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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Schlagwort-Archiv: Buchhoroskop

Neue Buchhoroskope für die Waage

Living in perfect harmony …

Haus mit Skulptur: Waage mit 2 Personen.Was ist das eigentlich – Harmonie? Waagen sind für diese ja bekannt, aber wissen sie – wissen wir eigentlich – was der Begriff bedeutet? Heißt das, einfach die Klappe zu halten, auch wenn einem etwas nicht gefällt, nur damit es keinen Krach gibt? Oder heißt es etwa, mit sich und anderen im Reinen zu sein? Das ist, wie so vieles im Leben, nicht immer leicht herauszufinden. Unsere Freundin Susanne, der wir schon einmal begegntet sind, wird von dieser Erkenntnis etwas unsauber (haha, ihr werdet noch sehen, warum ich jetzt lache) erwischt. Doch sie lernt daraus … wie sieht es mit euch aus? Einen kleinen Erkenntnisgewinn (evtl. nicht nur für Waagen) möchte wir euch hier verabreichen:

Das Biest, das im Regen kam – die Zweite von Angela Sommer-Bodenburg

Eigentlich kennt ihr sie schon – Susanne, das brave Mädchen, dem aus einem Sturzregen heraus ein anderes Mädchen begegnet, das genau ihr Gegenteil darstellt. Susanne ist sauber, höflich, wohlerzogen und demzufolge immer lieb. Ihr Kontrapunkt ist schmutzig, frech und und macht, was er will. Das letzte Mal haben wir uns mit dem Kontrapunkt – dem Biest als Zwilling – beschäftigt, doch dieses Mal soll uns Susanne interessieren.

Susanne lebt ein vermeintlich glückliches Leben zusammen mit ihrer Mutter und ihrem – weitestgehend abwesenden – Vater. Vorort, ordentliches Haus, immer genug zu essen und anzuziehen. Sie zieht sich ordentlich an, trägt Kleidchen und Blusen, kämmt sich die Haare und wäscht sich, wann immer sie kann. Ihre Hausaufgaben sind vor der Tagesschau fertig und sie bleibt nach dem Essen sitzen, bis sie aufstehen darf. Ihre Mutter möchte das so. An kindliches Aufbegehren, an Infragestellen oder gar Rebellion denkt sie nicht einmal in ihre Alpträumen.

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Foto: © C. Nöhren/PIXELIO

 

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Neue Buchhoroskope für die Jungfrau

MeerjungfrauEine Jungfrau zum Fürchten?

Jungfrauen sind ideale Butler, Diener, Hausdamen etc. Man kann sich hundertprozentig auf sie verlassen. Und sie machen ihren Job richtig gut. Vorsicht ist dann geraten, wenn man nicht zur Familie gehört und der Butler ein waffenfähiger Geselle ist. Denn dann kann auch mal scharf geschossen werden …

Steife Prise von Terry Pratchett

Ein Butler ist definitionsgemäß ein Diener, einer, der auch Personalverantwortung hat, der für verschiedene Bereiche des Hauses verantwortlich ist (z. B. auch den Weinkeller). Wie der Begriff „Diener“ schon sagt, bedient der Butler auch seine Herrschaft und die Gäste. Traditionell ist er in Adelshäusern angestellt, aber auch in Repräsentanzen. Ein Butler ist eine wichtige Funktion in einem großen Haushalt. Außerdem ist ein Butler (oder auch sein weibliches Pendant, die Hausdame) qua Aufgabe immer irgendwie eine Jungfrau: Ohne Fürsorge kein Dienen.

So ein Butler ist Willikins, der seinen Dienst für Lady Sybil Käsedick und ihren Ehemann Samuel Mumm, seines Zeichens Kommandeur der Stadtwache Ankh Morporks, versieht. Und er ist ein Butler, der seine Aufgabe verdammt ernst nimmt!!

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Foto: © raj_nair81/flickr – CC BY 2.0

Neue Buchhoroskope für Löwen

Wer ist hier der Löwe?

Löwe: ja oder nein? Die Frage stellen wir uns – nicht nur in Bezug auf den Löwen – gerne mal. Diesmal ist es wieder besonders knifflig. Darf man sich wie ein Löwe aufführen ohne einer zu sein? Oder ist man schon ein Löwe durch sein pures Gebahren? Oder dann eher ein Weichei im Löwenkostüm? Muss ein Löwe den Anhängern, die er sich wünscht, auch mal sein Löwesein wirklich beweisen? Oder genügt es, davon zu faseln? Entscheidet ihr doch mal, was Löwe ist und was nur Löwe sein will und beschäftigt euch diesen Monat mit einem besonders lauten Exemplar dieser Wildkatzengattung.

Wir stellen euch vor:

Ignaz oder die Verschwörung der Idioten von John Kennedy Toole

 Ignaz Reilly ist eigentlich ein ziemliches Arschloch. Mit über 30 Jahren wohnt er noch bei seiner Mutter, die er bei jeder Gelegenheit verhöhnt, beleidigt oder wahlweise schlicht ignoriert. Ihr gönnt er nicht das kleinste Vergnügen. Nichtsdestotrotz hat er das Hotel Mama er unter anderem deswegen noch nicht verlassen, weil er unfähig ist, seine Wäsche selbst zu waschen oder sicht etwas zu essen zuzubereiten. Sein starkes Übergewicht würde ein paar fehlende Mahlzeiten eventuell noch ausgleichen, aber keine Wäsche zu waschen, würde – da er jeden Tag dieselben Sachen trägt – auch seine letzten Kontakte endgültig vernichten. Allerdings würde ihm das vermutlich nicht auffallen. Er sitzt ohnehin am liebsten allein in seinem Zimmer, verfasst pseudowissenschaftliche Abhandlungen und kämpferische Pamphlete oder pöpelt im Kino solange rum, bis er rausgeworfen wird.

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Neues Buchhoroskop für den Krebs

Trau dich, deine eigene Schale zu knacken!

So ein richtiger Krebs mag seinen Panzer ja. Er weiß, dass er ihn schützt und ihm Halt gibt. Leider ist der Panzer auch starr und wenig nachgiebig. Im richtigen Krebsleben müssen die Schalentiere deswegen bei drohendem Wachstum ihren Panzer abwerfen und sich einen neuen wachsen lassen.

Die Sternenkrebse dagegen können sich selbst entscheiden, ob sie ihren Panzer vielleicht etwas durchlässiger werden lassen oder auch mal wieder fester. Leider lernen kleine Krebse das nicht unbedingt – und dann sind da noch die Unbillen des Lebens, die jedes Sternzeichen beuteln und krebsartig werden lassen können. Aber wir sind ja lernfähig und können wie Mortimer Wittgenstein lernen: vielleicht doch mal gaaaanz vorsichtig den Panzer zu öffnen.

Lycidas von Christoph Marzi

Mortimer Wittgenstein lebt als kleines Kind in einem Kaff irgendwo in Schottland. Er scheint ein ganz normales Kind zu sein. Er hat so seine Aufgaben im Haushalt seiner Eltern, er spielt mit den anderen Kindern und er hat Sorgen und Freuden, so wie wir alle. Als er jedoch mit acht Jahren einen Eimer Wasser ins Haus trägt, ändert sich alles: er lässt den Eimer nämlich schweben. Das gesamte Dorf inclusive Eltern kann mit dieser reichlich merkwürdigen Situation nicht umgehen und beäugt den Jungen so abgeneigt, dass der sich in die umliegende Landschaft flüchtet und nie wieder heim will.

So ein Erlebnis allein kann einem Kind schon die Freude am Leben verhageln. Kann dem Knirps auf die harte Tour vermitteln, dass man nicht gewollt ist und dazu führen, dass sich so ein Kind in sich verkriecht, die Schotten dicht macht und einen ordentlich breiten Panzer um sich herum aufbaut.

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