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Schlagwort-Archiv: Humor

Neue Buchhoroskope für Zwillinge

Zwei EulenAn der Spitze ist es einsam

Im Grunde wurde weder Bob Dylan noch Sherlock Holmes noch irgendein anderer unserer Zwillinge jemals gefragt, ob sie die Talente, derentwegen es Bücher über sie gibt, wirklich haben wollen. Sicherlich habe sie sich entschieden, damit zu arbeiten, aber auch das hat den Anschein davon, dass ihnen bei ihren überragenden Fähigkeiten auf ganz bestimmten Gebieten keine andere Wahl blieb. Jedenfalls sitzen sie jetzt da, können irgendetwas viel besser als alle anderen und besagte andere beschweren sich, dass die Zwillinge immer schneller sind und letztendlich alles allein machen wollen.

Ja – ist denn niemand der Ansicht, dass das ein sehr trauriges Leben sein kann? Dass der Zwilling es vielleicht gar nicht so witzig finden, wenn sie auf die ihnen übliche Weise arbeiten, sich dann umdrehen und feststellen, dass sie wieder mal allein sind? Viele Zwillinge haben etwas einsames an sich, bei manchen wirkt es sehr selbstgewählt, bei manchen nicht. Wir sehen uns mal eine Dame an, die mit ihren Talenten nicht ganz so berühmt geworden ist wie oben genannte Zwillinge, aber dafür eine besonders schräge Eigenart hat.

Wir empfehlen für die Zwillinge:

Mustererkennung von William Gibson

Cayce Pollard ist jung, intelligent und reagiert allergisch auf Marken. Kritiker der konsumorientierten Marktwirtschaft mögen jetzt bestätigend nicken und sagen: Ja, kenn ich. Aber das ist nicht ganz richtig. Denn Cayce reagiert tatasächlich mit Symptomen körperlicher Unverträglichkeit auf Embleme, Logos und alles andere, das mit TM gekennzeichnet ist.

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Foto oben: © Raphael Reischuk/PIXELIO

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel hat Krebs und das ist scheiße. Eigentlich ist scheiße gar kein Ausdruck, denn scheiße kann vieles sein: Ein Film, das Wetter, die Laune. Aber 16 Jahre alt zu sein und zu wissen, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach bald sterben wird, ist weit mehr als das. Aus der Schule wurde Hazel schon vor drei Jahren herausgenommen, als alles so aussah, als ginge es mit ihr zu Ende. Wie durch ein Wunder überlebte sie jedoch die schwere Attacke ihres eigenen Körpers und ein neues Medikament hilft ihr fortan, den Krebs zumindest im Zaum zu halten. Statt zur Schule zu gehen besucht sie nun College-Kurse und wird jeden Tag klüger. Neben den Kursen hat sie allerdings immer noch mehr als genug Zeit, zu lesen, sich Gedanken zu machen oder – wie ihre Mutter glaubt – eine Depression zu entwickeln. Ihrer Mutter zuliebe geht sie irgendwann auch in die Selbsthilfegruppe und redet mit anderen krebskranken Jugendlichen, obwohl sie eigentlich gar keine Lust dazu hat. Aber, so bemerkt sie „es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit 16 an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.“ Also geht sie hin.

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