chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Glimmung

Wer?

Glimmung, eine riesige Lebensform (40.000 Tonnen!!), eine Art Gott (kann sich zum Beispiel auf mehreren Planeten gleichzeitig aufhalten), ein schwer fassbares (im wörtlichen wie im übertragenden Sinne) Überwesen.

Was für Fähigkeiten?

Glimmung kann unterschiedliche Formen annehmen, die eines Vogels beispielsweise oder die eines riesigen – nun ja, Dings. Er beherrscht Telepathie (auch mit mehreren Gesprächspartnern gleichzeitig) und auch eine Art Telekinese, jedenfalls kann er Dinge an unterschiedlichen Orten erscheinen lassen, ohne sie bewegen zu müssen.

In welchem Umfeld?

Als eingewandertes Wesen lebt es auf dem ihm eigentlich fremden Planeten Sirius 5 (im Raumfahrerjargon Plowman genannt), übernahm die Gewalt über alle einheimischen Wesen, wird aber beherrscht von einem mysteriösen Buch in dem alles, „was war, ist und sein wird, geschrieben steht“. Genaueres ist nachzulesen bei „Der galaktische Topfheiler“.

Welche Mission?

Der Glimmung träumt davon, Heldscalla, die Kathedrale der Nebelgestalten, die vor langer Zeit Plowman bewohnten und beherrschten, zu heben. Heldscalla versank mitsamt den zahlreichen wertvollen Reliquien im Meer, dem „Mare Nostrum“. Es ist ein gefährliches Unternehmen, bei dem er und all seine mühsam überzeugten und hochbezahlten Helfer zu Tode kommen könnten.

Wie ist das Ansehen?

Nun, durch sein Auftreten (beim ersten Treffen mit seinen „Angestellten“ kracht er aufgrund seiner Masse zehn Stockwerke tief durch ein Hotel) flößt er seinen Mitwesen gewiss etwas Angst ein. Auch die Unklarheit über seine Absichten, seine Macht und seinen Wohlstand tragen nicht dazu bei, dass er tatsächlich gemocht wird. Allerdings ist er ein lieber Kerl und am Ende haben sich alle inklusive Hauptfigur Joe Fernwright mit ihm und seiner gewöhnungsbedürftigen Art versöhnt.

Was noch?

Selbst der Leser wird nicht recht schlau aus Glimmung und seinen Plänen. Er ist wirklich ein netter, lieber Gigant, hat aber durchaus die eine oder andere unlautere Methode, Rekruten für seine gefährlichen Pläne zu gewinnen. Abgesehen davon hat er schon ’ne Menge auf dem Kasten und seine Wahlheimat Sirius 5 ist einen zweiten Blick wert …

Wie war’s?

Ist schon cool, was sich Philip K. Dick hier wieder hat einfallen lassen. Das Buch ist voll von Anspielungen auf diverse Weltanschauungen und philosophische Strömungen. Allein die Seelsorgerzelle (bitte nicht mit der Selbstmordzelle aus Futurama verwechseln), die für 10 Cent Ratschläge jedweder Denkweise (von römisch-katholisch bis hin zur puritanischen Ethik) für ein Problem erteilt, ist ein echter Knüller. Am Ende wird’s etwas haarsträubend – wenn sich zu Glimmung und der Kathedrale auch noch eine Art Anti-Glimmung und Anti-Kathedrale gesellen – aber insgesamt ist es ein abgefahrener Ausflug mal „woanders hin“.

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Der galaktische Topfheiler
Autor Philip K. Dick
Seiten 207
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Heyne
Jahr 1969

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