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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Schlagwort-Archiv: Fantasy

Neue Buchhoroskope für den Schützen

Hör auf, bevor es zu spät ist

Das Merkmal der Schützen ist absolut übereifriges Engagement in allem, was er sich vorgenommen hat. Das ist toll, großartig, beneidenswert – so lange er es nicht übertreibt. Wenn er nämlich in einen Unternehmungsrausch verfällt, ist er leider nicht mehr zu stoppen. Dann trifft er nicht mehr unbedingt ins Schwarze, sondern eher Freunde und Familie, und zwar unfreiwillig vor den Kopf. Auch ein Querschläger kann dann schon mal dabeisein.

Was passiert, wenn ein Schütze das Zielwasser vergisst, erzählen wir euch diesen Monat anhand der Geschichte eines possierlichen Waldbewohners.

Wir empfehlen für den Schützen:

Mach mal Pause, Biber (2) von Nicholas Oldland

Es war einmal ein Biber. Der Biber lebte mit seinen Tierfreunden in einem Wald und hatte einen Ruf zu verlieren: er war nämlich immer sehr fleißig. Der Biber tat den ganzen Tag mit großem Eifer das, was Biber eben so tun – er nagte Bäume um, schleppte Holz, baute Dämme und und und … Keine Minute Pause gönnte er sich in seinem unendlichen Fleiß, weil er ständig tausend Projekte am Laufen hatte und dabei immer dachte, er müsse noch mehr leisten. Kein Wunder, dass ihn das ohne Umwege ins Unglück stürzte.

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Foto: © DVIDSHUB/flickr – CC BY 2.0

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Secret Fire

Taylor ist ein ganz normales britisches Mädchen – besser ein Teenager, der sich nicht ganz so hübsch findet, der davon träumt, in Oxford an die Uni zu gehen und echt viel dafür lernt, dass dieser Traum sich erfüllt. Sacha dagegen lebt in Paris und hat alle Träume aufgegeben: Wozu noch Pläne machen, wenn man eh weiß, dass man mit 18 stirbt? Stattdessen stürzt er sich von 5-stöckigen Gebäuden oder lässt sich tot prügeln – denn bis zu seinem vorgezeichneten Tod ist er unsterblich. Nach ein paar Minuten Tod fängt er wieder an zu atmen und alle zerbrochenen Knochen, Organe etc. regenerieren sich in Windeseile. Und eines Tages wollen die Lehrer der beiden Schüler, dass Taylor Sacha Nachilfe im Fach Englisch via Web gibt, weil er das – angeblich – nötig habe.

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Geschichten aus dem Tausend-Wunder-Wald

Neulich habe ich in irgend einem Magazin einen Beitrag darüber gelesen, wie ein Vater mit dem Fernsehverbot für seine Kinder umgeht. Nicht nur, dass er berichtete, wie die Kleinen ihn austricksen oder auch die Eltern ausmanövrieren, nein, er erzählte auch, wie die vierköpfige Familie manchmal da sitzt und den Fernseher laufen hat. Alle schweigen. Und neben dem Fernseher hat jeder eines der neuen tollen Geräte in der Hand: ein Tablet, ein Smartphone oder sogar beides.

Mir fiel beim Lesen des Artikels das Buch „Geschichten aus dem Tausend-Wunder-Wald“ von Erika Hübner-Barth ein, in der eine Familie auch jeden Abend vor dem Fernseher sitzt, bis der eines Tages kaputt geht. Und ich habe gedacht, dass es schön ist, wenn Bücher nichts an Aktualität verlieren und man sie auch noch nach Jahren lesen kann, ohne sie antiquiert oder sonstwie öde zu finden. „Geschichten aus dem Tausend-Wunder-Wald“ ist für mich so ein Buch: Als der Fernseher kaputt geht, wissen Vater, Mutter, Oma und Opa und sechs liebe Kinderlein nicht, was sie machen sollen.

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Elfenportal-Saga

Henry Atherton hat’s nicht leicht: Vor’m Frühstück baut er noch ein tolles Pappmodell eines fliegenden Schweins und will seinen Eltern bei Cornflakes davon erzählen. Leider hören die nicht zu und Henry merkt, dass irgendwas nicht stimmt. Aber was? Schließlich fragt der Teenager seinen Vater auf der Fahrt zum Bahnhof: „Hast du ein Verhältnis mit Anaïs?“ Anaïs ist die Sekretärin seines Vaters. „Ich hab kein Verhältnis mit Anaïs“, sagt der Papa, „Aber deine Mutter.“ Und damit beginnt für Henry eine ein paar Jahre währende aufregende Zeit, die sein Leben von Grund auf umkrempeln wird.

Herbie Brennan hat mit der Story um Henry ein – wie ich finde – ziemlich gutes und manchmal auch ziemlich irres Stück Phantasie auf den Markt geworfen. In vier Bänden erzählt der Ire, wie Henry lernt, dass die Welt nicht das ist, was er bisher immer dachte. Die bekloppte Situation zu Hause ist erst der Anfang und bei Weitem nicht das Kurioseste, das er erlebt.

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Schwarzer Mond über Soho

Ich hab’s ja gesagt: „Die Flüsse von London“ ruft nach Fortsetzung und nun ist sie in die Buchläden geschwappt … Ich habe sie mir natürlich besorgt und gleich durchgelesen. Aber Ach! und Wehe! Der Fortsetzungsbazillus hat zugeschlagen und mal wieder einen Autor dazu gezwungen, sich Worte und Geschichten aus den Fingern zu saugen.

Peter Grant löst seinen zweiten und dritten Fall – parallel, damit ja keine Langeweile aufkommt. Und der vierte mischt auch schon kräftig mit. Aaronovitchs Humor zeigt sich auch hier wieder, es gibt ausreichend lustige Stellen – aber irgendwie ist der Gaul mit ihm durchgegangen. Kurz gesagt: Mord, Sex, Jazz und Mutation. Ein kurzer Prozess mit dem zweiten Band.

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Die Flüsse von London

„Die Flüsse von London“ ist ein Krimi. Und Fantasy. Es gibt mehrere Mordfälle, die Polizei spielt mit und Geister, Vampire und Flussgötter treten auch auf. Und das Ganze ist wunderbar miteinander kombiniert und verwoben und es macht Spaß, die Geschichte zu lesen.

Hauptfigur ist Peter Grant, ein Londoner Polizeianwärter. An einem der letzten Tage seiner Probezeit steht er nach einem Mordfall Wache am Tatort. Und trifft einen Geist. Der erzählt ihm den Tathergang und was er gesehen hat. Sehr schön: Peter macht sich als erstes Gedanken, dass er den Geist ordnungsgemäß befragt: „Name, Wohnort“ etc. Ich hab‘ gelacht 🙂 … und mir überlegt, wie es wohl weitergeht.

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Hexenhaus und Beutelmaus

Hat man schon jemals davon gehört, dass ein Wombat der Vertraute einer Hexe ist? Oder dass die Fantasy-Welt von einem Troll gemanagt wird? Oder dass eine Hexe nicht böse ist, sondern eine andere Form von Psychotherapeutin? Alle diese Figuren trifft man in „Hexenhaus und Beutelmaus“ – und auf eine Menge witziger Ideen, die die Spiele- und Fantasyszene ein bisschen auf den Arm nehmen.

Hali, bewusst hässliche Hexe, hat keine Lust, irgendwelche Jugendlichen aus unserer Welt durch ihre Heimat zu führen – nur, um ein fragwürdiges Unterfangen zu unterstützen: „Fantasy ist ein ernsthaftes Geschäft. Es ist unsere Aufgabe, den Außenweltlern bei ihrer Reifung zu helfen, indem wir sie mit ihren Ängsten konfrontieren und sie dadurch dazu bringen, ihre Probleme selbst anzugehen.“ Aber ihre Zweifel helfen nichts: Hali muss ran und den Job machen. Und dass sie sich dafür auch noch optisch aufpeppen soll, macht die Sache nicht besser.

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