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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Schlagwort-Archiv: Detektiv

Neue Buchhoroskope für Zwillinge

Zwei EulenAn der Spitze ist es einsam

Im Grunde wurde weder Bob Dylan noch Sherlock Holmes noch irgendein anderer unserer Zwillinge jemals gefragt, ob sie die Talente, derentwegen es Bücher über sie gibt, wirklich haben wollen. Sicherlich habe sie sich entschieden, damit zu arbeiten, aber auch das hat den Anschein davon, dass ihnen bei ihren überragenden Fähigkeiten auf ganz bestimmten Gebieten keine andere Wahl blieb. Jedenfalls sitzen sie jetzt da, können irgendetwas viel besser als alle anderen und besagte andere beschweren sich, dass die Zwillinge immer schneller sind und letztendlich alles allein machen wollen.

Ja – ist denn niemand der Ansicht, dass das ein sehr trauriges Leben sein kann? Dass der Zwilling es vielleicht gar nicht so witzig finden, wenn sie auf die ihnen übliche Weise arbeiten, sich dann umdrehen und feststellen, dass sie wieder mal allein sind? Viele Zwillinge haben etwas einsames an sich, bei manchen wirkt es sehr selbstgewählt, bei manchen nicht. Wir sehen uns mal eine Dame an, die mit ihren Talenten nicht ganz so berühmt geworden ist wie oben genannte Zwillinge, aber dafür eine besonders schräge Eigenart hat.

Wir empfehlen für die Zwillinge:

Mustererkennung von William Gibson

Cayce Pollard ist jung, intelligent und reagiert allergisch auf Marken. Kritiker der konsumorientierten Marktwirtschaft mögen jetzt bestätigend nicken und sagen: Ja, kenn ich. Aber das ist nicht ganz richtig. Denn Cayce reagiert tatasächlich mit Symptomen körperlicher Unverträglichkeit auf Embleme, Logos und alles andere, das mit TM gekennzeichnet ist.

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Foto oben: © Raphael Reischuk/PIXELIO

Neue Buchhoroskope für Stiere

Neugierige Genießer

Genuss hat nicht nur mit Essen zu tun, man kann ja so ziemlich alles genießen. Ein Beispiel für einen Genießer einer eher exotischen Leidenschaft, zumindest für die meisten von uns, möchten wir euch dieses Mal vorstellen. Und noch dazu einen, der auch entgegen all seiner Stiernatur noch neugierig ist:

Mord im Gurkenbeet von Alan Bradley

Oft werden die Stiergeborenen – neben ihrer sympathischen Art – mit ihrer Freude an kulinarischen Genüssen bzw. dem Essen ganz allgemein in Verbindung gebracht – und wie wir hier schon ein paar Mal gesehen haben, stimmt das oft genug. Aber das Leben bietet noch so viele andere Dinge, die man genießen kann: den Sport, den man macht, die Entspannung im Urlaub, seinen Job etc. Und so möchten wir euch heute einen Stier vorstellen, der sich aus Essen fast gar nichts macht, dafür aber aus einigen anderen Dingen: Flavia de Luc

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The curious incident of the dog in the night-time

Aha, dachte ich beim Lesen des Titels. Weil ich unbedingt eine Urlaubslektüre brauchte und mir obendrein der Buchladen so gut gefiel, nahm ich es dennoch in die Hand. Als ich die wenig erklärende aber viel versprechende Inhaltsangabe las, hatte mich das Buch bereits im Sack. So ungewöhnlich und so abenteuerlich schien mir der Plot, dass ich das schmale Buch von Mark Haddon nicht zurück stellen konnte.

Christopher Boone ist fünfzehn und wohnt mit seinem Vater irgendwo in England. In einer ruhigen Gegend, in der wenig Verkehr herrscht und die Straßen gerade und sauber sind. Das ist Christopher sehr wichtig, denn er hat das Asperger-Syndrom und ist daher, was Umwelteinflüsse, Handlungsabläufe und weltliche Interaktion angeht, etwas unflexibel. Er kann zwar echt gut Mathe, weigert sich aber gelbe oder braune Lebensmittel zu essen (hier hilft manchmal etwas Lebensmittelfarbe) und war eigentlich noch nie weiter weg als in seiner Förderschule. Er träumt davon, den A-Level in Mathe zu bestehen und vielleicht seine Mama wiederzusehen, die vor einiger Zeit gestorben ist.

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