chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

„Stiftung Chairlounge“ testet: Zeitmaschinen

Acht Zeitmaschinen im Test: Aussehen, Erfinder, Gefahren und unsere Empfehlung, wenn ihr selbst mal in der Zeit herumfahren wollt:

Der ultimative Zeitmaschinen-Vergleich
Bezeichnung Zeitmaschine The rabbit hole Eddie im Raum-Zeit-Kontinuum Zeitmaschine
Erfinder/Pilot Der Zeitreisende unbekannt unbekannt Timothy Edward Traveller
(Tim E. Traveller)
Im Buch Die Zeitmaschine
11.22.63
Per Anhalter in die Galaxis Die ersten Zeitreisen
Autor H. G. Wells
Stephen King
Douglas Adams Erik Simon & Reinhard Heinrich
Antrieb unbekannt unbekannt unbekannt Kristallsäule, die die Schwingungen des vom Zeittransformator erzeugten Temporalfelds mit denen des äußeren Feldes synchronisiert
Aussehen/Material Sie sieht „höchst wirklich, breit und häßlich und schräg“ aus. Einzelne Teile sind aus Nickel, einige aus Elfenbein. Man kann Bauteile aus Bergkristall erkennen. Dazu kommen „gewundene Kristallstangen“, die aus Quarz gefertigt zu sein scheinen, Metallschienen, Schrauben und ein Sattel. Es gibt einen Start- und einen Stophebel. Ihr Gewicht ist so, dass ein erwachsener Mann sie auf jeden Fall wieder aufrichten kann, wenn sie umfallen sollte. Loch bzw. kleine Tür in der Wand Sofa, mit Paisley-Samt bezogen Unterschiedlich: von der Größe eines Zeitungskiosks bis Studentenwohnheim. Je nach Auftrag wird die Zeitmaschine getarnt, z.B. als Mammut. Sie enthält immer ein sog. Universalfahrzeug, mit dem man am Zielort herumfahren kann.
Betriebsanweisung
  1. draufsetzen und losfahren
  1. durchgehen
  2. bei der Rückkehr mit all seinen Sinnen auf die unsichtbare Treppe achten
  1. wild rumhopsen und versuchen, es zu fangen
  2. dann draufspringen und abwarten, was passiert
  1. Das erste Temponautenpatent erwerben – wenn man mit einer offiziellen Zeitmaschine reisen will. Ohne das Patent kann man nicht mal den Antrag stellen
  2. unbedingt die Instruktionen auswendig lernen und einhalten, z.B. keine Kontakte mit Einheimischen, direkte Begegnungen vermeiden, sich an das besuchte Zeitalter weitgehend anpassen, keine Mystifikationen verursachen (sich etwa als Gott ausgeben) etc. Sonst wird die Zeitreise vom zuständigen Institut verweigert.
  3. die Vergangenheit NICHT ändern (Traveller-Samorow-Effekt)
Zeitrahmen
  • man kann immer und überall auftauchen
  • man kommt immer am 9.9.1958 um 11.58 Uhr an der alten Wäscherei in Lisbon Falls an
  • egal, wie lange man in der Vergangenheit verweilt, bei der Rückkehr hat man in der Gegenwart gerade mal 2 Minuten gefehlt
  • man kann immer und überall auftauchen
  • überall in die Vergangenheit
  • wer in die Vergangenheit reist, altert kaum (Unsterblichkeits-Paradoxon)
  • die erste Zeitreisemaschine schaffte es, an einem Tag 20.000 Tage zurückzulegen
 Gefahren
  • man sollte die Hebel zum Einstellen der Zeit abschrauben, damit niemand unbefugt an den Kontrollen spielen kann
  • man kann nicht so richtig mitbekommen, wo man materialisiert. Wenn man Pech hat, steckt man plötzlich in einer Wand fest oder so. Also langsam abbremsen!
  • Man weiß nicht, was einen erwartet und kann von daher in alle möglichen Situationen geraten, mit denen man vielleicht nicht zurechtkommt. Das liegt aber nicht an der Zeitmaschine, sondern am Zeitreisen selbst.
  • bei jeder Zeitreise kann entsteht eine Art Parallelzeit, bei häufiger Wiederholung sprengen diese irgendwann das Universum
  • man bedenke, dass man in der Gegenwart nach zwei Minuten wieder auftaucht. Verweilte ein 10-jähriger 5 Jahre in der Vergangenheit und tritt 2 Minuten später als Teeanger seiner Mutter unter die Augen, könnte dies für Verwirrung sorgen.
  • wenn man das Sofa nicht erwischt, kann man sich was brechen. Zielort und -zeit sind willkürlich
  • wenn man etwas in der Vergangenheit ändert, kann sich das auf die ganze nachfolgende Zeit auswirken. Auch darauf, wie die eigene Zukunft aussieht.
  • dass man die Zeitmaschine aus Versehen und ohne dass man an Bord ist) in Gang setzt (passierte der Dreizehnten Zeitexpedition, die seit ihrer Havarie die Weltmeere kreuzte und seit Beginn des 19. Jh. verschollen ist)
  • wenn man illegalerweise einen Eigenbau erworben oder hergestellt hat, enthält er meist eine Ausschuss-Kristallsäule – und man weiß nie, welcher Fehler passieren könnte …
  • Tür zu machen, wenn man die Zeitmaschine am Strand parkt, andernfalls könnte sie bei Flut voll Wasser laufen (wie Prof. Hieronymus geschehen)
Stiftung Chairlounge rät:
  • Die erste Zeitmaschine ever!
  • Anhand der Daten der ersten Reise scheint die Maschine zuverlässig und stabil zu sein. Also ruhig damit losdüsen. Vorher das Buch lesen, das Wells herausgegeben hat, damit man weiß, was einen im Jahr 802701 erwartet – so man denn in dieses Jahr reisen will.
  • Es ist allerdings nicht klar, warum der Zeitreisende von seiner 2. Reise nicht zurückkam. Ob die Maschine unzuverlässig war oder ihm etwas Schlimmes zugestoßen ist, weiß niemand. Daher muss jeder, der diese Maschine nachbaut, selbst herausfinden, ob sie etwas taugt oder nicht.
  • Ein großer Spaß, vor allem für jene, die mal richtig Rockabilly-Feeling erleben wollen. Aber bitte beachten: Nur kurze Reisen unternehmen und keine Rolling-Stones-Klassiker trällern.
  • Nur verwenden, wenn man WIRKLICH Lust auf Abenteuer und unbekannte Welten hat.
  • Gute Zeitreisemöglichkeiten, aber die Bedingungen sind hart und streng. Das macht Sinn, da es doch viele Hallodris gibt (wie das Buch zeigt), die keine Verantwortung für ihre Taten in der Zeit übernehmen. Wer ein Hallodri ist, sollte sich einen anderen Anbieter suchen …
  • … oder sich als Künstler ausgeben und im Kombinat für Zeitmaschinen sagen, man wolle mit einer defekten Säule Kunst machen. Dann eine weitgehend funkionsfähige aussuchen und sich eine eigene Zeitmaschine bauen. Es hilft, Betriebsangehörige des Kombinats zu kennen, die einem helfen.
Der ultimative Zeitmaschinen-Vergleich
Bezeichnung Maschine oder Käfig  ZM  Zeittunnel Niva-Geländewagen
Erfinder/Pilot Robert Doninger/Angestellte des ITC sowie Professor Edward Johnson und seine Studenten Professor i.R. Ambrosius Köhler Erfinder: u.a. der verdächtige alte Mann. Piloten: die Schüler Ben, Miriam, Jennifer, Frank und Kolja Erfinder des Prinzips der Zeitreisen ist Adam Bernau
Im Buch Timeline ZM – Streng geheim Achtung, Zeitfalle! Die Besucher
Autor Michael Crichton Marliese Arnold Andreas Schlüter Ota Hofman
Antrieb Quantenmechanik – noch Fragen? Nun … nennen wir es Technik Tja, das ist das große Geheimnis, Auflösung weiter unten Tja, das Auto fährt wie halt ein Auto fährt, die Zeitreise selbst wird von außen gesteuert – und hat möglicherweise überhaupt gar nichts mit dem Auto zu tun.
Aussehen/Material Ein-Personen-Käfige aus Metall, die zwischen wassergefüllten Trennwänden stehen. Eine Art quer liegendes Ei mit Kabeln, Lämpchen, Hebeln und Knöpfen, in dem bequem 4 Personen plus Hund Platz finden Eine gewöhnliche Tür in einem florentinschen Museum … ein langer dunkler Gang … der endet in einer anderen Zeit. Gereist wird mit einem Niva VI, wie die „Zeitmaschine“ selbst aussieht, bleibt ein Rätsel: Ist es der Wagen oder was?
Betriebsanweisung
  1. Der Reisende muss nach einer Körpertranskription, bei der ein Bauplan des Körpers erstellt wird, eigentlich nur noch in der Maschine stehen.
  2. Dann Augen auf, einatmen und anhalten und los gehts. Dann wird nach dem Bauplan ein neues, identisches Ich gebastelt – nur in einer anderen Zeit.
  1. Per Schaltpult Zeit einstellen, Tür schließen, warten, bis der Nebel sich verzieht
  2. Fertig.
  1. Tür öffnen
  2. Hindurch gehen
  3. Weitergehen, nicht anhalten
  4. Fertig
  1. In das ausgesuchte Gefährt reinsetzen
  2. Abwarten, die Zündung wird von außen gesteuert
  3. Nicht auf etwaige vorhandene Knöpfe drücken!
  4. Keine Utensilien, Materialien, Klamotten, Bauteile oder überhaupt irgendetwas, das man mitgebracht hat, in der Zielzeit herumliegen lassen!
  5. Nichts verändern, es sei denn, man hat einen offiziellen Auftrag vom Weltrat!
Zeitrahmen
  • In die Vergangenheit. Zukunft gibts noch nicht im Angebot …
  • Auch nur in die Vergangenheit. Aber sehr präzise Handhabung des genauen Ankunftsdatums.
  • Führt direkt nach Florenz in der Renaissance – denkt man …
  • Theoretisch unendlich, zumindest wird von keiner Beschränkung berichtet
Gefahren
  • Das entscheidene Problem ist, dass man selbst eigentlich gar nicht reist. Der Körper wird aufgelöst und woanders nach einem vorher erstellten Plan wieder zusammengebaut. Dabei können kleine bis mittelgroße bis große Transkriptionsfehler entstehen. Und die können übel aussehen.
  • Wenn sie nicht gebraucht wird, verschwindet die Zeitmaschinen in eine andere Dimension, um in Sicherheit zu sein. Daher sollte man tunlichst auf die kleine Fernbedienung achten, um sie zwecks Rückkehr wieder zu sich zu rufen.
  • Die größte Gefahr besteht leider darin, auf den üblen Schwindel reinzufallen. Denn Ben und seine Freunde begeben sich gar nicht auf Zeitreise, sondern geraten in eine Art Matrix, welche ihnen vorgaukelt, sich in der Renaissance zu befinden.
  • Die zweite Gefahr besteht darin, dass dies nicht vorgesehen war, so dass die vier Schüler von Bösewichten verfolgt werden.
  • Man unterlasse es tunlichst, irgendwelche Knöpfe zu drücken, man weiß nicht, was dann passiert. Die Insassen des Niva kommen etwa auf einer Klippe an anstatt auf der Straße
Stiftung Chairlounge rät: Nicht empfehlenswert, das mit den Transkriptionsfehlern ist wirklich bösartig. Dann lieber das verrückte Sofa. Super! Solide, zuverlässig, einfach zu bedienen. Einigermaßen resistent gegen Luftfeuchtigkeit und Kälte, funktioniert auch dann noch, wenn einige der vielen Kabel herausgerissen wurden. Kaufen! Toll als eine Art Aufwärmtraining für eine richtige Zeitreise. Sozusagen die Trockenübung für Einsteiger. Als solche nicht schlecht. Aber letztendlich auch nicht aufregender als Badewannentauchen. Das Prinzip ist zuverlässig und gut. Man kann sich ihm ruhig anvertrauen. Die Gefahren liegen mehr in dem Zeitreisenden selbst, aber das ist ja im Falle aller Zeitreisen so. Also: Reisen ja, aber gefälligst ein bisschen selbstkritisch sein und nicht bloß aus Daffke die Zeiten unsicher machen, jawoll!

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