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Bücher über kleine, große und fremde Welten

Sinthianer

Wer?

Sinthianer sind kleine Wesen mit Augenstielen und dünnen Ärmchen. Auf ihrem Heimatplaneten sind sie streng in zwei Klassen, Adlige und der Rest, geteilt. Louie und Spartakus, Mitglieder der Chaos-Kompanie in der Weltraumlegion sind beide ausgewandert um ihren Gegebenheiten zu entfliehen – bloß um festzustellen, dass das Schicksal sie in die gleiche Truppe verschlagen hat. Blöd, dass Louie ein Adliger ist und Spartakus aus dem einfachen Volk. Denn obwohl das eines der Dinge war, die sie auf ihrem Heimatplaneten nervten, in der Truppe verhielten sie sich wie eh und je mit einer gewissen Distanz zueinander. Daher ist es nur gut, dass Hauptmann Joker, ihr Vorgesetzter, sie nicht als Team zusammennahm, sondern jeweils anderen Partnern zuwies.

Was für Fähigkeiten?

Sinthianer sind durchaus in der Lage, den ganz normalen (menschlichen) Militärdienst zu wuppen. Sie sind etwas langsamer als ihre Kameraden, weswegen man immer wieder auf sie warten muss. Das macht Hauptmann Joker Sorgen, schließlich kann man im Kampf nicht immer auf wen warten und währenddessen abgeschossen werden. Was sie beim Kampf mit der Waffe außerdem behindert, sind ihre Augenstiele: Die menschlichen Visiereinrichtungen sind einfach nicht für diese Art von Sehorganen gebaut. Grundsätzlich haben sie daher die Anweisung, ihre Waffe erst dann abzufeuern, wenn sie so trainiert sind, dass sie fähig sind, das Ziel wenigstens halbwegs zu treffen.

In welchem Umfeld?

Den Heimatplaneten der Sinthianer habe ich noch nicht kennengelernt. In „Chaos-Kompanie“ von Robert Asprin werden die beiden kleinen Außerirdischen lediglich als Mitglieder der Truppe vorgestellt.

Welche Mission?

Als Mitglieder einer Kompanie der Weltraumlegion gehen sie dahin, wo die Notwendigkeit sie hinschickt. In „Chaos-Kompanie“ bewachen sie auf einem Sumpfplaneten Schürfer bei der Suche nach Edelsteinen, so dass niemand die Pretiosen stehlen kann. Das bedeutet, einmal in der Woche einen Tag im Sumpf zu stehen. Später reisen sie mit der Truppe auf andere Planeten und Raumstationen.

Wie ist das Ansehen?

Sie sind halt Mitglieder der Kompanie – und nach Jokers Bemühungen, ein richtiges Team aus der Truppe zu machen, gehören sie richtig dazu. Man kann halt nur mit dem Kommunikator mit ihnen sprechen, aber dadurch lässt sich lediglich der Tonfall nicht so richtig wiedergeben.

Was noch?

Eines Tages sieht Hauptmann Joker, wie einige Jugendliche auf schwebenden Skateboards, Glideboards genannt, durch die Gegend flitzen. Er kriegt die Jungs dazu, den Sinthianern das Fahren damit beizubringen – und ab sofort sieht man Spartakus auf seinem Board rasant um Ecken oder Treppen herunter rasen. Nach Dienstschluss übt er mit den Kids immer Kunststücke und wird zu einem wahren Meister des Glideboard-Fahrens. Auch Louie probiert das Glideboard aus, stellt aber fest, dass er lieber im Beiwagen des Schwebemotorrads des Versorgungsfeldwebels durch die Gegend düst.

Um die Sinthianer nach der Lösung des Bewegungsproblems auch noch ordentlich zu bewaffnen, wird die Idee des Versorgungsfeldwebels ausprobiert, den Sinthianern eine abgesägte Schrotflinte in die Finger zu drücken. Leider ist der Rückstoß so heftig, dass Spartakus anfangs Saltos auf seinem Glideboard macht. Schließlich kommt jemande auf die Idee, ihnen doch Druckluftgewehre zu geben, wie man sie für Paintball verwendet – allerdings mit hochexplosiven Farbkugeln …

Louie nimmt aber die Schrotflinte, denn als Beifahrer hat er einen besseren Stand und läuft nicht Gefahr, sich zu überschlagen. Um selbst geschützt zu sein, trägt er einen alten Wehrmachtshelm, in den oben Löcher für seine Augenstiele geschnitten werden.

Beide werden durch ihre nun voll einsatzfähige Kampfstärke noch mehr in der Kompanie akzeptiert – und das führt schließich dazu, dass sogar Louie seinen Klassendünkel aufgibt. Das geht soweit, dass die beiden sich als Geschäftspartner zusammentun, um die Glideboards auf ihrem Heimatplaneten einzuführen. Spartakus dreht die Trainingsvideos und Louie nutzt die Kontakte zu seiner Familie um behördliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Wie war’s?

Ich mag die Sinthianer. Ich finde die Vorstellung, dass da ein paar intelligente Außerirdische auf einem schwebenden Skateboard durch die Straßen düsen, total witzig. Die kleine Nebengeschichte, dass sie mit zunehmender Akzeptanz von den Kameraden auch ein Stück weit ihrer Klassenunterschiede entledigen können – sich sogar für ein Unternehmen zusammentun – ist ein kleiner Seitenhieb auf alle, die immer meinen, alle „naturgegebenen“ Unterschiede könne man nicht unterscheiden. (ms)

Interessiert? Hier die Fakten:

Titel Chaos-Kompanie
Autor Robert Asprin
Seiten 302
Ausstattung Taschenbuch
Verlag Bastei Lübbe
Jahr 1990

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