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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Schlagwort-Archiv: Jugendbuch

Neue Buchhoroskope für den Schützen

Hör auf, bevor es zu spät ist

Das Merkmal der Schützen ist absolut übereifriges Engagement in allem, was er sich vorgenommen hat. Das ist toll, großartig, beneidenswert – so lange er es nicht übertreibt. Wenn er nämlich in einen Unternehmungsrausch verfällt, ist er leider nicht mehr zu stoppen. Dann trifft er nicht mehr unbedingt ins Schwarze, sondern eher Freunde und Familie, und zwar unfreiwillig vor den Kopf. Auch ein Querschläger kann dann schon mal dabeisein.

Was passiert, wenn ein Schütze das Zielwasser vergisst, erzählen wir euch diesen Monat anhand der Geschichte eines possierlichen Waldbewohners.

Wir empfehlen für den Schützen:

Mach mal Pause, Biber (2) von Nicholas Oldland

Es war einmal ein Biber. Der Biber lebte mit seinen Tierfreunden in einem Wald und hatte einen Ruf zu verlieren: er war nämlich immer sehr fleißig. Der Biber tat den ganzen Tag mit großem Eifer das, was Biber eben so tun – er nagte Bäume um, schleppte Holz, baute Dämme und und und … Keine Minute Pause gönnte er sich in seinem unendlichen Fleiß, weil er ständig tausend Projekte am Laufen hatte und dabei immer dachte, er müsse noch mehr leisten. Kein Wunder, dass ihn das ohne Umwege ins Unglück stürzte.

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Foto: © DVIDSHUB/flickr – CC BY 2.0

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Neue Buchhoroskope für den Skorpion

Kompromisslos und energiegeladen

Skorpion am Spieß - Imbiss in ChinaMan kann sich mit Gouvernanten echt ein Ei ins Nest legen … Nun haben wir schon die zweite zickige Kinderfrau diesen Sternzeichens – allerdings dieses Mal ein wirklich unangenehmes und zudem hinterlistiges Exemplar.

Die Kinderfrau von Kay Harker zieht kompromisslos und auf Kosten aller anderen ihr kriminelles Vorhaben durch … naja, glücklicherweise nur fast, denn am ende kann ihr dann doch das Handwerk gelegt werden.

Wir empfehlen für den Skorpion:

Das Mitternachtsvolk von John Masefield

Ach ja, die Gouvernanten … Müssen die denn alle so zickig sein? Nach Mary Poppins lernen wir heute einen weiteren Kinderschreck, einen Skorpion mit missbrauchter Verantwortung kennen. Aber nein, während Mary Poppins sich schlussendlich um die Kinder kümmert, ist Skorpion Tausendschön in Wirklichkeit ein echtes Ekelvieh.

Sylvia Tausendschön wird vielleicht nicht geliebt, aber geschätzt und respektiert. Von den anderen Einwohnern des kleinen Ortes, in dem Kay Harker auf seinem halb heruntergekommenen Landsitz aufwächst, denn sie parliert freundlich mit allen. Und schließlich kümmert sie sich ja um die kleine Waise, gibt Kay Unterricht, beaufsichtigt das Personal, steht dem Haushalt vor und hält auch den Vormund des Jungen auf dem Laufenden. Ein verantwortungsvoller Job – da kann man doch nur gut sein, oder?

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Foto: © JUREC/PIXELIO

Weil ich Layken liebe

Love is in the air! Gleich bei der ersten Begegnung von Layken und Will ist sie zu spüren. Sie ist gerade mit Mutter und kleinem Bruder aus Texas nach Michigan gezogen, er lebt mit seinem kleinen Bruder gegenüber ihres neuen Zuhauses. Kaum sehen sie sich in die Augen, ist der Fall klar. Doch so einfach darf es natürlich nicht sein – gerade als sie einander ihre Gefühle offenbaren, kommt die schreckliche Wahrheit ans Licht: Will ist Laykens Lehrer. KREISCH! Verzweifelt suchen die beiden einen Ausweg aus ihrer Misere. Denn natürlich können sie nicht voneinander lassen, dürfen aber einfach nicht zusammen sein. Was hier schwer nach Seifenoper klingt, hat Autorin Colleen Hoover auch so geschrieben. Und deswegen riecht die Luft, die angeblich von Liebe durchsetzt ist, verdächtig nach der Parfümabteilung bei Karstadt. 

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Abenteuer Futuria

Neulich habe ich „Abenteuer Futuria“ von Klaus Beuchler in die Finger bekommen. Das ist ein Science Fiction, der im Jahr 2071 spielt, Hauptpersonen sind eine Horde Jugendlicher. Das Buch ist von 1974, aus der DDR und mit der dazu passenden Idee einer geeinten Welt, in der alle entsprechend ihrer Neigungen arbeiten und leben.

Manchmal ist es nun ganz spannend, ältere Bücher zu lesen. Vor allen Dingen alte Science Fiction. Da hat sich jemand vor einer ganzen Weile ausgedacht, wie es heute oder in x Jahren auf der Welt aussehen mag. Besonders interessant ist dabei, wie sich die Welt in der Phantasie des Autors weiter entwickeln könnte. Schaut man sich das dann aus der (damaligen) Zukunft an, so kann sich der Leser die Exklusivität leisten, vorgestellte und reale Zukunft zu vergleichen.

Heute will ich mal versuchen, ein paar dieser Ideen mit der Wirklichkeit abzugleichen und euch einladen, euch doch auch Gedanken darüber zu machen, wie die Welt aussehen könnte, was sich schon alles getan hat und einfach mal rumzuspinnen, welche Ideen aus Science Fiction ja vielleicht ganz toll wären.

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Elfenportal-Saga

Henry Atherton hat’s nicht leicht: Vor’m Frühstück baut er noch ein tolles Pappmodell eines fliegenden Schweins und will seinen Eltern bei Cornflakes davon erzählen. Leider hören die nicht zu und Henry merkt, dass irgendwas nicht stimmt. Aber was? Schließlich fragt der Teenager seinen Vater auf der Fahrt zum Bahnhof: „Hast du ein Verhältnis mit Anaïs?“ Anaïs ist die Sekretärin seines Vaters. „Ich hab kein Verhältnis mit Anaïs“, sagt der Papa, „Aber deine Mutter.“ Und damit beginnt für Henry eine ein paar Jahre währende aufregende Zeit, die sein Leben von Grund auf umkrempeln wird.

Herbie Brennan hat mit der Story um Henry ein – wie ich finde – ziemlich gutes und manchmal auch ziemlich irres Stück Phantasie auf den Markt geworfen. In vier Bänden erzählt der Ire, wie Henry lernt, dass die Welt nicht das ist, was er bisher immer dachte. Die bekloppte Situation zu Hause ist erst der Anfang und bei Weitem nicht das Kurioseste, das er erlebt.

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel hat Krebs und das ist scheiße. Eigentlich ist scheiße gar kein Ausdruck, denn scheiße kann vieles sein: Ein Film, das Wetter, die Laune. Aber 16 Jahre alt zu sein und zu wissen, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach bald sterben wird, ist weit mehr als das. Aus der Schule wurde Hazel schon vor drei Jahren herausgenommen, als alles so aussah, als ginge es mit ihr zu Ende. Wie durch ein Wunder überlebte sie jedoch die schwere Attacke ihres eigenen Körpers und ein neues Medikament hilft ihr fortan, den Krebs zumindest im Zaum zu halten. Statt zur Schule zu gehen besucht sie nun College-Kurse und wird jeden Tag klüger. Neben den Kursen hat sie allerdings immer noch mehr als genug Zeit, zu lesen, sich Gedanken zu machen oder – wie ihre Mutter glaubt – eine Depression zu entwickeln. Ihrer Mutter zuliebe geht sie irgendwann auch in die Selbsthilfegruppe und redet mit anderen krebskranken Jugendlichen, obwohl sie eigentlich gar keine Lust dazu hat. Aber, so bemerkt sie „es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit 16 an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.“ Also geht sie hin.

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Die Kurzhosengang

Snickers, Zement, Island und Rudolpho – hinter diesen coolen Namen verbirgt sich die noch coolere Kurzhosengang. Vier kanadische Jungs, die gern Horrorfilme gucken und auch im wahren Leben vor nix Angst haben. Mit viel Witz, Liebe und auch ein wenig Melancholie erzählt jeder von ihnen eines ihrer gemeinsamen Abenteuer. Hierfür haben Victor Caspak und Yves Lanois die Jungs in ihrer fernen Heimatstadt extra besucht und interviewt. Doch ob es die beiden Autoren und ihr Interview wirklich gibt ist ebenso rätselhaft wie der Wahrheitsgehalt der vier Geschichten. Letztendlich ist beides egal, denn dem Lesevergnügen tut es keinen Abbruch.

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The curious incident of the dog in the night-time

Aha, dachte ich beim Lesen des Titels. Weil ich unbedingt eine Urlaubslektüre brauchte und mir obendrein der Buchladen so gut gefiel, nahm ich es dennoch in die Hand. Als ich die wenig erklärende aber viel versprechende Inhaltsangabe las, hatte mich das Buch bereits im Sack. So ungewöhnlich und so abenteuerlich schien mir der Plot, dass ich das schmale Buch von Mark Haddon nicht zurück stellen konnte.

Christopher Boone ist fünfzehn und wohnt mit seinem Vater irgendwo in England. In einer ruhigen Gegend, in der wenig Verkehr herrscht und die Straßen gerade und sauber sind. Das ist Christopher sehr wichtig, denn er hat das Asperger-Syndrom und ist daher, was Umwelteinflüsse, Handlungsabläufe und weltliche Interaktion angeht, etwas unflexibel. Er kann zwar echt gut Mathe, weigert sich aber gelbe oder braune Lebensmittel zu essen (hier hilft manchmal etwas Lebensmittelfarbe) und war eigentlich noch nie weiter weg als in seiner Förderschule. Er träumt davon, den A-Level in Mathe zu bestehen und vielleicht seine Mama wiederzusehen, die vor einiger Zeit gestorben ist.

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Die Mitte der Welt

Seit Rico, Oskar und die Tieferschatten bin ich ein Riesenfan von Andreas Steinhöfel. Folglich explodierte ich vor Glück, als ich einen weiteren Roman von ihm erhielt – obendrein auch noch mit Autogramm! Nachdem ich diesen verschlungen hatte, war mir klar: ein neuer Oskar ist das nicht. Aber auch keine Enttäuschung. Das Buch bewegt sich seinem Titel entsprechend eher in der Mitte.

Die Zwillinge Phil und Dianne leben zusammen mit ihrer Mutter in einem märchenhaften Schloss namens Visible, zurückgezogen von den Bewohnern der nahegelegenen Kleinstadt und doch unter deren ständiger Beobachtung. Seit ihrer Ankunft  – hochschwanger mit einem Schiff aus Amerika – gilt Glass, die Mutter, bei den Einheimischen als exzentrisch, unnahbar und nicht von dieser Welt. Glass unterhält sich mit wechselnden Männerbekanntschaften, die ihren Ruf in der Stadt nicht unbedingt verbessern. Als sie später dazu übergeht, verzweifelten Frauen Ratschläge zu erteilen, gilt sie überdies als eine Art moderne Hexe. Demzufolge haben auch die beiden Kinder wenig sozialen Kontakt und erkunden die Welt mit seltenen Ausnahmen für sich allein. Bis sie langsam erwachsen werden.

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