chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Schlagwort-Archiv: Krebs

Neues Buchhoroskop für den Krebs

Trau dich, deine eigene Schale zu knacken!

So ein richtiger Krebs mag seinen Panzer ja. Er weiß, dass er ihn schützt und ihm Halt gibt. Leider ist der Panzer auch starr und wenig nachgiebig. Im richtigen Krebsleben müssen die Schalentiere deswegen bei drohendem Wachstum ihren Panzer abwerfen und sich einen neuen wachsen lassen.

Die Sternenkrebse dagegen können sich selbst entscheiden, ob sie ihren Panzer vielleicht etwas durchlässiger werden lassen oder auch mal wieder fester. Leider lernen kleine Krebse das nicht unbedingt – und dann sind da noch die Unbillen des Lebens, die jedes Sternzeichen beuteln und krebsartig werden lassen können. Aber wir sind ja lernfähig und können wie Mortimer Wittgenstein lernen: vielleicht doch mal gaaaanz vorsichtig den Panzer zu öffnen.

Lycidas von Christoph Marzi

Mortimer Wittgenstein lebt als kleines Kind in einem Kaff irgendwo in Schottland. Er scheint ein ganz normales Kind zu sein. Er hat so seine Aufgaben im Haushalt seiner Eltern, er spielt mit den anderen Kindern und er hat Sorgen und Freuden, so wie wir alle. Als er jedoch mit acht Jahren einen Eimer Wasser ins Haus trägt, ändert sich alles: er lässt den Eimer nämlich schweben. Das gesamte Dorf inclusive Eltern kann mit dieser reichlich merkwürdigen Situation nicht umgehen und beäugt den Jungen so abgeneigt, dass der sich in die umliegende Landschaft flüchtet und nie wieder heim will.

So ein Erlebnis allein kann einem Kind schon die Freude am Leben verhageln. Kann dem Knirps auf die harte Tour vermitteln, dass man nicht gewollt ist und dazu führen, dass sich so ein Kind in sich verkriecht, die Schotten dicht macht und einen ordentlich breiten Panzer um sich herum aufbaut.

weiterlesen …


Advertisements

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel hat Krebs und das ist scheiße. Eigentlich ist scheiße gar kein Ausdruck, denn scheiße kann vieles sein: Ein Film, das Wetter, die Laune. Aber 16 Jahre alt zu sein und zu wissen, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach bald sterben wird, ist weit mehr als das. Aus der Schule wurde Hazel schon vor drei Jahren herausgenommen, als alles so aussah, als ginge es mit ihr zu Ende. Wie durch ein Wunder überlebte sie jedoch die schwere Attacke ihres eigenen Körpers und ein neues Medikament hilft ihr fortan, den Krebs zumindest im Zaum zu halten. Statt zur Schule zu gehen besucht sie nun College-Kurse und wird jeden Tag klüger. Neben den Kursen hat sie allerdings immer noch mehr als genug Zeit, zu lesen, sich Gedanken zu machen oder – wie ihre Mutter glaubt – eine Depression zu entwickeln. Ihrer Mutter zuliebe geht sie irgendwann auch in die Selbsthilfegruppe und redet mit anderen krebskranken Jugendlichen, obwohl sie eigentlich gar keine Lust dazu hat. Aber, so bemerkt sie „es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit 16 an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.“ Also geht sie hin.

weiterlesen …