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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Schlagwort-Archiv: Liebe

Weil ich Layken liebe

Love is in the air! Gleich bei der ersten Begegnung von Layken und Will ist sie zu spüren. Sie ist gerade mit Mutter und kleinem Bruder aus Texas nach Michigan gezogen, er lebt mit seinem kleinen Bruder gegenüber ihres neuen Zuhauses. Kaum sehen sie sich in die Augen, ist der Fall klar. Doch so einfach darf es natürlich nicht sein – gerade als sie einander ihre Gefühle offenbaren, kommt die schreckliche Wahrheit ans Licht: Will ist Laykens Lehrer. KREISCH! Verzweifelt suchen die beiden einen Ausweg aus ihrer Misere. Denn natürlich können sie nicht voneinander lassen, dürfen aber einfach nicht zusammen sein. Was hier schwer nach Seifenoper klingt, hat Autorin Colleen Hoover auch so geschrieben. Und deswegen riecht die Luft, die angeblich von Liebe durchsetzt ist, verdächtig nach der Parfümabteilung bei Karstadt. 

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Elfenportal-Saga

Henry Atherton hat’s nicht leicht: Vor’m Frühstück baut er noch ein tolles Pappmodell eines fliegenden Schweins und will seinen Eltern bei Cornflakes davon erzählen. Leider hören die nicht zu und Henry merkt, dass irgendwas nicht stimmt. Aber was? Schließlich fragt der Teenager seinen Vater auf der Fahrt zum Bahnhof: „Hast du ein Verhältnis mit Anaïs?“ Anaïs ist die Sekretärin seines Vaters. „Ich hab kein Verhältnis mit Anaïs“, sagt der Papa, „Aber deine Mutter.“ Und damit beginnt für Henry eine ein paar Jahre währende aufregende Zeit, die sein Leben von Grund auf umkrempeln wird.

Herbie Brennan hat mit der Story um Henry ein – wie ich finde – ziemlich gutes und manchmal auch ziemlich irres Stück Phantasie auf den Markt geworfen. In vier Bänden erzählt der Ire, wie Henry lernt, dass die Welt nicht das ist, was er bisher immer dachte. Die bekloppte Situation zu Hause ist erst der Anfang und bei Weitem nicht das Kurioseste, das er erlebt.

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel hat Krebs und das ist scheiße. Eigentlich ist scheiße gar kein Ausdruck, denn scheiße kann vieles sein: Ein Film, das Wetter, die Laune. Aber 16 Jahre alt zu sein und zu wissen, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach bald sterben wird, ist weit mehr als das. Aus der Schule wurde Hazel schon vor drei Jahren herausgenommen, als alles so aussah, als ginge es mit ihr zu Ende. Wie durch ein Wunder überlebte sie jedoch die schwere Attacke ihres eigenen Körpers und ein neues Medikament hilft ihr fortan, den Krebs zumindest im Zaum zu halten. Statt zur Schule zu gehen besucht sie nun College-Kurse und wird jeden Tag klüger. Neben den Kursen hat sie allerdings immer noch mehr als genug Zeit, zu lesen, sich Gedanken zu machen oder – wie ihre Mutter glaubt – eine Depression zu entwickeln. Ihrer Mutter zuliebe geht sie irgendwann auch in die Selbsthilfegruppe und redet mit anderen krebskranken Jugendlichen, obwohl sie eigentlich gar keine Lust dazu hat. Aber, so bemerkt sie „es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit 16 an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.“ Also geht sie hin.

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Everlasting

„Na, ich finde jedenfalls, ein Science-Fiction-Liebesroman wäre doch auch mal schön.“ Das wünscht sich Eliana, eine BerlinerGöre, die Anfang der 2000er Jahre in der Hauptstadt wohnt. Und sie vertraut das ihrem Tagebuch an, neben all den anderen Dingen, die Teenager so wichtig finden und aufschreiben: die Geburtstagsgeschenke, welche Jungs toll sind, wie blöd der Bruder ist (der immer nur die SF-Stories mit den Aliens und dem Geballer liest) und so fort. Sie weiß nichts davon, dass ihre Welt in ein paar Jahren enden, Deutschland mehr oder weniger aussterben und sich die Erde total verändern wird. Sie weiß auch nichts davon, dass ihre Tagebücher rund 250 Jahre überdauern werden – und dann von Finn Nordstrom gelesen werden.

Finn lebt im Jahr 2265. Er ist Historiker, Spezialist für die ausgestorbene deutsche Sprache und Deutschland. Finn lebt in Berlin, ist aber gebürtiger Amerikaner – auch wenn das im jahr 2265 nicht mehr wichtig ist. Er lebt im Märkischen Viertel, das seit einer ganzen Weile kein Stadtteil mehr ist, sondern ein riesiges Wohnheim, das aussieht wie der Rubik’s Cube. Er ist Mitte Zwanzig, ein Alter, in dem in der modernen Welt von den „Prä-Adulten“ erwartet wird, dass sie sich so langsam mal einen Partner suchen, sich seelisch gefestigt haben. Das soll mit 30 abgeschlossen sein. Finn arbeiet wie alle seine Altersgenossen. Er übersetzt Berichte der Deutschen Bank aus den Anfangsjahren des 21. Jahrhunderts ins Englische, eine Arbeit, die er nicht sonderlich spannend findet. Und dann bekommt er eines Tages das Angebot, ein Tagebuch zu übersetzen …

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Die Mitte der Welt

Seit Rico, Oskar und die Tieferschatten bin ich ein Riesenfan von Andreas Steinhöfel. Folglich explodierte ich vor Glück, als ich einen weiteren Roman von ihm erhielt – obendrein auch noch mit Autogramm! Nachdem ich diesen verschlungen hatte, war mir klar: ein neuer Oskar ist das nicht. Aber auch keine Enttäuschung. Das Buch bewegt sich seinem Titel entsprechend eher in der Mitte.

Die Zwillinge Phil und Dianne leben zusammen mit ihrer Mutter in einem märchenhaften Schloss namens Visible, zurückgezogen von den Bewohnern der nahegelegenen Kleinstadt und doch unter deren ständiger Beobachtung. Seit ihrer Ankunft  – hochschwanger mit einem Schiff aus Amerika – gilt Glass, die Mutter, bei den Einheimischen als exzentrisch, unnahbar und nicht von dieser Welt. Glass unterhält sich mit wechselnden Männerbekanntschaften, die ihren Ruf in der Stadt nicht unbedingt verbessern. Als sie später dazu übergeht, verzweifelten Frauen Ratschläge zu erteilen, gilt sie überdies als eine Art moderne Hexe. Demzufolge haben auch die beiden Kinder wenig sozialen Kontakt und erkunden die Welt mit seltenen Ausnahmen für sich allein. Bis sie langsam erwachsen werden.

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