chairlounge

Bücher über kleine, große und fremde Welten

Neues Buchhoroskop für die Fische

Haie im Wasser

Wenn einen das Schicksal in Form eines Zauberlehrlings dazu bestimmt, ein bestimmtes Wesen zu haben, kann einem das echt die Laune verhageln. Oder man ist eben einfach total in den Zauberlehrling verliebt, weil der das so bestimmt hat. Aus Unkenntnis, natürlich. Wenn einem dann der Zauberlehrling auch noch sagt, dass man sowieso nicht zueinander passt, könnte man eine jahrhundertelange Fehde aus gekränkter Eitelkeit anzetteln. Nicht so Annette. Die Blumenfee erweist sich als Fisch mit Charakter.

Trix Solier, Zauberlehrling voller Fehl und Adel von Sergej Lukianenko

Mancher lebt ja in dem Glauben, dass das Schicksal das eigene Los bestimmt. Oder dass die Sterne dafür sorgen, wie es mir heute geht und was dieses Jahr für mich bringen wird. Man kann aber auch daran glauben, dass man einfach selbst verantwortlich für seine Taten, Gefühle, Meinungen etc. ist.

Oder man heißt Annette, ist eine Blumenfee und dazu beschworen, der Familiar eines Zauberlehrlings zu sein, zudem hübsch, klein und (meistens) freundlich. Und weil der Lehrling noch ein sehr junger Lehrling ist und sich mit Zauberei noch nicht sehr gut auskennt, hat er beim Beschwören die kleine Fee dazu verdonnert, in ihn verliebt zu sein und nicht ohne ihn leben zu können, im wahrsten Sinne des Wortes.

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Foto: © Ulla Trampert/PIXELIO

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Tee & Kekse

25.01.2018 Für alle Fans Peter Grants, seines distinguierten Chefs Nightingale, der Londoner Flüsse und natürlich der ganzen Serie um den britischen Geistercop: Ben Aaronovitch kommt nach Deutschland, und zwar am 1.3.18 in die Buchhandlung Lünebuch in Lüneburg. Tickets kosten 14,-€.

gestorben: Ursula Le Guin

Heute kam es dann in den Medien: Ursula Le Guin ist am 22.1. im Alter von 88 Jahren gestorben. Damit ist eine weitere geniale Figur aus der Science Fiction und Fantasy nicht mehr unter uns.

Der „Planet der Habenichtse“ war eines der wichtigsten – vor allem auch politisch motivierten – Bücher der Amerikanerin, spannend ihre Geschichten aus dem Erdsee-Zyklus, ihre schön frühe Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -verständnis wie etwa in „Winterplanet“ (neu: „Die linke Hand der Dunkelheit“). Besonders spannend ist auch, dass sie sowohl in der Science Fiction als auch in der Fantasy Romane herausbrachte und ihre Fans hatte.

Ruhe in Frieden.

 

Neues Buchhoroskop für den Wassermann

Lasst sie reden …

Wassermann - Mann im Neoprenanzug krault im Wasser Wassermannen wollen für alle nur das Beste. Sie sind definitiv daran interessiert, die Menschen, die Umwelt und das Leben auf unserem Planeten für alle rundum zu optimieren. Doch was das Beste für alle ist und wie man es erreicht, das wissen nur die Wassermänner ganz genau. Deswegen reden, überzeugen und handeln sie auch gleich noch, dass es einem schwindelig werden kann.

Leider, leider gehen ihnen bei ihrem Vorhaben, diese Ansichten und Pläne durchzusetzen, die Pferde durch. Will sagen: Wenn sie das Gefühl haben, es werde ihnen widersprochen, fangen sie an kiebig zu werden. Sie sind bei allen guten Absichten eben doch kleine Dogmaten.

Der diesjährige Wassermann ist allerdings kein kleiner Dogmat, sondern ein ziemlich ausgereifter und obendrein auch noch redegewandt und boxerfahren. Mit ihm ist also nicht gut Kirschen essen. Was man von solchen Kandidaten zu erwarten hat, könnt ihr hier lesen:

Wir empfehlen für den Wassermann

Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

„Mein und Dein sind doch bürgerliche Begriffe“, „Der eine hat den Beutel, der andere das Geld“… Mit derartigen Sinnsprüchen zieht das Känguru von gegenüber bei Marc, dem klugen, aber manchmal etwas unmotivierten Kleinkünstler ein. Im Gegensatz zu der seines Mitbewohners ist die Motivation des Beuteltieres klar zu vernehmen: Es will die Welt verbessern und zu diesem Zweck den Kapitalismus abschaffen, Gleichheit für alle einführen und enteignen, was zu enteignen ist. Dass es dabei ab und zu etwas rabiat vorgeht und auch nicht immer im Sinne der Allgemeinheit handelt – nun, letztendlich dient alles der großen Idee des Kommunismus. Oder?

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Foto:
© Kurt Bouda/PIXELIO

David Bowies Lieblingsbücher

David Bowie war angeblich eine Leseratte. Das hatte er unbestreitbar mit uns gemeinsam. Was er gelesen hat, könnte ihr jetzt – zumindest zu einem kleinen Teil – nachlesen: Sein Sohn Duncan hat einen Bowie-Leseclub ins Leben gerufen und eine Liste der 100 Lieblingsbücher seines Vaters veröffentlicht. Und er lädt alle Interessierten ein, mit ihm über die Bücher zu diskutieren. Als erstes lesen die Mitleser des Clubs „Hawskmoor“ von Peter Ackroyd.

Wer mal gucken will, was der Sänger gelesen hat, kann das hier tun:

http://www.davidbowie.com/news/bowie-s-top-100-books-complete-list-52061

Wer mitmachen will im Buchclub, hier der Link zu Duncan Bowies Twitterseite:

https://twitter.com/ManMadeMoon

 

Jahresanfangszitat

Liebe Buchleser,

wusstet ihr schon, dass ihr einen richtig wichtigen Job macht? Wie wichtig ihr für Bücher seid? Dann hier das entsprechende Zitat, dass wir euch für dieses Jahr mit auf den Weg geben wollen:

„Der Leser? Was hast denn der damit zu tun?“
„Nun, jede Interpretation eines Ereignisses, eines Schauplatzes oder einer Figur in der BuchWelt hängt von den Erfahrungen ab, die der Leser an die Beschreibung derselben heranträgt. Sie ist in jedem Fall einzigartig und unverwechselbar, denn der Leser oder die Leserin bekleiden diese Beschreibung mit der Erinnerung an das, was sie selbst schon erlebt haben. Jede Figur, die Ihnen in der Literatur begegnet, wird so zu einer Mischung aus Personen, die sie aus der Wirklichkeit oder aus anderen Werken schon kennen. Erst dadurch gewinnen sie ihre Realität. Die bloßen Buchstaben auf der Seite allein könnten das gar nicht leisten. Und weil jeder Leser unterschiedliche Erfahrungen hat, ist jedes Buch einzigartig für jeden Leser.“

Thursday Next, als sie Hamlet erklärt, dass der Leser von Büchern fast die ganze geistige Vorstellung der Handlung alleine macht und damit enorm wichtig für Bücher ist.
in: Jasper Fforde, Es ist was faul. Thursday Next 4. E-Book, S. 24, dtv, 2011

Spiel mit uns!

Es ist schon wieder soweit: Kurz bevor wir alle in fettinduzierte Weihnachtsstarre verfallen, feiern wir uns beim Geburtstag der lieben, süßen Chairlounge die Seele aus dem Leib! Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Man klopft schon an die Tür des Erwachsenbwerdens, doch der Spieltrieb ist noch unliegbar vorhanden. Daher wollen wir diesem gern nachgeben (quasi, bevor es auch dafür zu spät ist) und zocken, bis die Bude brennt. Aber Achtung: Manche Spiele sind nichts für Zartbesaitete. Gut, dass die Chairlounge zwar noch ein Kind, aber schon mit allen Wassern gewaschen ist. Sonst wäre hier Schluss mit lustig!

Seid ihr noch dabei? Dann Happy Birthday und auf ins Vergnügen!

Foto: Jo Noeske

Neues Buchhoroskop für den Steinbock

Ein verantwortungsvoller König

Man sollte es nicht glauben, aber manchmal macht man zum richtigen Zeitpunkt einfach das Richtige. In der Regel zahlt man keine Million dafür – erst recht nicht, ohne zu wissen, ob es das wert ist. Aber als Ben Holiday, Anwalt, reich und frustriert, sich dazu entscheidet, ein Königreich zu kaufen, tut er für alle Beteiligten genau das Richtige.

Denn einen so tollen und verantwortungsbewussten König, der an die großen und kleinen Untertanen denkt und sich geschworen hat, Unrecht zu vereiteln – solche gibt es kaum. Das merkt auch der betrügerische Verkäufer des Königreichs, der schließlich einsehen muss, dass er sich in seinem Kandidaten schwer geirrt hat und der als absolut loyaler und lernfähiger Steinbock genau der König ist, den das Reich Landover braucht.

Wir empfehlen für den Steinbock

Königreich zu verkaufen von Terry Brooks

Vor zwei Jahren ist Annie, seine Frau und die Liebe seines Lebens, gestorben – noch dazu schwanger. Ein Auto hat sie überfahren. Und das kann der erfolgreiche Anwalt Ben Holiday nicht verschmerzen. Seither hat er sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen, trainiert verbissen in seinem Fitnessclub, gewinnt einen Prozess nach dem anderen, trifft sich mit niemandem mehr und der einzige, der noch ein wenig an ihn herankommt, ist sein bester Freund Miles.

Dazu kommt, dass der erfolgreiche und gut betuchte junge Mann sowieso jemand ist, der eher allein durch die Welt geht und absollut gar kein Partyhengst ist, auch keiner, der immer in Gesellschaft sein muss oder will. Und Ben Holiday weiß auch , dass er so ist. Denn wenn er sich ehrlich ins Gesicht guckt, dann hat der Tod seiner Frau nur etwas verdeutlicht, was sowieso schon da war.

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Erwischt!

Na, wem ist es aufgefallen? Wahrscheinlich allen – nur mir (erstmal) nicht … Es geht natürlich um den Biber. Vor nicht einmal einer Woche wurde er als neuer Schütze, und zwar als ein Vorzeigeobjekt seiner Art, präsentiert. Wie gut passten doch die Eigenschaften des Schützen auf seine Geschichte, sein Verhalten und überhaupt alles. Ja, tatsächlich war die Sache rund, dachte ich. Doch kaum war der Artikel hochgeladen und seine Prominenz damit besiegelt, erhielt ich (Jo) eine Nachricht von Micha, die etwas verwirrt klang: was er denn nun sei, der liebe Biber – ein Schütze, der tausend Sachen anpackt und bei dem Versuch, sie zu vollenden, alle anderen ins Unglück stürzt, oder ein Steinbock, der alles daran setzt, seine Ideale und Tugenden durchzuboxen und dabei gar nicht mitbekommt, wie sehr er andere damit überrollt. Ich stutzte, prüfte und stellte entsetzt fest: Stimmt, den Biber gibt es zweimal. Einmal als (neugeborenen) Schützen und einmal als (schon etwas betagteren) Steinbock. Wobei auch letztere Beschreibung hervorragend auf diesen arbeitswütigen Nager passt.

Peinlich, peinlich, so etwas. Man könnte sagen, dass ich mich im Arbeitseifer ein wenig so verhalten habe, wie der beschriebene Biber. Mit dem Kopf durch die Wand, total überzeugt, um hinterher festzustellen, dass die Idee doch nicht die beste aller Zeiten war. Schade aber auch.

Aber passiert ist passiert und so wollte ich diese (hoffenlich seltene) Gelegenheit zumindest nutzen, um zu erklären, was hier vorgefallen ist. Wie ihr wisst, schreiben wir Monat für Monat ein neues Sternzeichen in unseren Blog. Das ist nicht immer einfach: Fast alle Charaktere, die wir während des Lesens kennenlernen, haben Persönlichkeiten, deren Eigenschaften auf verschiedene Sternzeichen passen könnten. Hinzu kommt, dass sich auch die Eigenschaften der Sternzeichen in manchen Punkten überschneiden. Es kommt also nicht selten vor, dass wir denken, Prinz XY aus dem und dem Buch ist zwar dominant wie ein Löwe, aber auch fürsorglich wie eine Jungfrau (die ja auch sehr dominant sein kann) und außerdem noch ein Genießertyp wie der Stier einer ist. Schon sind wir in der ersten Bredouille.

Des Weiteren schreiben wir die Sternzeichen ja schon ein paar Jahre lang (in ein paar Wochen feiern wir den 6. Geburtstag der chairlounge) und haben infolgedessen ab und zu einen rauchenden Kopf darüber, welches Buch bzw. welche Romanheldin (-held) diesmal für das anstehende Sternzeichen in Frage kommt. Und vor allem: welches wir noch nicht beschrieben haben. Ihr ahnt es bereits: der Biber ist mir glatt durchgerutscht. Frohen Mutes, eine passenden Charakter gefunden zu haben (und das auch noch rechtzeitig), machte ich mich an die Arbeit, ohne den Sachverhalt weiter zu prüfen. Und peng – da ist es geschehen.

Da wir aber nun sowieso mit zwei Bibern leben müssen, könntet ihr ja auch euren Senf dazugeben. Was ist denn der Biber eurer Meinung nach: Ein Steinbock oder ein Schütze? Ich bin gespannt auf eure Meinung. 🙂

Neue Buchhoroskope für den Schützen

Hör auf, bevor es zu spät ist

Das Merkmal der Schützen ist absolut übereifriges Engagement in allem, was er sich vorgenommen hat. Das ist toll, großartig, beneidenswert – so lange er es nicht übertreibt. Wenn er nämlich in einen Unternehmungsrausch verfällt, ist er leider nicht mehr zu stoppen. Dann trifft er nicht mehr unbedingt ins Schwarze, sondern eher Freunde und Familie, und zwar unfreiwillig vor den Kopf. Auch ein Querschläger kann dann schon mal dabeisein.

Was passiert, wenn ein Schütze das Zielwasser vergisst, erzählen wir euch diesen Monat anhand der Geschichte eines possierlichen Waldbewohners.

Wir empfehlen für den Schützen:

Mach mal Pause, Biber (2) von Nicholas Oldland

Es war einmal ein Biber. Der Biber lebte mit seinen Tierfreunden in einem Wald und hatte einen Ruf zu verlieren: er war nämlich immer sehr fleißig. Der Biber tat den ganzen Tag mit großem Eifer das, was Biber eben so tun – er nagte Bäume um, schleppte Holz, baute Dämme und und und … Keine Minute Pause gönnte er sich in seinem unendlichen Fleiß, weil er ständig tausend Projekte am Laufen hatte und dabei immer dachte, er müsse noch mehr leisten. Kein Wunder, dass ihn das ohne Umwege ins Unglück stürzte.

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Foto: © DVIDSHUB/flickr – CC BY 2.0