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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Die kleine Hexe

Drei Hexen auf einem Besen, Foto: Osseous/flickr.com

Auch wenn diese hier ganz nett aussehen: Hexen wollen immer nur Schlechtes für den Menschen!

Hilfsbereit und übersinnlich: So lässt sich grob vereinfacht „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler kennzeichnen. Unbedingt will sie mit den anderen Hexen tanzen und einfach dazugehören. Doch um die Gunst der Oberhexen zu gewinnen, muss die kleine Hexe sich als „gute Hexe“ beweisen – eine knifflige Aufgabe.

So gern würde sie einmal in der Walpurgisnacht mit den anderen Hexen um den Blocksberg tanzen. Doch als sie es illergalerweise einmal heimlich versucht, wird sie prompt erwischt. Sie erhält noch eine einzige Chance: Wenn sie ein Jahr lang eine gute Hexe ist, darf sie im Folgejahr mitfeiern.

Wann ist eine Hexe gut?

Die kleine Hexe glaubt sehr genau zu wissen, was eine gute Hexe zu tun hat – anderen Menschen helfen natürlich. Also schreitet sie zur Tat: Sie hilft mit ihren Zauberfähigkeiten Kindern beim Feuerholz sammeln, rettet Tiere und stellt finstere Gesellen.

Die Menschen sind verständlicherweise begeistert. Von einer netten Hexe haben sie noch nie etwas gehört. Die Oberhexen leider auch nicht, weswegen der Tanz um den Blocksberg auch ein Jahr später nix wird: Eine gute Hexe zu sein bedeutet laut der Hexen-Obrigkeit selbstverständlich, den Menschen Schaden zuzufügen. Flüche aussprechen, Brunnen vergiften und Kinder erschrecken, das sollten die Aufgaben einer Hexe sein. Die kleine Hexe hat also alles falsch gemacht.

Aber die sieht das anders. Leuten schaden, was soll das denn bringen! Die kleine Hexe ist von ihren guten Taten überaus überzeugt und denkt gar nicht daran, ihre Strategie zu ändern. Stattdessen lässt sie so richtig die Sau raus, kramt all ihre Kenntnisse der schwarzen Magie zusammen und bereitet den anderen Hexen eine Walpurgisnacht, die sie nicht so schnell vergessen werden.

Undank ist der Welt Lohn

Eine gute Hexe zu sein, heißt für die kleine Hexe, ein guter Mensch zu sein. Und so folgt sie ihrem Fisch-Instinkt und hilft, wo sie nur kann. Denn ebenso wie die Kiementräger unter den Sternzeichen ist auch die kleine Hexe von Hilfsbereitschaft und viel Einfühlungsvermögen (plus dem kleinen Extra an Neigung zur Esoterik) geprägt. Nebenbei erhofft sie sich auch ein bisschen Lob und Anerkennung und eine kleine Belohnung. Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufgabenstellung „Sei eine gute Hexe“ gleich an ihrem Drang anderen zu helfen, rührt. Sie glaubt instinktiv zu wissen, was das sei: gut. Und hat ja auch eigentlich recht damit.

Also liebe Mitmenschen der Fische: Ja, die Schuppenschwimmer wollen gelobt werden, wenn sie mit anpacken. Und sie wollen ein Dankeschön und vielleicht noch ein kleines „ohne dich hätt ich das nicht geschafft“. Aber Hand aufs Herz: ihr etwa nicht? Seid mal nicht so und krault den Flossengenossen ein bisschen die Schwimmblase, wenn sie eine Hilfe waren. Denn schließlich haben sie geholfen, verdammt! Und auch wenn sie danach ein bisschen gestreichelt werden wollen oder sogar selbst einen kleinen Vorteil dadurch hatten: Sie haben es gern gemacht. Denn es sind Fische!

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Die kleine Hexe
Autor Otfried Preußler
Seiten 127
Ausstattung Hardcover
Verlag Thienemann Verlag
Jahr 1957 (Erstausgabe)

 


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Foto: © Osseous/flickr – CC BY 2.0

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