzt sind die drei noch ganz schön jung, aber wer weiß, was in ein paar Jahren ist … An Conrads Stelle hätte ich auf so ein Geplänkel in der Clique aber ehrlich gesagt keinen Bock. Daher bin ich gespannt, was aus den dreien wird. Ich wette, das gibt noch mächtig Rabatz und darauf freue ich mich schon!

Buch: Unternehmen Jocotobi


Ich heiße: Cujo
Ich bin ein: Bernhardiner
Ich gehöre: Brett Camber

Ich bin müde. Ganz ganz furchtbar müde bin ich, aber ich kann nicht schlafen. Irgendwas in meinem Hirn funktioniert nicht mehr richtig, deswegen bin ich weder wach noch schlafend, sondern befinde mich in einem Zustand permanenter Unruhe. Und ich bin gereizt, ich bin sogar so gereizt, dass ich Dinge tue, die ich früher nie im Leben getan hätte. Leider kann ich mich nicht an alles erinnern, was in den letzten Stunden passiert ist, aber ich glaube, es sind Menschen gestorben. Und ich glaube, ich bin das gewesen.

Vor ein paar Tagen war noch alles in Ordnung. Ich lebte glücklich bei Brett und seinen Eltern in Castle Rock, Maine, USA. Castle Rock ist eine einigermaßen verschlafene Stadt, aber das hat mir immer gefallen. Ich kenne hier jeden Menschen und alle kennen mich. Und sie mögen mich auch, das erkenne ich daran, dass sie mir ab und zu den Knochen von ihrem T-Bone zuwerfen, der manchmal noch nicht mal ganz abgenagt ist. Das ist vielleicht lecker!

Mein Kumpel Brett ist cool und für seine 10 Jahre schon ziemlich erwachsen, finde ich. Ich kenne ihn schon vier Jahre lang und er ist von dem Kind, das er mal war, wirklich schon ganz weit entfernt. Ich hänge sehr an ihm und seine Mum mag ich auch. Ich glaube, sie hat die meiste Zeit Angst, sie hat so ein Zittern in all ihren Bewegungen und wirkt, als sei sie ständig auf der Hut. Ich schätze, sie hat Angst vor Bretts Dad, denn der kann ein echter Mistkerl sein. Er säuft und pöbelt und manchmal schlägt er zu. Und dann ist es oft Bretts Mum, die das wegstecken muss. Ich kann verstehen, dass sie Angst hat. Manchmal würde ich gern dazwischen gehen, aber dann wird Bretts Dad mich erschießen. Ohne mit der Wimper zu zucken, erschießt er mich und Brett würde nie darüber hinwegkommen.

Dann ist Brett mit seiner Mum weggefahren. Bretts Dad hatte keine große Lust, mich zu versorgen, aber er hat’s getan. Ich bin einfach irgendwann stromern gegangen, das mach ich ganz gern. Aber dabei ist wohl irgendwas passiert, ich weiß nur nicht genau, was. Ich habe ein Kaninchen gejagt. Dann steckte mein Kopf in einem Loch, in dem lauter Fledermäuse waren. Die haben mich gebissen und gezwickt und als ich meinen Kopf endlich wieder draußen hatte, war mir ganz warm und schwindelig. Ich glaube, ich habe auch eine von denen gebissen, mein Mund hat jedenfalls nach Blut geschmeckt. Seitdem ist alles anders. Ich glaube, dass ich Bretts Dad getötet habe. Ich weiß es aber nicht genau, es ist alles so verschwommen.

Bernhardiner mit Maulkorb

Ein Maulkorb wäre sicherlich auch eine gute Idee gewesen. Aber am Ende hätte er doch nix gebracht.

Jetzt liege ich vor einem Auto. Im Auto sitzt eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn. Der Junge ist noch sehr klein, viel kleiner als Brett. Sie kenne ich irgendwoher, aber ich weiß nicht woher.

Ich bin ganz müde, aber ich kann mich einfach nicht hinlegen und schlafen. Immer wenn ich das will, ist es, als werde ich wieder hochgerissen. Und dann werde ich ganz furchtbar wütend. Und dann gehe ich auf das Auto los. Und die Frau schreit und das macht mich noch wütender. Ich will die beiden zerfleischen, so wie die Fledermäuse vorhin. Ich kann hier nicht eher weg, als bis ich die beiden in Stücke gerissen habe. Deswegen sitzen die zwei seit Stunden im Auto, in dem es bestimmt noch viel heißer ist als hier draußen, und können nicht raus.

Ich bin erschöpft, ich will nicht mehr. Ich wünschte, Bretts Dad hätte mich erschossen, dann wäre ich jetzt nicht hier und die beiden könnten nach Hause gehen.

Buch: Cujo


Ich heiße: Purzel
Ich bin ein: Mensch
Ich gehöre: Josef Schaf

Ich bin ein Hausmensch und gehöre Josef Schaf. Das sind an sich zwei gute Vorbedingungen für ein zufriedenes Leben. Menschen sind sehr beliebte Haustiere, daher musste ich nicht zu lange auf einen Besitzer warten. Und Josef ist ein sehr netter Besitzer. Er macht regelmäßig meinen Käfig sauber und lässt mich mit anderen Menschen zusammen spielen. Die anderen Menschen gehören Josefs Freunden und sprechen leider nicht immer meine Sprache. Aber das macht nichts, weil wir trotzdem fangen spielen können und beim Lachen alle gleich klingen.

Schafe mümmeln im Gras

Wenn so ein kleiner Mensch verloren geht, müssen alle Schafe suchen helfen …

Einmal habe ich etwas Dummes gemacht. Da hat Josef mich außerhalb des Käfigs herumlaufen lassen und ich fand es so toll, durch die Büsche zu witschen, dass ich nicht mehr nach Hause wollte. Also bin ich abgehauen und habe mich versteckt. Josef hat mich nicht mehr gesehen und war schrecklich besorgt. Er und seine Freunde haben angefangen mich zu suchen, aber ich wollte immer noch nicht nach Hause. Erst als es dunkel wurde, ist mir kalt geworden und ich habe Hunger gekriegt. Da fiel mir ein, dass ich gar nichts zu essen hatte und auch nicht wusste, was man auf einer Wiese so essen kann. Ich habe furchtbar Angst bekommen und bin wieder zu Josef zurück. Hat der sich gefreut!

Ich glaube, ich bin glücklich. Ich habe alles, was ein Mensch braucht und das ist es doch, was uns glücklich macht, oder? Als ich allein in der Dunkelheit saß und fror, hab ich mir mein behagliches Zuhause zurück gewünscht und mich nach der Sicherheit meines Käfigs zurückgesehnt. Davor hab ich mich oft geärgert, wenn ich nach einem Auslauf wieder zurück in den Käfig musste. Aber jetzt weiß ich, was ich habe. Ich werde bestimmt nie wieder weglaufen.

Buch: Josef Schaf will auch einen Menschen


Ich heiße: Pickwick
Ich bin ein: Dodo
Ich gehöre:  Thursday Next

Plock!! Was hast du gesagt? Dodos sind ausgestorben? Blödsinn. Wieso lebe ich denn dann, du Mensch? Jaja, ich weiß, die Sache mit dem Klonen und so. Ich bin mir voll bewusst, dass ich ein geklonter Dodo bin, aus Thursdays jungen Tagen und in ihrer Küche produziert. Weiß ich alles. Und ich weiß auch, dass die ersten Klon-Kits nicht so ganz vollständig waren und ich deswegen keine Flügel abgekriegt habe.

zeichnung eines dodos

Nein, das ist kein Bild von Pickwick. Das ist ein Porträt eines Dodos, wahrscheinlich eines der letzten Vertreter seiner Art, gemalt von Cornelis Saftleven in 1638 (!). Nichtsdestotrotz sieht Pickwick etwa genau so aus und guckt wahrscheinlich auch manchmal auf diese Dodoweise, die Menschen dazu verführt, Dodos als ein bisschen blöd anzusehen …

Das war schon ganz schön gemein. Aber da wir Dodos ja eh flugunfähig waren, ist das doch nicht so schlimm. Du findest, das sieht lustig aus und dass ich damit ein bisschen dämlich aussehe? PLOCK PLOCK. Du bist wohl ein kleiner Scherzkeks, du Nappsülze.

Denn: Hättet ihr Menschen uns nicht ausgerottet (!), hättet ihr euch bei eurem plötzlichen Dodo-Bedarf nicht mit Klonen abgeben müssen. Und dann hättet ihr jetzt immer noch prima originale Dodos. Aber ihr seid ja so blöd, dass ihr immer erst alles kaputt macht, um dann hinterherzuheulen und nach übergebliebener DNS zu suchen.

So. Jetzt Schluss mit dem Kram. Ich will nichts mehr hören. Ich bin froh, dass ich bei Thurs lebe, die mag mich einfach so, wie ich bin und ich muss mich nicht verstellen. Manchmal geht mir ihr Mann auf den Keks, weil der immer will, dass ich auf einem Bein stehe. Gegen Bestechungsmarshmallows. Keine Frage, Marshmallows finde ich saulecker, aber ich muss ja nicht immer jeden Blödsinn mitmachen. Manchmal starre ich den Kerl deswegen einfach nur an.

Übrigens dachte Thursday früher immer, ich sei ein Er. Das war lustig. Leider hat sie’s dann mitgekriegt, als ich nämlich mein Ei legte. Mein Sohn lebt jetzt in „Hamlet“, zusammen mit dem Dänenprinzen. Er ist also an den Königshof gekommen. Ist doch auch eine tolle Entwicklung für einen Dodo, nicht wahr?

Leider werde ich langsam alt und leider haben nicht nur Menschen im Alter Haarausfall, nein, wir Dodos haben auch manchmal Federausfall. Glücklicherweise kann Thursday5 aus der Buchwelt gut stricken und so habe ich jetzt einen tollen warmen Pulli und kann auch mieses englisches Wetter besser ertragen. Plock.

Buch: alle Thursday-Next-Bände


Ich heiße: Hen Wen
Ich bin ein: Schwein
Ich gehöre: Zauberer Dallben

Schwein liegt im Pferch und schläft

So ein Schweineleben. Super, wenn man nicht als Fleischlieferant dienen muss, sondern einfach so Kartoffeln futtern, sich suhlen und auch mal ein Nickerchen machen kann. Toll!

Hallo. Ich bin Hen Wen. Ich bin ein ganz gewöhnliches Hausschwein. Meine ich zumindest. Aber alle machen immer ein riesiges Gewese um mich. Ich kann zaubern, sagen sie. Keine Ahnung. Was ist das überhaupt? Was ich kann, ist Gefahren erahnen – vor allem, wenn mir was Blödes droht. Seien das Metzger oder böse Gehörnte Könige. Dann seh‘ ich zu, dass ich Land gewinne.

Ich bin gut im Land gewinnen. Ich kann mich trotz meiner Größe hervorragend durch Büsche zwängen und Wege gehen, die viele nicht sehen. Und wie alle Tiere kenne ich als letzte Zuflucht natürlich das verborgene Tal. Da können alle hin, wenn ihnen die Menschen zu sehr auf den Pelz rücken. Da ist einfach Friede.

Manchmal kommt Dallben und hält mir keine Kartoffeln, sondern so blöde Stäbe hin. Ich glaube, es ist ein Spiel von ihm. Je nachdem, wo ich die Stäbe anstupse (um zu sehen, ob sie nicht doch Mohrrüben sind oder sonstwas Schmackhaftes), meint er, ich gebe ihm Antworten auf seine Fragen. Naja, ihn macht es glücklich und mir macht es nichts aus.

Gern mag ich es, wenn der Junge mir den Rücken schrubbt. Dann fällt endlich mal wirklich jede Zecke runter und man kann sich danach wieder so richtig mit Genuss im Schlamm suhlen. Was eine Wonne.

Buch: Taran und das Zauberschwein


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 Fotos:
Schneeeule – © Maren Beßler/PIXELIO
Bernhardiner 1 – © Regina Kaute/PIXELIO
Eichhörnchen – © a.bonarius/PIXELIO
Lamm – © Carole Meier/PIXELIO
Taube – © Didi01/PIXELIO

Berhardiner 2 – © marion posch/PIXELIO
Schafe mümmeln – © Rainer Sturm/PIXELIO
Dodo – © Cornelis Saftleven/wikicommons Public Domain
Schwein – © Kurt Michel/PIXELIO

 

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